Bonn wird Schritt für Schritt kinderfreundlicher

Bonn zieht eine positive Halbzeitbilanz als „Kinderfreundliche Kommune“ und setzt den Aktionsplan für mehr Kinderrechte und Beteiligung erfolgreich um.

Ein Mädchen sitzt in Mitten von anderen Kindern und spricht in ein Mikrofon.

Die Bundesstadt Bonn und der Verein Kinderfreundliche Kommunen haben am Donnerstag, 5. November 2026, beim offiziellen Halbzeitgespräch eine positive Zwischenbilanz bei der Umsetzung des Vorhabens „Kinderfreundliche Kommune“ gezogen: Erste Maßnahmen aus dem Aktionsplan 2025-2027 sind umgesetzt, die Runde schaute auch auf Herausforderungen und das weitere Vorgehen.

Um Bonn noch kindgerechter zu gestalten und in den Vordergrund zu stellen, was Kinder und Jugendliche wünschen und brauchen, unterzeichnete die Bundesstadt Bonn im Februar 2023 die Vereinbarung mit dem Verein „Kinderfreundliche Kommunen“. Kern der Vereinbarung ist ein Aktionsplan, der im Dezember 2024 vom Stadtrat beschlossen wurde. Am 6. März 2025 erhielt Bonn das Siegel "Kinderfreundliche Kommune". Die Auszeichnung würdigt die Selbstverpflichtung der Bundesstadt zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und des Aktionsplans für mehr Kinderfreundlichkeit. Der Verein Kinderfreundliche Kommunen wird von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragen und begleitet den gesamten Prozess.

Wichtige Meilensteine bereits erreicht

Seit dem Start des dreijährigen Aktionsplans, der auf einer Befragung von mehr als 2.000 Bonner Kindern und Jugendlichen basiert, hat die Stadt Bonn bereits entscheidende Weichen gestellt. Ein wichtiger Schritt war dabei beispielsweise die Verankerung der Kinder- und Jugendrechte in der Hauptsatzung der Stadt Bonn im September 2025. Im Halbzeitgespräch in der Internationalen Begegnungsstätte tauschten sich die beteiligten Akteurinnen und Akteure gemeinsam mit den Sachverständigen des Vereins Kinderfreundliche Kommunen über den bisherigen Stand der Umsetzung aus und berieten, welche Herausforderungen es gibt und wie die nächsten Schritte aussehen.

Oberbürgermeister Guido Déus betont: „Kinderfreundlichkeit muss sich daran messen lassen, was sich für Kinder und Jugendliche tatsächlich verbessert. Mit unserem Aktionsplan haben wir uns dafür klare Ziele gesetzt und bereits wichtige Schritte umgesetzt. Die Verankerung der Kinder- und Jugendrechte in unserer Hauptsatzung ist ein Beispiel dafür. Gleichzeitig zeigt die Zwischenbilanz, dass noch einiges vor uns liegt. Unser Anspruch bleibt, Bonn Schritt für Schritt noch kinderfreundlicher zu gestalten.“

Die Beigeordnete für Schule, Soziales und Jugend, Azra Zürn, unterstreicht die Bedeutung der Beteiligung junger Menschen: „Kinder und Jugendliche haben einen eigenen Blick auf ihre Stadt und wissen, was sie in ihrem Alltag beschäftigt. Deshalb müssen wir ihnen zuhören und ihre Sichtweisen in unsere Entscheidungen einfließen lassen. Unser Ziel ist es, Kinderrechte und Beteiligung dauerhaft im Alltag unserer Stadt zu verankern.“ 

Mehr Kompetenzen für Kinder- und Jugendbeirat

Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, sagte zu den umgesetzten und noch anstehenden Maßnahmen: „Bonn zeigt in der Umsetzung seines Aktionsplans, wie vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche Schritt für Schritt im kommunalen Handeln verankert werden können. Mit der Erweiterung der Kompetenzen des Kinder- und Jugendbeirats erhalten junge Menschen mehr Möglichkeiten, ihre Anliegen in kommunale Entscheidungen einzubringen und dort Gehör zu finden. Auch die geplanten Safety Walks setzen auf die direkte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und geben ihnen die Möglichkeit, ihre Sicht auf sichere und unsichere Orte in Bonn einzubringen. So wird Beteiligung zunehmend zu einem nachhaltigen Bestandteil der kommunalen Entwicklung. Wir freuen uns über die bisherigen Ergebnisse und die Vorhaben, die Bonn in der zweiten Hälfte der Siegelphase angehen wird.“

Rat aus Jugendlichen bringt wichtige Perspektiven ein

Die Sachverständigen Claudia Kittel, Stefanie Schwalger und Aida Nejad begleiten die Stadt Bonn im gesamten Verfahren mit ihrer Expertise und zogen insgesamt eine positive Zwischenbilanz: „Seit der Siegelübergabe hat Bonn erste wichtige Schritte unternommen, um den öffentlichen Raum stärker an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen auszurichten. Für erste Flächen laufen unter Beteiligung von Jugendlichen Planungen, um sie zu attraktiven Bewegungsräumen umzugestalten. Gleichzeitig werden bestehende Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen auf Barrierefreiheit geprüft. Dabei bringt ‚Ju:in‘, der eigens gegründete Rat aus Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigungen, wichtige Perspektiven ein. Jetzt kommt es darauf an, Kinder und Jugendliche auch in die weitere Gestaltung einzubeziehen, Orte zu schaffen, an denen sich alle willkommen fühlen, und das Vorhaben ‚Kinderfreundliche Kommune‘ weiter in die Breite zu tragen.“

Ausblick: Dranbleiben ist die Devise

Das Halbzeitgespräch bescheinigt Bonn einen ambitionierten und erfolgreichen Kurs, hebt jedoch auch hervor, dass die kommenden Monate und Jahre intensiv genutzt werden müssen. Bis zum Ende der aktuellen Laufzeit 2027 gilt es, die begonnenen Projekte – wie die Belebung des öffentlichen Raums für Jugendliche, Beteiligungsstrukturen sowie die Verankerung der Kinderrechte im Handeln der Stadtverwaltung – weiter zu festigen und die noch nicht begonnenen Maßnahmen in die Wege zu leiten. Der Zwischenbericht zur Kinderfreundlichen Kommune kann hier abgerufen werden. 

Über die Kinderfreundlichen Kommunen

Seit über zehn Jahren begleitet der Verein Kinderfreundliche Kommunen Städte und Gemeinden und nun auch Landkreise bei der lokalen Umsetzung der Kinderrechte. Mehr als 60 Kommunen, die ihre Politik und Verwaltung auf Kinderfreundlichkeit ausrichten wollen, haben sich dem Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ angeschlossen – darunter Hannover, Köln, Mannheim, Potsdam und Stuttgart. Das Vorhaben basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative von UNICEF und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

www.kinderfreundliche-kommunen.de 

www.childfriendlycities.org 

_________________________________________________________________________

Ansprechpartner_innen:

Kinderfreundliche Kommunen e.V., Dominik Bär, Geschäftsführer, Telefon 01590 13 57 567,

E-Mail:  info@kinderfreundliche-kommunen.de

UNICEF Deutschland, Simone Morawitz, Pressereferentin, Telefon 0221 93650 257, E-Mail:  presse@unicef.de

Deutsches Kinderhilfswerk, Uwe Kamp, Pressesprecher, Telefon 030 308693 11, E-Mail:  presse@dkhw.de

Diese Nachrichten könnten Sie noch interessieren

Kinderrechte

Weihnachtswunder 2026: Spenden für Kinder in Bremen ab heute möglich

Lieblingssong wünschen und Gutes tun: Bei der Aktion Weihnachtswunder unterstützen Bremen Eins und Bremen Vier armutsbetroffene und geflüchtete Kinder in der Region. Das große Finale steigt vom 1. bis 4. Dezember live vom Domshof.

Kinder spielen auf einer abgesperrten Straße
Kinderrechte

Nordhausen zieht positive Zwischenbilanz als „Kinderfreundliche Kommune“

Von Safety Walks bis KinderRECHTEfest: Junge Menschen gestalten ihre Stadt mit

Ein Mädchen klettert an einer Wand mit bunten Klettergriffen.
Kinderrechte

Bundeshaushalt 2027: Breites Verbändebündnis im Ratschlag Kinderarmut fordert Investitionen gegen Jugendarmut

Die Zukunftschancen junger Menschen müssen gesichert werden!