Claudia Neumann

Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendbeteiligung

030 - 30 86 93 - 55
zehntausende Kinder an aktion beteiligt

"Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten"

Unsere Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ waren ein voller Erfolg: Trotz pandemiebedingter Einschränkungen haben zehntausende Kinder aus Schulen und Kitas in ganz Deutschland unter dem Motto „Es geht auch ohne Elterntaxi!“ entdeckt, wie viel Spaß Zufußgehen machen kann. Dabei zeigten die Kinder, dass sie selbstständig und sicher zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad zur Schule und zum Kindergarten kommen. Das Deutsche Kinderhilfswerk organisiert die Aktion gemeinsam mit dem ökologischen Verkehrsclub VCD und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE).

Die besten Projektideen wurden mit Bewegungssets und Spielen ausgezeichnet. Der erste Platz ging an die Hölterschule aus Mühlheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) mit ihrer Aktion „Sicher zu Fuß zur Hölterschule“. Die Schule beeindruckte mit einem Programm, das auf alle Altersstufen abgestimmt wurde. Während die Jüngsten mit dem Konzept des Laufbusses vertraut gemacht wurden, sammelten andere Punkte beim Schulweg-Dart oder machten Schulwege durch gebastelte Schilder sichtbar.

Den zweiten Platz belegte die Kinderkrippe „Die kleinen Strolche“ aus Hattenhofen (Baden-Württemberg) mit ihrer Aktion „Der Weg ist das Ziel“. Die Kinderkrippe zeigte, wie bereits die kleinsten Kinder spielerisch an den Weg zu Fuß herangeführt werden. Der dritte Platz ging an die Grundschule Bad Münder (Niedersachsen) mit der „Schulweg-Wette“. Die Kinder und das Kollegium wetteten gegen den Elternverein, dass sie es schaffen, zwei Wochen so oft wie möglich den Schulweg zu Fuß zu absolvieren.

Mit den Aktionstagen gewinnen Kinder mehr Sicherheit im Straßenverkehr und können neue Spielmöglichkeiten im Umfeld ihrer Schule oder Kita entdecken. Sie werden selbstständig, machen eigene Erfahrungen und haben das Erfolgserlebnis, den Weg selbst geschafft zu haben. Auch die Eltern müssen lernen, ihren Kindern wieder mehr zuzutrauen.

Prominente Unterstützung für die Aktionstage

Bekannte Persönlichkeiten unterstützen "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" und erklären, warum sie sich für die Aktion einsetzen.

Enie van de Meiklokjes - Moderatorin und Botschafterin der Aktionstage

„Es gibt bei eigentlich jedem Wetter fast nichts Schöneres, als den Tag mit ein bisschen Bewegung draußen an der frischen Luft zu starten. Und genau deshalb sollten Kinder möglichst zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller zur Schule oder in den Kindergarten kommen und eben nicht mit dem Elterntaxi. Laufen, radeln und rollern macht viel Spaß und gesund ist es auch noch. Denn es stärkt die Abwehrkräfte und beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor. Zudem können die Kinder auf dem Schul- oder Kitaweg gemeinsam mit ihren Freundinnen und Freunden vieles erleben und besprechen, Quatsch machen und lachen. Sie nehmen ohne Elterntaxi ihre Umgebung bewusster wahr und lernen, sich selbstständig im Verkehr zu bewegen. Das lernen sie nicht auf der Rückbank im Auto.“

Videobotschaft von Enie van de Meiklokjes

Sarah Alles - Schauspielerin

"Ich hatte das große Glück, dass Kindergarten, Schule und Hort von meinem Zuhause fußläufig erreichbar waren. Und so bin ich fast jeden Morgen gelaufen, später bin ich dann auch öfter Rad gefahren. Für mich war das ein super Start in den Tag. Die Bewegung am Morgen half mir, in den Schulstunden stillzusitzen. Ich erinnere mich an Schneeballschlachten, blühende Kirschbäume und Geheimnisse, die ich auf dem Weg mit meinen Freundinnen austauschte - das sind tolle Erinnerungen, die ich auch allen anderen Kindern für ihren morgendlichen Schulweg wünsche!"

Regina Halmich - Boxweltmeisterin und Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes 

"Die Aktionstage "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" zielen darauf ab, dass Kinder nicht mit dem Elterntaxi bis vor das Schultor chauffiert werden, sondern den Schulweg möglichst eigenständig zurücklegen. In Begleitung von Freundinnen und Freunden macht das ja viel mehr Spaß, als auf dem Rücksitz im Auto die Welt an sich vorbeiziehen zu sehen. Und es sorgt vor allem schon vor dem Schulbeginn für mehr Bewegung im Alltag. Davon können die Kinder doch gar nicht genug bekommen, denn Bewegung tut Körper und Geist unheimlich gut, kommt bei Schulkindern aber leider viel zu häufig zu kurz.

Darüber hinaus zielen die Aktionstage darauf ab, dass unsere Städte kinderfreundlicher gestaltet werden und die Verkehrsplanung mehr Rücksicht auf die jungen Menschen nimmt. Als Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes und Engagierte für die Rechte der Kinder kann ich dieses Anliegen daher aus vollem Herzen unterstützen."

Beate Walter-Rosenheimer - MdB, Vorsitzende der Kinderkommission Bündnis 90/Die Grünen

"Als Kind bin ich immer zu Fuß in die Schule gegangen, am Anfang als kleines Mädchen mit meiner Mutter, nach ein paar Wochen Eingewöhnungszeit dann mit anderen Kindern, später im Gymnasium alleine einen wunderschönen Weg durch einen Park, der an meine Schule grenzte.

Dieses in die Schule laufen habe ich deswegen in sehr guter Erinnerung. Mit meiner Mutter hat es immer Spaß gemacht, wir haben uns unterhalten, gelacht, die Verkehrsregeln geübt und manchmal auch über den anstehenden Schultag geredet. Irgendwann wollte ich dann lieber mit den anderen Kindern zur Schule laufen. Auch das war lustig und eine schöne Einstimmung auf den Schultag. Als ich älter war, hab ich den Weg genutzt um morgens richtig wach zu werden, nachzudenken, mich zu konzentrieren. Auch diese ruhige Zeit für mich war mir sehr wertvoll.

Deshalb unterstütze ich die Aktionstage "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" sehr. Unser Alltag ist oft so verdichtet, da sind kleine "Auszeiten" wie ein Schulweg zu Fuß eine gute Gelegenheit durchzuatmen. Es muss nicht immer Mamas oder Papas Taxi sein, das belastet die Umwelt und bringt – gerade in den Städten – oft noch mehr Hektik und Stress für alle Beteiligten."

Auch mit meinen eigenen Kindern bin ich Wege zusammen gegangen, habe ihnen beigebracht, diese auch alleine zu gehen und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Das stärkt dann zusätzlich die Selbstständigkeit und das Gefühl Räume nach und nach entdecken und "erobern" zu können.

Darum geht es bei den Aktionstagen

  • Klar: Wer teilnimmt, kommt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Rollerzur Schule oder in den Kindergarten. Darüber hinaus können die teilnehmenden Einrichtungen weitere Projekte zu dem Thema veranstalten.
  • Schülerinnen und Schüler, Klassen oder auch ganze Schulen oder Kindergärten erhalten auf unserem Aktionsplakat Tipps und Anregungen zur Teilnahme.
  • Kostenlose Aktionsplakate sowie weiteres kostenpflichtiges Material wie zum Beispiel Straßenbanner oder Sicherheitswesten können bei den Initiatoren bestellt werden.
  • Auf der Homepage www.zu-fuss-zur-schule.de erhalten alle Teilnehmenden viele Tipps und Ideen zur Teilnahme an den Aktionstagen.
  • Die Projekte können von den Schulen bzw. Klassen vor den Aktionstagen für alle sichtbar auf der Homepage eingetragen und dargestellt werden. Nach Projektende kann dort auch die Durchführung des Projekts dokumentiert werden.
  • Auf Anfrage können sich die Teilnehmenden vor Ort bei ihrer Pressearbeit unterstützen lassen.
  • Die besten Projekte werden mit Angabe der Einrichtung auf dem Aktionsposter des Folgejahres vorgestellt.

Warum zu Fuß laufen für Kinder so wichtig ist

Wer läuft, hat´s besser: Kinder gewinnen Sicherheit im Straßenverkehr, entdecken auf ihrem Schul- oder Kindergartenweg oftmals schöne Plätze, die ihnen im Auto entgangen wären und bevor in der Schule stundenlanges Sitzen angesagt ist, kann sich richtig ausgezappelt werden. Dazu jede Menge Spaß und das Gemeinschaftsgefühl, zusammen teilzunehmen und gemeinsam zu laufen.

Eltern wiederum können sich davon überzeugen, dass sie keine Angst um ihre Kinder haben müssen, wenn sie selbstständig die Schulwege zurücklegen und sparen sich außerdem morgens Stress und Zeit. Sollte die Schule für einen kompletten Fußmarsch zu weit weg liegen, können Kinder auf Parkplätzen in Schulnähe abgesetzt werden und das letzte Stück Weg zu Fuß zurücklegen, nach dem liebenswerten Motto „Kiss & Go“. Selbstverständlich sind auch Eltern, Lehrkräfte und Kindergarten-Erziehende aufgerufen, das Auto stehen zu lassen. So hilft die Aktion ganz nebenbei, das Verkehrschaos vor Schulen zu minimieren und einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Langfristig verfolgen wir mit der Aktion das Ziel, nicht nur Kinder an den Straßenverkehr anzupassen, sondern vor allem den Straßenverkehr kinderfreundlicher zu gestalten. Daher setzen wir uns auch für Tempo 30 ein und sind Mitglied in der Europäischen Bürgerinitiative „30kmh – macht die Straßen lebenswert!“

Seit 2007 Zu Fuß zur Schule

Seit dem Jahr 2000 gibt es den jährlichen internationalen „I walk to school“-Tag. Seit 2007 richten das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub Deutschland gemeinsam die Aktionstage zu diesem Thema aus. An den Aktionstagen "Zu Fuß zur Schule" 2021 beteiligten sich mehrere zehntausend Kinder in ganz Deutschland.

Das könnte sie auch interessieren
Der 20. September ist Weltkindertag! Dazu veranstaltet das Deutsche Kinderhilfswerk jährlich ein großes Familienfest auf dem Potsdamer Platz im Herzen Berlins.
Weltkindertag
Mit der Bewegungsbaustelle werden Kinder zu kleinen Handwerkern, Mathematikern, Sportlern, Architekten, Künstlern und Diplomaten - und haben Spaß dabei!
Bewegungsförderung