Kleine Waldforscher*innen

Feuerwanzen, Blätter, Blumen, Stöcke – im Lebensraum Wald gibt es viel zu entdecken. Was Kinder dabei über den sinnvollen Einsatz von Medien lernen und wie ihnen das bei der Sprachentwicklung hilft, zeigt das Projekt "Medien in der Kita - Reportagen der Waldforscher" des Paritätischen Sprachheilkindergartens Pusteblume in Gifhorn. Unser Projekt des Monats Mai.

Ein Mädchen steht mit einem Tablet im Wald. Auf dem Bildschirm sieht man einen Käfer.

Der Sprachheilkindergarten Pusteblume organisiert regelmäßig Waldtage. Dabei lernen Kinder ab vier Jahren den Wald auf spielerische Weise kennen. Was die Kinder entdecken, dokumentieren sie. Sie nehmen die Rolle von Waldforscher*innen, Reporter*innen und Kameraleuten ein: Was können wir im Wald finden? Welche Tiere leben hier? Wie können wir wie das festhalten, fotografieren oder filmen? Für das Projekt hat der Kindergarten verschiedene Medien angeschafft: Tablets, Videokameras, Fotoapparate aber zum Beispiel auch Handlupen und Ferngläser. Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert das Projekt über seinen Fonds für Medienkompetenz. 

Medien sinnvoll einsetzten 

Die Kinder dürfen sich mit den verschiedenen Medien selbst ausprobieren und diese nach den vorher festgelegten Regeln kreativ nutzen. Die Betreuer*innen begleiten und unterstützen sie: “Für die Kinder sind eigentlich alle Medien erst einmal spannend. Mit den Tablets sind sie aber am sichersten, die kennen sie von zu Hause”, erklären Madleen Maier und Marion Wolf, beide arbeiten als Logopädinnen im Sprachheilkindergarten. “Unser Ziel ist es aber, den Kindern zu zeigen, was man mit dem Tablet außer Filme schauen und Spielen noch alles machen kann, welche Möglichkeiten die Medien bieten. Das erarbeiten wir Stück für Stück gemeinsam.”

Im Wald gibt es viel zu entdecken 

Begeistern brauchen sie die Kinder für die Waldtage nicht, berichten Madleen Maier und Marion Wolf: “Die Medien sind der Magnet dafür, dass sie unbedingt mitmachen und die Natur erforschen wollen. Die Kinder können damit kleine Dinge vergrößern und das, was die im Wald entdeckt haben, auf Fotos und Videos später selbst noch einmal sehen und hören.“

Im Wald entdecken und lernen die Kinder so einiges. Wichtig ist den Betreuer*innen dabei auch, den Kindern einen achtsamen Umgang mit der Natur und den Tieren zu vermitteln: 

“Genaues Anschauen der Tiere und Blätter, Feuerwanzen und Würmer” - Daniel, 7 Jahre

“Eicheln” - Moritz, 6 Jahre; 
“Spinnen” - Manuel, 5 Jahre
“kleine Ameisen ansehen” - Alice, 5 Jahre

“Die brauchen da drinnen was zu essen! Die Blumen als Geschenk für die!“ - Michael, 7 Jahre

Chance für Wissen und Wortschatz

Das neue Wissen aus dem Wald wiederholen die Kinder nach ihren gemeinsamen Ausflügen. Das ist für Kinder mit einer Sprachstörung besonders wichtig, um ihren Wortschatz nachhaltig zu festigen. “Dafür ist es natürlich toll, wenn man die Aufnahmen aus dem Wald auf dem Tablet hat und das gemeinsam mit den Kindern üben kann”, unterstreicht Madleen Maier. Dazu nutzen die Kinder und die Betreuer*innen zum Beispiel ein Plapperbrett. Auf dieses können sie verschiedene Wörter sprechen. Zudem gibt es Tastenfelder, auf denen sich Bilder befinden. Drücken die Kinder auf die Tasten, werden die aufgesprochenen Wörter abgespielt. So können die Kinder einzelne Wörter aneinanderreihen und selbstständig Sätze bilden. Das ist dann auch für die nächste Entdeckungstour im Wald nützlich.

Außerdem schauen sich die Kinder ihre Reportagen aus dem Wald regelmäßig gemeinsam an. Dazu haben die Betreuer*innen beispielsweise schon ein Mini-Kino veranstaltet – und das kam gut an!  

Auch die Eltern sollen mit an Bord

Wichtig ist es den Betreuer*innen zudem auch die Eltern miteinzubeziehen und sie davon zu begeistern, mit ihren Kindern häufiger rauszugehen. Denn viele Eltern sind nur selten mit ihren Kindern im Wald unterwegs. Dazu veranstalten sie zum Beispiel ein gemeinsames Picknick im Wald. Zudem wollen sie in Zukunft an Elternabenden auch über die vielen Möglichkeiten einer sinnvollen und kreativen Nutzung von Medien sprechen, mit dem Ziel, diese am Beispiel des Waldforscher-Projektes auch in den Alltag der Familien zu bringen. Die Kinder jedenfalls haben Lust, weiter im Wald unterwegs zu sein und wollen dort noch einiges ausprobieren: 

“Ich möchte balancieren bei den Baumstämmen” - Viktor, 5 Jahre

 

Aus der Jurybegründung 

Uns überzeugte insbesondere die lebensweltorientierte Konzeption des Projekts "Medien in der Kita - Reportagen der Waldforscher", das den kreativen und reflektierten Umgang von Kindern mit Medien in den Fokus rückt. Hierbei erkunden und entdecken die Kitakinder den Lebensraum Wald auf spielerische und kreative Weise mit digitalen Medien. Besonders herausragend ist der ganzheitliche Ansatz, der die Vermittlung von Medienkompetenzen, die Förderung der Sprachentwicklung der Kinder sowie die Einbindung der Familien miteinander verknüpft.

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