Claudia Keul

Stabstelle Kindernothilfe und Förderungen

030 - 30 86 93-17
Einzelfallhilfe

Unsere Nothilfe gegen Kinderarmut

Rund 2,7 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland in Armut. Viele müssen den Schulalltag mit leerem Magen überstehen, frieren im Winter mangels warmer Kleidung, leiden unter Ausgrenzung und einem von Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit geprägten Umfeld. Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich für die Überwindung von Kinderarmut ein.

Verlust der Arbeit, ein Unfall, eine schwere Krankheit oder eine Scheidung können Familien akut in dramatische Notlagen bringen.

Viele Eltern setzen alle Kräfte ein, um die Familie finanziell über Wasser zu halten und dennoch leben sie mit ihren Kindern am Existenzminimum. Hauptgründe für die hohe Kinderarmut in Deutschland sind zum einen die Arbeitslosigkeit der Eltern, zum anderen die steigende Zahl jener Eltern, die zwar Vollzeit arbeiten, aber deren Einkommen trotzdem nur knapp über dem Sozialhilfesatz liegt. Besonders hart trifft es Alleinerziehende und kinderreiche Familien. Ihr Einkommen reicht oft kaum oder gar nicht für den Unterhalt der Kinder aus.

Der Alltag von Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen

Das Kinderhaus Weimar ist Kontaktstelle und Kooperationspartner des Deutschen Kinderhilfswerkes. Hier können Kinder in Ruhe Hausaufgaben machen, Probleme besprechen, Nachhilfe bekommen, gemeinsam kochen, Theater spielen oder einfach nur unbeschwert toben und Kind sein. Der folgende Kurzfilm (von Ingo Dubinski erstellt für das Deutsche Kinderhilfswerk) gibt einen kurzen Einblick:

Maria* ist neun Jahre alt. Ihre Eltern arbeiten jeden Tag: Ihre Mutter als Verkäuferin, ihr Vater auf dem Bau. Um die fünfköpfige Familie zu ernähren, sind beide Elternteile fast den ganzen Tag unterwegs. Trotzdem reicht das Geld nicht aus. Maria weiß, dass ihre Familie arm ist und sie kennt sehr genau die manchmal feinen und manchmal offensichtlichen Unterschiede zwischen ihrem Leben und dem der anderen Kinder aus ihrer Klasse. Maria geht trotzdem gerne in die Schule, weil sie dort ihre Freundinnen trifft und "mehr Platz als zuhause ist". Ihre Armut erkennt man erst bei genauem Hinsehen. Dann, wenn ihre Sommerjacke sie auch im Winter warmhalten muss. Wenn sie traurig ist, weil sie gerne Gitarre lernen würde, sich aber nicht traut, ihre Eltern nach Unterricht zu fragen es wird ohnehin zu viel kosten. Wenn sie sich schämt, weil sie wegen des fehlenden Eintrittsgeldes nicht mit ihrer Klasse ins Kino kann.

Kinderarmut bedeutet Ausgrenzung, Benachteiligung, ständiger Verzicht, oft behaftet mit Scham, und einen dauernden Kampf gegen Vorurteile. Kinderarmut liegt oft verborgen hinter verschämten Ausreden.

Ihre Spende gegen Kinderarmut

Armut und Ausgrenzung sind ein Problem der ganzen Gesellschaft: Wenn 2,7 Millionen Kindern aufgrund der finanziellen Situation ihrer Familien Bildungs- und Entwicklungschancen fehlen, fehlt ein Stück Zukunft für Deutschland.

Jetzt helfen

Kindernothilfefonds: Chance für finanziell benachteiligte Kinder

Um finanziell benachteiligten Kindern zu helfen, hat das Deutsche Kinderhilfswerk 1993 den Kindernothilfefonds eingerichtet. Dieser hilft von Armut betroffenen Familien schnell und unbürokratisch, wo staatliche Stellen zu langsam sind oder keine Unterstützung gewähren.

Über den Kindernothilfefonds leistet das Deutsche Kinderhilfswerk Einzelfallhilfe für Kinder und ihre Familien, zum Beispiel für Lernmaterialien, Kinderkleidung oder Erholungsmaßnahmen. Auch Einrichtungen wie Kinderhäuser und Projekte, die in sozialen Brennpunkten liegen und sich besonders um Kinder aus schwierigen Familien kümmern, werden gefördert.

Leider reicht der Fördertopf nicht für alle bedürftigen Kinder in Deutschland. Zum Beispiel Paul*: Er geht in die 4. Klasse und braucht dringend Nachhilfe in Mathematik. Die monatlichen 10 Euro aus dem Bildungs- und Teilhabepaket reichen nicht aus. Er möchte das Nachhilfeangebot des Schülerhilfevereins nutzen. Aber den Eltern fehlt das Geld dafür. Mit 50 Euro im Monat wäre eine dauerhafte Nachhilfe für Kinder wie Paul gesichert.

Sie möchten einen Antrag auf Einzelfallhilfe stellen?

Anträge beim Kindernothilfefonds können grundsätzlich alle Familien stellen, die in Deutschland ihren Wohnsitz haben. Besonders förderungswürdig sind dabei Familien mit zwei und mehr Kindern sowie Alleinerziehende mit einem und mehr Kindern. Hier gelangen Sie zum Antragsformular auf Einzelfallhilfe

Konjunktureller Aufschwung - kein Rückgang der Kinderarmut

Keine andere gesellschaftliche Altersgruppe ist so stark von Armut betroffen wie Kinder und Jugendliche; sie leiden am meisten unter der finanziellen Notlage ihrer Familie. Besonders schwierig ist die Situation in Familien mit nur einem Elternteil und für Kinder aus Zuwandererfamilien. Sie wachsen deutlich häufiger in Armut auf als deutsche Kinder.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland zwar im Mittelfeld, doch gerade die Tatsache, dass der konjunkturelle Aufschwung nicht zu einer Abnahme der Kinderarmut beigetragen hat, macht deutlich, dass es hierzulande ein strukturelles Problem gibt, dem Politik und Gesellschaft mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Kompetenzen entgegentreten müssen.

Deswegen braucht Deutschland ein breites gesellschaftliches Engagement! Seien Sie dabei – zum Beispiel mit einer Spende für das Deutsche Kinderhilfswerk.

Ihre Spende gegen Kinderarmut

Armut und Ausgrenzung sind ein Problem der ganzen Gesellschaft: Wenn 2,7 Millionen Kindern aufgrund der finanziellen Situation ihrer Familien Bildungs- und Entwicklungschancen fehlen, fehlt ein Stück Zukunft für Deutschland.

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* Name geändert

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Gerade für Kinder aus bedürftigen Familien ist eine fundierte Bildung wichtig, denn sie ist der zentrale Weg aus der Armut. Das Deutsche Kinderhilfswerk sorgt für Schulranzen und -materialien, die sich die Familien sonst nicht leisten könnten.
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