Elisa Bönisch

Leiterin Fachstelle Kinderrechtebildung

030 - 308693-28
Aufruf an bund und länder

Wir fordern ein Bundesqualitätsgesetz für Kitas

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert gemeinsam mit 38 Verbänden, Nichtregierungsorganisationen und Einzelpersonen in einem gemeinsamen Aufruf die Einführung eines Bundesqualitätsgesetzes für Kindertageseinrichtungen.

Dieses Gesetz muss folgende Inhalte realisieren:

  1. Es muss einheitliche Standards festschreiben und ausschließlich Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung fördern.
  2. Zu den flächendeckend geltenden Mindeststandards muss ein verbesserter Fachkraft-Kind-Schlüssel gehören, der sich an den wissenschaftlichen Empfehlungen orientiert. Hierfür ist ein Schlüssel von 1:2 für unter Einjährige, 1:3 für Ein- bis Dreijährige, 1:8 für Dreijährige bis Kinder zum Schuleintritt und 1:10 für Kinder ab sechs Jahren anzusetzen.
  3. Es ist ausreichend Zeit für die mittelbare pädagogische Arbeit zu berücksichtigen. Die Vielfalt der Anforderungen an die frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung setzt gründliche Planung und Reflexion der pädagogischen Arbeit, Beobachtung und Dokumentation, enge Zusammenarbeit mit Eltern, Fort- und Weiterbildungen, Zeit für die Beratung im Team und für die Kooperation mit Schulen und anderen Partnern voraus. Hierfür sind mindestens 25 Prozent der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit einzuplanen.
  4. Leitungskräfte müssen für die komplexen Anforderungen und Aufgaben ausreichend zeitliche Ressourcen haben und von Verwaltungstätigkeiten entlastet werden. Sie managen den pädagogischen, personellen und wirtschaftlichen Betrieb und tragen die Verantwortung für Konzeption, Personalführung, Teamentwicklung, Kooperationen und vieles mehr. Hierfür sind 20 Stunden je Woche einzuplanen. Dieser Umfang ist durch 0,35 h pro Ganztagsplatz auszuweiten.
  5. Die Beteiligung der Fachkräfte, Verbände, Gewerkschaften, Wissenschaft und zivilgesellschaftlicher Akteure bei der Umsetzung und Weiterentwicklung dieser Qualitätsmerkmalemuss sowohl auf Bundesebene als auch auf Länderebene strukturell verankert werden.
„Wir können unsere deutschlandweite Arbeit für Kinder nur dank unserer Vereinsmitglieder, zahlreicher Einzelspenderinnen und -spender und Fördererinnen und Förder durchführen. Es ist Grundlage unserer Arbeit, umfassend offen zu legen, wofür wir die uns anvertrauten Mittel verwenden.“

„Bei der dringend notwendigen Verbesserung des Personalschlüssels in den Kitas geht es weiterhin viel zu langsam voran. Wir sind in Deutschland noch immer ein großes Stück von den wissenschaftlich empfohlenen Standards entfernt. In 15 von 16 Bundesländern werden mehr als die Hälfte der Kinder in Gruppen mit einem nicht kindgerechten Personalschlüssel betreut, deutschlandweit betrifft das fast dreiviertel der Kinder. Wir brauchen hier mehr Tempo als bisher, um diese Situation schnell zu verbessern."

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes

Neben dem Deutschen Kinderhilfswerk haben unter anderem der AWO Bundesverband, der Verband katholischer Tageseinrichtungen, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften und der Deutsche Kitaverband den Aufruf unterzeichnet.

Hier geht es zur ausführlichen Pressemitteilung.

Hier können Sie sich den Aufruf mit allen Unterzeichnenden herunterladen.