Diese sechs tollen Projekte sind für den Deutschen Kinder- und Jugendpreis 2026 in den Kategorien Politisches Engagement, Solidarisches Miteinander und Kinder- und Jugendkultur nominiert.
Über 100 Projekte haben sich für den diesjährigen Kinder- und Jugendpreis beworben und wie immer fiel uns die Auswahl bei so vielen kreativen, mutmachenden und wichtigen Kinder- und Jugendprojekten schwer.
Welches Projekt den Deutschen Kinder- und Jugendpreis in den Kategorien Politisches Engagement, Solidarisches Miteinander und Kinder- und Jugendkultur erhält, entscheidet der Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes. Zuvor hat eine Fachjury die Vorauswahl getroffen und geprüft, ob die Projekte die Kriterien für den Preis erfüllen.
In jeder der drei Kategorien wird das Preisträgerprojekt mit 6.000 Euro gekürt. Darüber hinaus gibt es jeweils eine lobende Erwähnung, die mit 3.000 Euro dotiert ist. Der Europa-Park JUNIOR CLUB Award hat ebenfalls ein Preisgeld von 3.000 Euro. Hier entscheidet ein Online-Voting, wer diesen Award mit nach Hause nimmt.
Die Preisverleihung findet am 22. Juni 2026 bei unserem Partner im Europa-Park in Rust statt.
NOMINIERT IN DER KATEGORIE „POLITISCHES ENGAGEMENT“
Kinder einer Grundschule haben in der Nachmittagsbetreuung gemeinsam mit pädagogischer Unterstützung eine Radiosendung gestaltet, in der sie sich mit den Themen Nationalsozialismus, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt auseinandersetzten. In eigenen Beiträgen erklären sie, was Nazis sind, erzählen die Geschichte von Anne Frank und sprechen darüber, was Demokratie für sie bedeutet. Durch viele Recherchen, Diskussionen und die kreative Umsetzung ihrer Ergebnisse, entwickelten die Kinder ein tiefes Verständnis für historische Verantwortung und demokratische Werte. Das Projekt fördert Medienkompetenz, kritisches Denken und Mut, sich mit politisch schwierigen Themen auseinanderzusetzen.
In diesem Projekt setzten sich Schüler*innen der Nelson-Mandela-Schule mit Kolonialismus, Rassismus, Erinnerungskultur und ihren eigenen Erfahrungen auseinander. Über mehrere Monate traf sich eine Projektgruppe, die sich forschend, kreativ und kritisch mit dem Park und seinen historischen Bedeutungen beschäftigte. Dabei ging es stets darum, junge Perspektiven sichtbar zu machen, insbesondere von Jugendlichen, deren Erfahrungen mit Migration, Ausgrenzung und Rassismus in öffentlichen Diskursen selten vorkommen. Am Aktionstag zur Präsentation der Ergebnisse führten die Jugendlichen Besucher*innen durch den Park, erklärten historische Zusammenhänge, präsentierten ihre Recherchen und luden in Ausstellungen und Hörstationen zum Austausch ein.
NOMINIERT IN DER KATEGORIE "KINDER- UND JUGENDKULTUR"
In den Sommerferien 2025 führte der Spielpark Linden einen Comic-Workshop für Kinder von sechs bis 13 Jahren durch. Dabei entwickelte eine Gruppe von Kindern einen Comic zum Kinderrecht “Schutz vor Gewalt”. Die Kinder bestimmten selbst, welches Kinderrecht sie behandeln wollen sowie die Inhalte und die Sprache ihres Comics. Der Comic wurde als Minibuch gedruckt und zum Weltkindertag sowie in Schulen und verschiedenen Einrichtungen verteilt. Der Comic zeigt die Lebensrealitäten, Erfahrungen und Sichtweisen von Kindern und macht so die Inhalte für sie verständlich und emotional zugänglich. Das Projekt stärkt kreativen Ausdruck, Medienkompetenz, Partizipation und das Bewusstsein von Kindern für ihre Rechte.
Eine Gruppe von Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren erarbeitete unter Leitung der Theaterpädagogin Judit Grunewald ein innovatives Theaterstück, das TikTok-Videos auf die Bühne brachte. Das Stück thematisiert auf kreative und unterhaltsame Weise die Mechanismen hinter TikTok und die Gefahren übermäßiger Social-Media-Nutzung. Die Jugendlichen setzten sich kreativ und kritisch mit der Macht von Social Media auseinander, entwickelten dabei ihre künstlerischen Fähigkeiten weiter und schufen durch den außergewöhnlich hohen Partizipationsanteil ein authentisches Stück Jugendkultur. Das Besondere an dem Projekt: Die Jugendlichen übernahmen die Regie aller improvisierten Szenen ohne Manuskript.
NOMINIERT IN DER KATEGORIE "SOLIDARISCHES MITEINANDER"
Mit der "Pieksekiste" setzt sich die 16-jährige Leonie aus Obershausen für krebskranke Kinder ein. Mit kreativen Aktionen, kleinen Geschenken und Überraschungen möchte sie Kindern mit Leukämie Freude, Ablenkung und Hoffnung schenken. Die Idee zum Projekt hatte Leonie in der 9. Klasse im Rahmen einer Schulprojektprüfung. Ihre Aufgabe war es, ein Projekt zu entwickeln, das nicht nur präsentiert, sondern auch praktisch umgesetzt werden kann. Leonie wollte etwas entwickeln, das Freude bringt und Hoffnung schenkt. Um die Planung, Durchführung und Nachbereitung der Aktionen mit der “Pieksekiste”, die liebevoll gestaltet ist und in der sich kleine Schätze zum Spielen, Basteln und Staunen befinden, kümmert sich Leonie komplett selbstständig.
Naturbewusste Jugendliche im Alter zwischen sechs und 15 Jahren aus Wittmund begeistern Kinder, die in Hochhäusern wohnen und keinen eigenen Garten haben, auf ihren Balkons Gemüse anzubauen. Sie kümmern sich online und durch Besuche um die jungen Gärtnerinnen und Gärtner. Auch in Grundschulen informieren sie Kinder über Möglichkeiten, Gemüse auf dem eigenen Balkon zu pflanzen. Im Projekt arbeiten Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, mit und ohne Behinderung zusammen. Dabei erfahren sie Selbstwirksamkeit, entwickeln einen intensiven Bezug zur Natur, übernehmen Verantwortung und lernen, sich bewusster zu ernähren.
