Vorfahrt für Kinderrechte

Bundesweit hunderte Aktionen für Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz - Zentraler Auftakt in Berlin

Mit seiner Auftaktveranstaltung zum Weltkindertag fordert das Aktionsbündnis Kinderrechte - UNICEF, Deutsches Kinderhilfswerk und Deutscher Kinderschutzbund -, dass die international verbrieften Kinderrechte endlich in das deutsche Grundgesetz aufgenommen werden. Kurz vor der Bundestagswahl appelliert das Aktionsbündnis Kinderrechte heute an alle Parteien, in der kommenden Wahlperiode Politik für Kinder zur vorrangigen Aufgabe zu machen.

„Das Wohl der Kinder steht auf der politischen Tagesordnung zu weit unten. Wir brauchen ein klares Signal, damit die Interessen der Kinder in unserer Gesellschaft endlich Vorrang erhalten“, sagte die Schauspielerin und UNICEF-Patin Christiane Paul bei der zentralen Aktion mit hundert Kindern aus ganz Deutschland vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen fünf und 17 Jahren verdeutlichen das Motto des diesjährigen Weltkindertages „Vorfahrt für Kinderrechte“ mit ihren „Fahrzeugen“ - Bobbycars, Roller und Fahrräder.

„Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen in schwierigen Verhältnissen auf. Sie leiden unter zunehmender Kinderarmut und ungleichen Bildungschancen“, sagte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes Thomas Krüger. „Um ihre Lage zu verbessern, ist ein umfassender Perspektiv- und Politikwechsel nötig.“

„Es ist höchste Zeit, die Interessen der Kinder in den Mittelpunkt der politischen Reformen in Deutschland zu stellen“, sagte der Vorsitzende von UNICEF Deutschland Dr. Jürgen Heraeus. „Der Tierschutz ist seit langem als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Doch die international verbrieften Kinderrechte kommen dort bislang nicht vor.“

„Politiker müssen Kinder und Jugendliche endlich ernst nehmen“, sagte Enie van de Meiklokjes, TV-Moderatorin und Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Mädchen und Jungen haben ein Recht darauf, dass ihre Meinung gehört wird und dass sie an den Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt werden.“

„Alle Kinder haben ein Recht auf bestmögliche gesundheitliche Versorgung. Kinder, die in Armut leben, fallen häufig aus der Gesundheitsfürsorge heraus. Das gilt auch und gerade für Kinder, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind“, betonte Prof. Hubertus Lauer, Vizepräsident des Deutschen Kinderschutzbundes. „Die immer noch bestehenden Vorbehalte gegen die umfassende Umsetzung der Kinderrechte in nationales Recht sind daher endlich zurück zu nehmen.“                                                                           
                                                                                           

Zum Weltkindertag 2009 finden bundesweit viele hundert Aktionen statt - alle unter dem gemeinsamen Motto „Vorfahrt für Kinderrechte“. Alle Menschen in Deutschland sind aufgerufen, die Forderung nach Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu unterstützen. Im Internet unter www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de kann jeder seine Stimme abgeben.

Alle Staaten der Welt – mit Ausnahme der USA und Somalias – haben sich mit der Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet, „alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und  sonstigen Maßnahmen zur Verwirklichung der in diesem Übereinkommen anerkannten Rechte“ zu treffen. Dazu gehört auch die Aufnahme der Kinderrechte in die Verfassung.

20 Jahre nach der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention und 17 Jahre nach ihrem Inkrafttreten in Deutschland spielen die Interessen der Kinder und Jugendlichen in unserem Land noch immer eine Nebenrolle. Sie haben nur wenig Möglichkeiten sich an politischen Prozessen und Entscheidungen zu beteiligen. Das Aktionsbündnis Kinderrechte will erreichen, dass Kinderrechte als Grundrechte verankert werden. Festgeschrieben werden soll:

  • der Vorrang des Kindeswohls bei allen Kinder betreffenden Entscheidungen,
  • das Recht des Kindes auf Anerkennung als eigenständige Persönlichkeit,
  • das Recht des Kindes auf Entwicklung und Entfaltung,
  • das Recht des Kindes auf Schutz, Förderung und einen angemessenen Lebensstandard,
  • das Recht des Kindes auf Beteiligung, insbesondere die Berücksichtigung seiner Meinung entsprechend Alter und Reifegrad,
  • die Verpflichtung des Staates, für kindgerechte Lebensbedingungen Sorge zu tragen.


Mit einer im Mai gestarteten Online-Umfrage hat das Aktionsbündnis Kinderrechte Kinder und Jugendliche in Deutschland aufgerufen, sich aktiv in den Bundestagswahlkampf einzumischen. Auf www.kindersache.de können Mädchen und Jungen einen Themenkatalog zu insgesamt acht Bereichen - von Schule und Kindergarten bis zur Außenpolitik - mit den für sie wichtigsten politischen Themen festlegen. Mehr als 1.100 Mädchen und Jungen haben den Fragebogen bereits ausgefüllt. Zum Thema Beteiligung und Kinderrechte liegen die Forderungen nach mehr Mitbestimmung in der Schule und nach Kinderrechten im Grundgesetz vorn. Eine komplette Auswertung der Umfrage wird kurz nach der Bundestagswahl auf www.kindersache.de  veröffentlicht.

 
Rückfragen bitte an UNICEF, Helga Kuhn, 0221/93650-234,
Deutsches Kinderhilfswerk, Michael Kruse, 030/308693-11
Deutscher Kinderschutzbund, Gabriele Petersen, 030/2148090.


Weitere Informationen unter www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de 

http://www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de 

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Diese Nachrichten könnten Sie noch interessieren

Kinderrechte

Weihnachtswunder-Spenden essenziell für Kinder- und Jugendprojekte im Nordwesten

Das Deutsche Kinderhilfswerk freut sich über den großen Erfolg des diesjährigen „Weihnachtswunders“. Bei der gemeinsamen Spendenaktion mit Radio Bremen sind rund 250.000 Euro zusammengekommen. Vom 2. bis 5. Dezember konnten sich die Hörerinnen und Hörer von Bremen Eins und Bremen Vier Musiktitel wünschen, die während der 80-stündigen Marathonsendungen auf den beiden Sendern gespielt wurden. Mit…

Bild vom Bremer Weihnachtsmarkt. In der Mitte ist das gläserne Studio zu sehen. Die Moderator*innen stehen auf dem Balkon des Studios. Unten stehen viele Menschen. Es ist dunkel und alles ist weihnachtlich geschmückt.

"Weihnachtswunder" wird wahr: Fast eine Viertelmillion Euro für Kinder im Nordwesten

Ein neuer Spendenrekord! Bei der Aktion Weihnachtswunder von Radio Bremen und dem Deutschen Kinderhilfswerk kamen in diesem Jahr knapp 250.000 Euro zusammen, die für Projekte im Nordwesten eingesetzt werden. Mit dabei waren auch prominente Musik Acts wie Stefanie Heinzmann und Bosse!

Kinderrechte

Deutsches Kinderhilfswerk fördert Kinderrechte-Projekt „Schmiere-Schmatzes Kultur-Kaleidoskop“ aus Wiesbaden mit 5.072 Euro

Das Projekt „Schmiere-Schmatzes Kultur-Kaleidoskop“ der Elterninitiative Kindergruppe Schmiere-Schmatze e.V. wird mit 5.072 Euro gefördert.