Kinderrechteprojekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ des Deutschen Kinderhilfswerkes: Sehr große Mehrheit der Menschen in Leipzig sieht „Zwangsentmietung“ als großes Problem

Für eine sehr große Mehrheit der Menschen in Leipzig (92 Prozent) ist das Thema „Zwangsentmietung“ ein großes Problem. Beklagt werden in diesem Zusammenhang die fehlende Unterstützung für Mieter, fehlender Wohnraum und steigende Mietpreise. Als Lösungsvorschläge werden vor allem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Stärkung der Mieterrechte, der Erlass von neuen gesetzlichen Regelungen und mehr mediale Aufmerksamkeit für dieses Thema genannt. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Befragung im Rahmen des Kinderrechteprojekts „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ des Deutschen Kinderhilfswerkes unter 52 Einwohnerinnen und Einwohnern in Leipzig. Auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ ist, gibt sie doch ein gutes Stimmungsbild, wie die Situation vor Ort eingeschätzt wird. Beim Projekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ befragt eine Kindergruppe Menschen in ihrer Stadt zu Themen, die sie bewegen und bei denen sie Veränderungen in ihrem Wohnumfeld erreichen wollen. In Leipzig haben die 12-jährige Annika und die 10-jährige Finja sowohl Menschen zum Thema „Zwangsentmietung“ befragt und interviewt als auch mit Betroffenen gesprochen. Die beiden Mädchen finden es ungerecht, dass es immer wieder Vermieter gibt, die Familien mit Kindern die Wohnung kündigen, um das Haus zu sanieren und dann teuer zu verkaufen. Dabei schrecken Vermieter nach Ansicht der beiden auch nicht davor zurück, mit unlauteren Mitteln den Auszug zu erzwingen. „

Ich verstehe nicht wieso man Mieter einfach so gemein behandeln darf, müsste es dafür nicht irgendwelche Regeln geben?“, sagt die 12-jährige Annika.

„So viele Menschen finden, dass Zwangsentmietung ein großes Problem ist, wieso können wir nicht alle gemeinsam etwas dagegen tun“, sagt Finja, 10 Jahre.

„Bei diesem Projekt engagieren sich Kinder und Jugendliche für ein Thema, das ihnen unter den Nägeln brennt und bei dem sie in ihrem Umfeld Veränderungen erreichen wollen. Wir als Kinderrechtsorganisation freuen uns über dieses tolle Engagement und hoffen, dass die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die Ergebnisse der Kinderreporter ernst nehmen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Die Fragen und Ergebnisse im Einzelnen:

1. Hatten Sie schon einmal mit Zwangsentmietung zu tun?
Ja: 69 Prozent
Nein: 31 Prozent

2. Ist Zwangsentmietung ein großes Problem in Leipzig?
Ja: 92 Prozent
Nein: 8 Prozent

3. Was ärgert Sie an Zwangsentmietung am meisten? (Offene Frage)
Hier wurden vor allem die Machtlosigkeit der Mieter (kaum Unterstützung für Mieter; man kann nicht bleiben wo man aufwächst bzw. lebt oder arbeitet) und die Profitgier der Vermieter (Mietpreise steigen; Zwangsentmietung ist fiese Methode; neuer Wohnraum ist rar) angeführt.

4. Wieso ist Zwangsentmietung für Kinder besonders schlimm? (Mehrfachantworten möglich)
Kinder verlieren ihr gewohntes Zuhause: 54 Prozent
Kinder verlieren ihr gesamtes Umfeld: 46 Prozent
Kinder sind machtlos: 23 Prozent

5. Was sollte man gegen Zwangsentmietung tun?
Bezahlbaren Mietraum schaffen: 31 Prozent
Mieterrechte stärken: 15 Prozent
Gesetze erlassen: 15 Prozent
Mediale Aufmerksamkeit stärken: 15 Prozent
Beratungsstellen einrichten: 8 Prozent
Kommunikation zwischen Mietern und Vermietern stärken: 8 Prozent
Längere Kündigungsfristen: 4 Prozent
Keine Privatisierung: 4 Prozent

Neben den beiden Mädchen aus Leipzig sind noch Kinderreporter aus Berlin, Bremen, Coesfeld, Magdeburg und Salzgitter bei diesem Projekt mit dabei. Das Projekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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