12.11.2019

Algermissen bleibt „Kinderfreundliche Kommune“

Der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. verlängert das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ für die Gemeinde Algermissen um weitere drei Jahre. Damit würdigt der Verein den zweiten Aktionsplan, mit dem die Gemeinde die nachhaltige Verankerung der Interessen von Kindern und Jugendlichen in der Verwaltung sowie auf der gesamten lokalen Ebene fortsetzt. Der Aktionsplan knüpft an die erfolgreich umgesetzten Maßnahmen des ersten Aktionsplans an, zu dem sich Algermissen 2014 verpflichtet hatte. Der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. begleitet weiterhin den gesamten Prozess.

Bürgermeister Wolfgang Moegerle lud heute zur Feier der Siegelverlängerung in die Grundschule von Algermissen ein. Als Zeichen der weiteren Zusammenarbeit und Auszeichnung der Gemeinde überreichte Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V., die entsprechende Urkunde.

Die weiterführenden Maßnahmen des zweiten Aktionsplans wurden gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen in einer Zukunftswerkstatt und in einem partizipativen Prozess entwickelt.

Bürgermeister Wolfgang Moegerle sagte: „Wir sind sehr stolz auf die Verlängerung des Siegels für unsere Gemeinde. Wir freuen uns sehr über die Anerkennung, die uns in diesem bundesweiten Zusammenhang für unsere Arbeit ausgesprochen wird und werden uns weiter wie bisher mit großem Engagement  für unsere Kinder und ihre Familien einsetzen.“

Dominik Bär betonte im Namen des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V.: „Algermissen ist eine kleine, aber besonders engagierte Kommune, die bereits eine Vielzahl von Maßnahmen zur Stärkung von Kinder- und Jugendrechten auf den Weg gebracht hat. Wir begrüßen insbesondere die Etablierung eines Kinder- und eines Jugendbeirats, die es jungen Gemeindebewohner_innen ermöglichen politische Prozesse mitzugestalten und zu steuern. Algermissen hat es geschafft, das Thema ‚Kinderrechte‘ in allen Verwaltungsbereichen zu verankern und zu stärken. Mit dem neuen Aktionsplan sind diese ambitionierten Ziele nun fortgeschrieben worden.“

Auch der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, war bei der Siegelverlängerung in Algermissen dabei. Er sagte: „Nach der Aufstellung des ersten Aktionsplanes und der Verleihung des Siegels im Jahr 2016 hat die Gemeinde Algermissen gezeigt, dass sie entgegen aller finanziellen Herausforderungen zum Trotz eine strukturelle Verankerung der Kinderrechte sowie deren engagierte Umsetzung in 14 Einzelmaßnahmen erreichen konnte. Es gilt nun weitere Stufen auf dem Weg zur kinderfreundlichen Kommune zu nehmen, die im neuen Aktionsplan klar benannt sind, doch die Kinderrechte sind aus dem Leitbild der Kommune nicht mehr wegzudenken.“

Die Sachverständigen des Vereins, Stefan Bräunling, Peter Apel und Jürgen Brodbeck, lobten: „Algermissen kann auf eine Reihe erfolgreicher Maßnahmen der vergangenen Jahre zurückblicken und zurecht stolz auf das Erreichte sein. Die Kinder und Jugendlichen zeigen, dass sie sich ambitioniert für ihre Gemeinde einsetzen und aktiv ihren Lebensraum mitgestalten wollen und können. Durch den neuen Aktionsplan wird dieses Engagement weiter gefördert und unterstützt. Nicht zuletzt ist die Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten immer auch nachhaltig, denn sie motiviert junge Menschen sich am Gemeinwesen zu beteiligen und fördert die Lebensqualität aller Generationen vor Ort.“

Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch die Stadtverordnetenversammlung prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre.

Das Vorhaben wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative. Diese hat ein weltweit anwendbares Rahmenwerk für die Verwirklichung der Kinderrechte auf kommunaler Ebene erarbeitet. In Deutschland haben sich bereits zahlreiche Kommunen der Initiative angeschlossen – darunter Köln, Potsdam, Weil am Rhein, Stuttgart und Wolfsburg.

Das Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

www.kinderfreundliche-kommunen.de

www.childfriendlycities.org