Landtagswahl in Rheinland-Pfalz Richtungsentscheidung für die Bedeutung der Kinderrechte

Rechte von Kindern und Jugendlichen gehören ins Zentrum der politischen Agenda.

Ein Kind hält einen Zettel, auf dem steht: "Jedem Kind steht es zu, seine Meinung zu äußern."

Das Deutsche Kinderhilfswerk sieht in der Landtagswahl am Sonntag auch eine wichtige Richtungsentscheidung für die Bedeutung der Kinderrechte in Rheinland-Pfalz. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation sollte bei der Wahl deutlich zum Ausdruck kommen, dass die Rechte von Kindern und Jugendlichen kein schmückendes Beiwerk von Parlaments- und Regierungsentscheidungen sind, sondern ins Zentrum der politischen Agenda gehören. So sieht das Deutsche Kinderhilfswerk bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Rheinland-Pfalz noch sehr großen Nachholbedarf. Der Ende letzten Jahres vom Deutschen Kinderhilfswerk veröffentlichte Kinderrechte-Index hatte festgestellt, dass Rheinland-Pfalz hier im Vergleich zu den anderen Bundesländern in den letzten Jahren deutlich an Boden verloren hat. 

„Wir hoffen sehr, dass Rheinland-Pfalz nach der Landtagswahl seine kinderrechtlichen Bemühungen verstärkt, um allen Kindern und Jugendlichen im Land ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. So sollten beispielsweise die Kinderrechte in der Landesverfassung ausgebaut werden, insbesondere der Vorrang des Kindeswohls, das Recht auf Beteiligung und das Recht auf Förderung. Zudem sollte Rheinland-Pfalz einen Landes-Kinderbeauftragten einsetzen, der mit ausreichend Ressourcen ausgestattet ist, weisungsunabhängig agieren kann und frühzeitig in alle kinderrechtlich relevanten Gesetzgebungs- und Verwaltungsverfahren eingebunden wird“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Wichtig ist es auch, dass Rheinland-Pfalz endlich die Wahlaltersgrenze bei Kommunal- und Landtagswahlen auf 16 Jahre absenkt, so wie es in vielen Bundesländern mittlerweile bewährte und etablierte Praxis ist. Es braucht zudem eine Verstärkung der Bemühungen, um dem Ziel einer chancengerechten Bildung für alle Kinder ein Stück näher zu kommen. Hier liegt noch vieles im Argen, im Kinderrechte-Index wird dies beispielsweise an der niedrigen Bildungsbeteiligungsquote im U3-Bereich und den im Bundesvergleich zweitniedrigsten Ausgaben für öffentliche pro Schülerin und Schüler deutlich. Wichtig ist zudem, dass die europarechtlichen Vorgaben bei der Beschulung von geflüchteten Kindern eingehalten werden und ein Zugang zur Regelschule nach spätestens zwei Monaten sichergestellt wird“, so Hofmann weiter.

„Schließlich fordert das Deutsche Kinderhilfswerk auch die Erarbeitung und Umsetzung eines Landesrahmenkonzepts für kulturelle Kinder- und Jugendbildung, um Maßnahmen und Akteure in diesem Bereich besser aufeinander abzustimmen, strategische Ziele festzulegen und eine nachhaltige sowie gleichwertige Förderung kultureller Teilhabe von Kindern und Jugendlichen im gesamten Land zu gewährleisten. Darüber hinaus braucht es einen Ausbau der Zahl der Jugendkulturzentren – auch hier liegt Rheinland-Pfalz unter dem Bundesdurchschnitt. Zudem muss die Qualität der Angebote, die von jungen Menschen deutlich schlechter bewertet werden als im Bundesdurchschnitt, verbessert werden“, sagt Holger Hofmann.

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Diese Nachrichten könnten Sie noch interessieren

Online-Veranstaltung "Kinderrechte im Kontext häuslicher Gewalt in der Familienrechtsreform"

Wie können Kinderrechte und eine kindgerechte Justiz in der anstehenden Familienrechtsreform im Kontext häuslicher Gewalt wirksam Eingang finden?

Ein Junge sitzt alleine auf einer Wippe.
Kinderrechte

Deutsches Kinderhilfswerk: Es braucht jetzt ein ambitioniertes Programm gegen Kinderarmut in Deutschland

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert von der Bundesregierung und den Landesregierungen ein entschlossenes Handeln gegen die Kinderarmut in Deutschland. Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Kinderhilfswerkes beträgt der Anteil der unter 18-jährigen in der Grundsicherung nach dem SGB II 32,5 Prozent. Damit bleibt dieser Wert trotz leichtem Rückgang weiter auf viel zu hohem Niveau. Im…

Kinderrechte

Deutsches Kinderhilfswerk fördert Spielraum-Projekt „Kraxelnd, pflanzend, spielend – im Superblock!“ aus Leipzig mit 9.752 Euro

Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert das Projekt „Kraxelnd, pflanzend, spielend – im Superblock!“ des SUPERBLOCKS e.V. aus Leipzig mit 9.752 Euro. Das partizipative Projekt gibt Kindern und Jugendlichen im Leipziger Osten die Möglichkeit, aktiv in die Gestaltung ihres urbanen Lebensraums einzugreifen. Ziel des Projekts ist es, verkehrsberuhigte Zonen im Superblock zu verschönern, zu gestalten und…