Claudia Neumann

Referentin Spiel und Bewegung

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Wir haben etwas zu feiern!

10 Jahre Bündnis Recht auf Spiel und Weltspieltag

Im Jahr 2008 hat das Deutsche Kinderhilfswerk das Bündnis Recht auf Spiel ins Leben gerufen. Das Ziel dabei war, das Kinderrecht auf Spiel und Ruhe gemeinsam mit Partnern bekannt zu machen und zu stärken. Es blieb nicht dabei: Auch der Weltspieltag fand im Jahr 2008 das erste Mal statt und wird seitdem vom Deutschen Kinderhilfswerk koordiniert und so zu einem deutschlandweiten Event gemacht.

Anlässlich dieser beiden 10-jährigen Jubiläen finden Sie hier über das Jahr 2017 hinweg Fragen von uns und Antworten von prominenten Persönlichkeiten zum Wert des freien Spiels.

Interview mit Tiger & Bär

JANOSCHs Kleiner Tiger und Kleiner Bär wohnen in einem gemütlichen Haus an einem ruhigen Fluss. So richtig ins Rampenlicht sind sie durch ihre Reise nach Panama gekommen. Die kennt fast jedes Kind.

Das Deutsche Kinderhilfswerk haben sie 2016 beim Weltspieltag unterstützt und in einem Video zum Motto "Spielen überwindet Grenzen" für den weltweiten Aktionstag geworben.

Eine unserer Bündnisbotschaften lautet: Spielen überwindet Grenzen. Dieses Thema liegt euch auch am Herzen, ihr habt den Weltspieltag 2016 bei der Verbreitung dieser Botschaft unterstützt – wieso setzt ihr euch dafür ein?

Tiger & Bär: Das Leben ist unheimlich UND schön. Beim Spielen können wir es entdecken.

Was habt ihr in Eurer Kindheit am liebsten gespielt und wieso habt ihr das in so guter Erinnerung behalten?

Mit dem Gartenschlauchtelefon telefonieren. Dann war keiner mehr einsam.

Wann kommt es heute noch vor, dass ihr spielt, kreativ werdet oder euch im spielerischen Wettbewerb mit anderen messt?

Immer, wenn wir Neues entdecken wollen, spielen wir los.

Warum findet ihr Spielen so wichtig und warum sollten auch Erwachsene noch spielen? 

Weil man mit Spielen seinem „Traumland“ immer näher kommt. „Komm, wir finden einen Schatz“

Interview mit Prof. Dr. Gerald Hüther

Prof. Dr. Gerald Hüther ist Professor für Neurobiologie und leitet die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch zahlreiche Veröffentlichungen (u.a. "Etwas mehr Hirn, bitte: Eine Einladung zur Wiederentdeckung der Freude am eigenen Denken und der Lust am gemeinsamen Gestalten") als Hirnforscher bekannt.

Prof. Dr. Hüther setzt sich immer wieder für das freie Spiel von Kindern ein.

Sie fordern in Ihrem aktuellen Buch „Rettet das Spiel!“ – wieso ist es denn in Gefahr?

Prof. Dr. Gerald Hüther: In einer Welt, in der alles, was wir tun immer effizienter, wirtschaftlicher und zweckdienlicher sein muss, bleibt kein Raum mehr für das, was uns als Mensch ausmacht und was unsere Kinder mehr als alles andere für die Entfaltung der in ihnen angelegten Potentiale brauchen: das spielerische, kreative und phantasievolle Ausprobieren all dessen, was möglich ist und wie es funktioniert.

Was haben Sie in Ihrer Kindheit am liebsten gespielt und warum haben Sie das in so guter Erinnerung behalten?

"Mensch ärgere Dich nicht“ habe ich am liebsten gespielt, weil ich dabei so wunderbar erleben konnte, wie meine Mitspieler – und ich selbst – reagierten, wenn etwas nicht so lief, wie sie sich das wünschten.

Wann kommt es heute noch vor, dass Sie spielen, kreativ werden oder sich im spielerischen Wettbewerb mit anderen messen?

Schon immer nutze ich jede Gelegenheit, um spielerisch auszuprobieren, was geht. Während meiner Tätigkeit als Universitätsprofessor ging das leider nicht immer so gut. Da musste ich allzuoft das machen, was andere von mir erwarteten.

Warum finden Sie Spielen so wichtig und warum sollten auch Erwachsene noch spielen?

Spielen ist das beste Training für Kreativität und Phantasie. Wer beides nicht braucht, der braucht auch nicht zu spielen, egal, wie alt sie oder er dann schon geworden ist.