Nordhausen zieht positive Zwischenbilanz als „Kinderfreundliche Kommune“

Von Safety Walks bis KinderRECHTEfest: Junge Menschen gestalten ihre Stadt mit

Kinder spielen auf einer abgesperrten Straße

Die Stadt Nordhausen hat heute die positive Halbzeitbilanz der Aktionsplanumsetzung und den Zwischenbericht des Programms „Kinderfreundliche Kommune“ im Ausschuss für Generation, Bildung und Sport präsentiert. Nordhausen trägt das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ seit 2025. Mit dem Erhalt des Siegels hatte sich die Stadt Nordhausen dazu bekannt, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und die gesteckten Ziele innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren zu erreichen. 

Oberbürgermeister Kai Buchmann freute sich über die Erfolge, die Nordhausen seit der Siegelübergabe erreicht hat: „Die Stadt Nordhausen ist auf einem guten Weg, Kinderrechte konsequent zu stärken und Kinderfreundlichkeit als festen Bestandteil kommunalen Handelns zu verankern. Mit dem Stadtratsbeschluss von 2021 stärken wir die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen am öffentlichen Leben und geben ihren Rechten, Interessen und Bedürfnissen mehr Raum. Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, ernst genommen zu werden. Das Siegel ist für uns deshalb Motivation und Verpflichtung zugleich, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern, der Steuerungsgruppe und natürlich den Kindern und Jugendlichen selbst sowie auf ihre Ideen, Impulse und Unterstützung. Denn nur gemeinschaftlich können wir eine kinderfreundliche Zukunft für Nordhausen gestalten.“

Andreas Trump, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Jugend und Soziales, betonte: „Eine kinderfreundliche Kommune zeigt sich am Ende nicht allein an einem Siegel, sondern daran, ob Kinder und Jugendliche im Alltag erfahren, dass ihre Perspektive zählt. In Nordhausen sind dafür erste konkrete Strukturen geschaffen worden. Jetzt kommt es darauf an, Beteiligung verlässlich weiterzuführen, Ergebnisse sichtbar zu machen und Kinderinteressen selbstverständlich in Entscheidungen einzubeziehen, die ihre Lebenswelt unmittelbar betreffen.“

Der Aktionsplan beinhaltet 14 Maßnahmen, die vier Themenbereichen zugeordnet sind: 

• Im Themenbereich „Kindeswohl“ sind zum Beispiel die Safety Walks, die jährlich durchgeführt werden, erfolgreich angelaufen. In Zusammenarbeit mit der beteiligten Grundschule Bertolt Brecht konnten Gefahrenzonen ermittelt und Verkehrsschilder und Sperrmarkierungen errichtet werden, die das das Sicherheitsgefühl beim Schulweg stärken konnten. 

• Im Themenbereich „Kinderfreundliche Rahmenbedingungen“ wurde mit der Ernennung aller sieben Kinder- und Jugendbeauftragte ein niedrigschwelliges Angebot zur Vertretung der Kinderinteressen errichtet. Auch die Sicherstellung finanzieller Mittel für Kinder- und Jugendbeteiligung ist zu großen Teilen abgeschlossen. 

• Im Themenbereich „Partizipation“ wurden verschiedene Beschwerdemöglichkeiten errichtet wie beispielsweise der Kontaktkasten in der Stadtbibliothek. Zudem wird ein Konzept für Kinder- und Jugendbeteiligung basierend auf den erarbeiteten Ergebnissen aus den bereits stattgefundenen Werkstätten entwickelt und die Satzung des Kinder- und Jugendstadtrates stärker an die Bedürfnisse junger Menschen angepasst.

• Im vierten Themenbereich „Information“ wird das jährliche Kinderrechtefest veranstaltet, das spielerisch die UN-Kinderrechtskonvention in den Fokus rücken soll. Außerdem werden die Stadtratsinformationen in kind- und jugendgerechter Sprache verfasst, um sprachliche Barrieren abzubauen und politische Teilhabe zu verbessern.

Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, sagte zu den umgesetzten und noch anstehenden Maßnahmen der Kommune: „Nordhausen hat in der ersten Hälfte der Aktionsplanumsetzung wichtige Schritte unternommen, um Kinderrechte im kommunalen Handeln zu verankern. Die Bestellung von sieben Kinder- und Jugendbeauftragten in verschiedenen Ämtern möchte ich besonders hervorheben. Mit dieser dezentralen Struktur, die Kinderinteressen breit in der Verwaltung verankert, nimmt Nordhausen eine Vorreiterrolle ein. Über niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten können junge Menschen ihre Wünsche, Anregungen und Beschwerden einbringen, die auch in die Entwicklung eines städtischen Beteiligungskonzepts einfließen. Wir freuen uns über diese Fortschritte und sind gespannt, welche weiteren Impulse Nordhausen in der zweiten Hälfte der Siegelphase setzen wird.“

Sina Solaß, eine der beiden zuständigen Sachverständigen des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, stellet fest: „Seit der Siegelübergabe hat Nordhausen wichtige Schritte unternommen, um Kinderrechte im Alltag der Stadt zu stärken. Bei den Safety Walks haben Kinder und Jugendliche Gefahrenstellen in ihrem Umfeld aufgezeigt und damit konkrete Verbesserungen für mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität angestoßen. Dabei erleben sie, wie ihre Hinweise aufgegriffen werden und zur Gestaltung ihres Lebensumfelds beitragen. Besonders hervorzuheben ist hierbei, dass es der Stadt gelungen ist, kleine, aber wichtige bauliche Veränderungen schnell umzusetzen. So erfahren Kinder ihre Wirksamkeit unmittelbar. Auch das jährlich stattfindende KinderRECHTEfest rückt Kinderrechte mit kreativen, sportlichen und kulturellen Angeboten spielerisch und informativ in den Fokus der Stadtgesellschaft. Diese Entwicklungen machen deutlich, wie viel Nordhausen bereits bewegt hat – und bieten eine gute Grundlage, um Kinderrechte und Beteiligung künftig noch stärker im Stadtleben zu verankern.“ 

Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und durch Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch den Stadtrat prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre. 

Seit mehr als zehn Jahren begleitet der Verein Kinderfreundliche Kommunen Städte, Gemeinden und Landkreise bei der lokalen Umsetzung der Kinderrechte. Die UN-Kinderrechtskonvention wurde vor mehr als 30 Jahren von Deutschland ratifiziert. Mehr als 60 Kommunen, die ihre Politik und Verwaltung auf Kinderfreundlichkeit ausrichten wollen, haben sich bereits dem Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ angeschlossen – darunter Köln, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg. Das Vorhaben basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative von UNICEF, die in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert. Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

www.kinderfreundliche-kommunen.de  

www.childfriendlycities.org  

Ansprechpartner_innen:

Kinderfreundliche Kommunen e.V., Dominik Bär, Geschäftsführer, Telefon 01590 13 57 567,

E-Mail:  info@kinderfreundliche-kommunen.de

Stadt Nordhausen, Steffi Pfeiffer, Koordinatorin „Kinderfreundliche Kommune“, Telefon 03631 696 9180, E-Mail:  KiJuStaR@nordhausen.de 

UNICEF Deutschland, Simone Morawitz, Pressereferentin, Telefon 0221 93650 257, E-Mail:  presse@unicef.de 

Deutsches Kinderhilfswerk, Uwe Kamp, Pressesprecher, Telefon 030 308693 11, E-Mail:  presse@dkhw.de 

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