Kochen wie bei TikTok

Im Projekt "Social Media Dinner – aber wie" der Altstadtschmiede e.V. lernen Jugendliche, wie sie spannende Rezepte von Social Media nachkochen können. Dabei geht es nicht nur um praktische Skills in der Küche, sondern auch um gesunde Ernährung. Unser Projekt des Monats.

Das Bild zeigt einen Tisch, auf dem eine Sushiplatte steht.

"Bei mir zuhause wechseln wir uns inzwischen ab, dass meine Eltern nicht immer kochen müssen", erzählt Jenny (16). Denn durch das Projekt "Social Media Dinner – aber wie" weiß sie, wie man ein richtig leckeres Essen zubereiten kann. 

Auf Instagram, TikTok und co. machen immer wieder ausgefallene Rezepte die Runde. Die nachzukochen, kann spannend sein – wenn man weiß, wie. Genau dafür ist das Projekt "Social Media Dinner – aber wie" aus Recklinghausen da.  

Gefördert wird das Projekt vom Deutschen Kinderhilfswerk über dessen Themenfonds Gesunde Ernährung. 

Social Media Rezepte  

Was gekocht wird, entscheiden die Jugendlichen. Oft bringen sie Rezepte mit, manchmal setzen sie sich aber auch zusammen und scrollen, bis das Richtige kommt. "Wir kommen dann hin und sagen: Ich hab letzte Woche was gesehen, da hatte ich richtig Lust drauf, können wir das ausprobieren?", erzählt Emily (19).  

Das gemeinsame Kochen findet mehrmals die Woche statt und oft wechseln die Teilnehmenden. Es wird nicht nur gekocht, sondern man kann viele nette Kontakte knüpfen.  

Gesunde Ernährung ist großes Thema 

Wenn dann ein Rezept gefunden wurde, thematisieren sie erstmal Eines: gesunde Ernährung. Gemeinsam mit Projektleitung Giuliana sprechen die Jugendlichen über die Nährwerte der Gerichte und überlegen, wie man sie gesünder gestalten kann und welche veganen Alternativen es gibt. Dass trotzdem das ein oder andere ungesunde Rezept dabei ist, sei nicht so schlimm.  

"Durch das Projekt esse ich inzwischen weniger Fleisch", sagt Emily. Im Projekt sprechen sie nämlich auch kritisch über Lebensmittelproduktion und Tierhaltung. Über Gesundheit und Lebensmittel nachzudenken, findet schon Platz im Alltag der Jugendlichen.  

Gemeinsam kochen auch zuhause 

Im Projekt konnten die Jugendlichen schon jede Menge ausprobieren. Zum Beispiel Sushi, Sommerrollen oder Mais-Wraps. Das inspiriert, auch außerhalb des Projektes spannende Rezepte nachzumachen, berichten Emily und Jenny.  

Im Projekt können die Jugendlichen alles ausprobieren und ihre Fragen stellen: Wie lange muss ich Tofu braten? Wie kann ich Lebensmittel besonders schön schneiden? Besonders toll sei auch das Miteinander beim Kochen, zum Beispiel, wenn man sich abstimmen muss, wer was schneidet oder Nudeln kocht.  

"Ich bin hier richtig gerne beim Projekt dabei!" Da sind Emily und Jenny sich einig.  

Jurybegründung  

"Tagtäglich sind Kinder und Jugendliche mit Ernährung auf Social Media konfrontiert; ihre Lebensrealität sieht jedoch anders aus. Das Projekt "Social Media Dinner - aber wie?" setzt an genau der Stelle an und vermittelt partizipativ die Relevanz von gesunder Ernährung. Die Jugendlichen werden dadurch vor Ort für gesundes Kochen begeistert und ihre Selbstwirksamkeit gestärkt. Die Beteiligung der Jugendlichen bei der Rezeptauswahl, dem Einkaufen und dem Kochen zeigt, wie Partizipation und Ernährung zusammenwirken und an die Lebensrealität von Jugendlichen anknüpfen können." 

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