12.06.2020

#unteilbar-Aktionstag am 14. Juni 2020: #SoGehtSolidarisch

Gemeinsam mit rund 130 Organisationen ruft das Deutsche Kinderhilfswerk unter dem Motto #SoGehtSolidarisch dazu auf, am Sonntag um 14 Uhr ein „Band der Solidarität“ zu bilden. In Berlin und Leipzig, in Hamburg, Freiburg, Erfurt, Chemnitz, Plauen, Münster und Passau sowie online werden Menschen auch in Zeiten der Corona-Pandemie zusammenkommen, um verantwortungsbewusst und mit Rücksicht zu demonstrieren. Auf der Straße, am Fenster und im Netz wird gezeigt: Wir lassen nicht zu, dass Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit gegeneinander ausgespielt werden. Erstunterzeichnende des Aufrufs #SoGehtSolidarisch sind neben dem Deutschen Kinderhilfswerk u.a. Attac Deutschland, der Deutsche Bundesjugendring, der Deutsche Mieterbund, die NaturFreunde Deutschlands und PRO ASYL.

Bei der Aktionsform „Band der Solidarität“ reihen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer im öffentlichen Raum mit jeweils drei Metern Abstand zueinander auf. Große Menschenansammlungen und gesundheitliche Gefährdung werden so vermieden. Der Protest unterstreicht: Die solidarische Gesellschaft ist da, hält zusammen und steht füreinander ein. Zudem wird es eine Reihe von Beteiligungsmöglichkeiten von Zuhause aus geben – für alle, die nicht vor Ort sein möchten oder können.

In einer Videobotschaft zum Aktionstag fordert der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, eine stärkere Berücksichtigung der Interessen von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie sowie nachhaltige und umfassende Veränderungen insbesondere im bundesdeutschen Bildungssystem. „Auch in Deutschland trifft die Pandemie uns alle, doch bei Weitem nicht alle gleich. Während die Belange der Autoindustrie, der Fußball-Bundesliga oder der Möbelhäuser rauf und runter diskutiert wurden und wochenlang die Schlagzeilen beherrschten, spielten die Interessen von Kindern und Jugendlichen eine weitgehend nachrangige Rolle. Wir haben speziell in den letzten drei Monaten eine grundlegende Geringschätzung gegenüber den Bedürfnissen von Kindern in Deutschland erlebt. Kinder waren und sind viel zu oft einfach nur Regelungsgegenstand von Politik. Wir müssen in der jetzigen Krisensituation feststellen, dass beispielsweise Zugänge zu politischer Beteiligung für Kinder und Jugendliche kaum vorhanden sind und fast ausschließlich nur schmückendes Beiwerk für Schönwetterphasen zu sein scheinen. Hier wiederholt sich ein bekanntes Muster: Wenn es um Entscheidungen mit Tragweite geht, wird die Meinung der Kinder und Jugendlichen nicht berücksichtigt. Ihr Beteiligungsrecht an den politischen Entscheidungen wird schlichtweg übergangen. Hier ist eine Kehrtwende hin zu echter Mitbestimmung notwendig. Die Corona-Krise hat in aller Deutlichkeit gezeigt, dass Bildungs- und Teilhabechancen eng mit dem Geldbeutel der Eltern verknüpft sind. Damit sich die herkunftsbedingte Schere nicht noch weiter öffnet, müssen jetzt dringend nachhaltige und umfassende Veränderungen in den Unterstützungsleistungen für arme Kinder und ihre Familien wie auch für ein gerechteres Bildungssystem angestoßen werden“, so Holger Hofmann.

Den Aufruf, die Liste der Erstunterzeichnenden und Informationen zum Aktionskonzept „Band der Solidarität“ finden Sie unter www.unteilbar.org.