Kinder fordern vor der Kinderkommission des Deutschen Bundestages ihre Rechte ein

Fünf Delegierte des 2. Kongresses der Kinderrechte in Stuttgart fordern heute vor der Kinderkommission des Deutschen Bundestages ihre Rechte ein. Bei diesem Kongress des Deutschen Kinderhilfswerkes hatten in der letzten Woche rund 80 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland über die UN-Kinderrechtskonvention und die darin festgeschriebenen Kinderrechte diskutiert. Zentrale Forderung war dabei die Verankerung von wirksameren Mitspracherechten in der Schule. Dazu riefen die Teilnehmer die Landesregierungen in allen Bundesländern auf, die Schulgesetze entsprechend zu reformieren. In diesem Zusammenhang forderten die Kinder und Jugendlichen auch ein einheitliches Schulsystem in Deutschland. Außerdem formulierten die Teilnehmer eine klare Botschaft an die Bundesregierung: Sie forderten die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Damit soll die Rechtsposition von Kindern in Deutschland gestärkt werden.Als weiteres drängendes Problem sahen die Kinder und Jugendlichen die schlechte Verkehrsanbindung in den ländlichen Regionen. Hier sind viele auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen, wenn sie Freunde in Nachbargemeinden besuchen wollen, da die öffentlichen Verkehrsmittel nur sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen oder schlichtweg zu teuer sind. Außerdem forderten die Kinder und Jugendlichen die Ausweitung der Berichterstattung über Kinder- und Jugendthemen in den Medien. Hier soll es nach ihrer Ansicht auch eine stärkere Einbeziehung der Betroffenen selbst geben. Und auch an die Politiker in Deutschland sendeten die Teilnehmer eine klare Botschaft: Nutzt Kinder und Jugendliche nicht als Deko und für PR-Zwecke, sondern nehmt euch der Probleme von Kindern und Jugendlichen an und erarbeitet gemeinsam mit ihnen Lösungen. „Beim 2. Kongress der Kinderrechte wurde deutlich, dass es an vielen Stellen um die Beteiligungsrechte nicht zum Besten steht. Hier sind die Bundesländer gefordert, diese Rechte der Kinder und Jugendlichen auszubauen. Wir brauchen mehr Beteiligungsrechte von Schülerinnen und Schülern, aber auch in den Kommunen selbst müssen wir sie als Expertinnen und Experten in eigener Sache endlich ernst nehmen. Wir freuen uns sehr, dass die Kinder und Jugendlichen heute die Möglichkeit haben, ihre Diskussionsergebnisse und Forderungen vor der Kinderkommission des Deutschen Bundestages vorzutragen. Wir erwarten uns von der Kinderkommission einen kräftigen Rückenwind bei der Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.Am 2. Kongress der Kinderrechte nahmen 80 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren aus Berlin, Castrop-Rauxel, Halle (Saale), Hannover, Karlsruhe, Köln, Marburg, Offenbach, Rostock und Schramberg sowie aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald teil. Diese engagieren sich in Kinder- und Jugendparlamenten, Kinder- und Jugendräten, Jugendclubs und Schülervertretungen, aber auch in Jugendhilfeeinrichtungen. Im Mittelpunkt des Kongresses vom 15. bis 18. November 2012 stand das Recht auf Beteiligung nach Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention. Die Schirmherrschaft über den 2. Kongress der Kinderrechte des Deutschen Kinderhilfswerkes hatten der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, Dr. Wolfgang Schuster, und die Kinderkommission des Deutschen Bundestages übernommen.

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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