Regensburg trägt das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ unbefristet

Regensburg erhält unbefristet das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Damit würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. die Verabschiedung von Standards, mit denen die Stadt die Interessen von Kindern und Jugendlichen dauerhaft verankert. Die Standards knüpfen an die beiden Aktionspläne an, die Regensburg 2015 und 2019 beschlossen hat.

Vor zehn Jahren, am 10. Dezember 2012, ist Regensburg dem Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ beigetreten und wurde im Februar 2015 mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet. Mit der unbefristeten Vergabe des Siegels wird die Verpflichtung der Stadt zur Umsetzung der UN-Kinderrechte nun verstetigt. Eine Überprüfung dieser Verpflichtung findet in einem Dreijahres-Rhythmus durch den von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragenen Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. statt.

Bei der Jubiläumsfeier mit Siegelentfristung unterzeichneten Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Haimo Liebich, Vorstandsmitglied des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V., eine Vereinbarung über die unbefristete Zusammenarbeit im Programm „Kinderfreundliche Kommunen“.

Die Stadt Regensburg hat vorbildliche Strukturen für Kinderfreundlichkeit entwickelt: So ist beispielsweise die systematische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen fest etabliert. Es werden durch verbindliche Qualitätsstandards und Regelungen eine kinderfreundliche Stadtplanung und Stadtentwicklung vorangetrieben. Die Kinderfreundlichkeit der Stadt zeigt sich unter anderem auch an dem dichten Netz an attraktiven Spielplätzen und den Spielpunkten in der historischen Altstadt.

Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer betonte: „Das besondere an Regensburg ist, dass wir gemeinsam nachhaltige Strukturen geschaffen haben, mit denen wir systematisch dafür sorgen, dass die Kinderrechte bei uns umgesetzt werden. Kinderfreundlichkeit wird von uns als Querschnittsthema verwaltungsübergreifend bearbeitet. Wir sehen die Kinder und Jugendlichen, wir hören sie und wir nehmen sie ernst. Die Standards, zu denen wir uns verpflichten, werden uns dabei helfen, die Kinderrechte nicht aus dem Blick zu verlieren.“

Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein fügte hinzu: „Durch die Beteiligung lernen Kinder, dass ihre Anliegen und Wünsche gehört und ernstgenommen werden. Das stärkt ihr Grundvertrauen in unsere Demokratie. Dies ist heute wichtiger denn je.“

Haimo Liebich bekräftigte als Vorstandsmitglied des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V.: „Regensburg ist eine unserer Leuchtturmkommunen und nimmt im Netzwerk der Kinderfreundlichen Kommunen eine besondere Position ein. Vor zehn Jahren ist Regensburg unserem Programm beigetreten und wir freuen uns sehr, dass nun die Siegelentfristung stattfindet. Die Stadt hat beträchtliche Maßnahmen entwickelt, um die UN-Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene zu verankern. Hervorzuheben sind hierbei vor allem das Konzept zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie die Entwicklung eines Kinderbeirats und eines Jugendbeirats. Durch das jährliche Budget für den Jugendbeirat können Jugendliche Projekte eigenverantwortlich initiieren und fördern, eine besonders starke Maßnahme zur Förderung der Umsetzung der Kinderrechte. Mit der Verpflichtung zur Umsetzung der gemeinsam erarbeiten Standards wird Regensburg seinen kinderfreundlichen Weg fortsetzen.“

Cornelia Scharf und Simone Rieth, Sachverständige des Vereins, lobten: „Regensburg hat bei der lokalen Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in den letzten Jahren viel erreicht. Insbesondere im Bereich Teilhabe und Inklusion hat sich die Stadt positiv hervorgehoben. Bei dem Bau des Inklusions-spielplatzes im Brixenpark waren sowohl Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung beteiligt – unabhängig von Alter, Geschlecht, Fähigkeit oder Herkunft ist hier ein Ort des Spielens für alle entstanden. Dafür wurde die Stadt sogar mit dem ‚Cities Inspire Award‘ ausgezeichnet. Mit der etablierten Spielleitplanung konnte Regensburg über viele Jahre hinweg eine fortlaufende und systematische Beteiligungsstruktur sowohl auf der Quartiersebene als auch für die Gesamtstadt festschreiben. Als fortlaufende und systematische Beteiligungsstruktur ist diese ebenso in der Gesamtstadt wie auch in der Quartiersebene etabliert. Mit der Siegelentfristung verpflichtet sich die Stadt, die Standards einzuhalten. Regensburg bleibt somit weiterhin als kinderfreundliche Kommune ein Vorbild für die gesamte Region.“

Seit zehn Jahren begleitet der Verein Kinderfreundliche Kommunen Städte und Gemeinden bei der lokalen Umsetzung der Kinderrechte. Die UN-Kinderrechtskonvention ist seit 30 Jahren von Deutschland ratifiziert. Über 40 Kommunen, die ihre Politik und Verwaltung auf Kinderfreundlichkeit ausrichten wollen, haben sich dem Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ angeschlossen – darunter Köln, Potsdam, Wolfsburg, Hanau und Senftenberg. Das Vorhaben basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative von UNICEF und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Informationen – auch zu den Aktionsplänen der Stadt Regensburg – unter www.kinderfreundliche-kommunen.de , www.childfriendlycities.org , https://www.regensburg.de/kinderfreundliche-kommune , https://www.regensburg.de/kinderfreundliche-stadt  und https://www.regensburg.de/leben/familien/familienfreundliche-stadt/siegel-kinderfreundliche-kommune/umsetzungsstand 

Weitere Informationen und Rückfragen:

Kinderfreundliche Kommunen e.V., Geschäftsführer Dominik Bär, Telefon 01590-1357567, E-Mail  info@kinderfreundliche-kommunen.de

Stadt Regensburg, Amt für kommunale Jugendarbeit, Telefon 0941-507-1552, E-Mail:  kommunale_jugendarbeit@regensburg.de

UNICEF Deutschland, Valena Brand, Pressereferentin, Telefon 0221-93650-633, E-Mail  presse@unicef.de

Deutsches Kinderhilfswerk, Uwe Kamp, Pressesprecher, Telefon 030-308693-11, E-Mail  presse@dkhw.de

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