Zaineb (13), Larin (10) und Batoul (10) sitzen zusammen und reden über Internettrends, die sie besonders nerven. Zum Beispiel KI-Früchte, die dauernd in ihren Feeds auftauchen. Doch es gibt auch Trends, die sie selbst gerne ausprobieren. Dazu gehören TikTok-Tänze oder witzige Challenges, die sie gemeinsam machen. Genau dafür gibt es im Projekt Open Lab des Soziale Bildung e.V. Platz: Medien ausprobieren, kennenlernen und Fragen stellen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert das Projekt über seinen Themenfond Kinder und Medien.
Im Open Lap sprechen die Kinder über alles, das sie an Medien interessiert. “Wir haben uns KI-Bilder angeguckt und geschaut, ob das echt ist oder nicht”, erzählt Batoul. Denn die KI sei so gut, dass man gar nicht mehr wisse, was real ist oder nicht. Wie sie ihre Zeit im Open Lab nutzen, entscheiden die Kinder selbst. Sie stimmen in der Gruppe ab und alle, die keine Lust auf das Thema haben, machen etwas anderes. Vor Ort können sie mit den anderen über Themen sprechen, aber auch den Erwachsenen Fragen stellen.
Ein Ort für Alles
Für das Projekt stellt der Verein den 10- bis 14-Jährigen vier Tablets zur Verfügung, die sie benutzen können. Streit um die Geräte gebe es nicht, sagen die drei. Sie wechseln sich einfach ab. Die Tablets nutzen sie für alles, was sie interessiert – zum Beispiel, um zu malen, auf einer Lern-App Schulstoff nachzuholen, Horrorfilme zu drehen oder, um Games zu spielen. Da lernen sie nicht nur, wie sie eine App installieren oder sich bei dieser anmelden, sondern auch, was sie alles beachten müssen. “Chatten dürfen wir jetzt nicht so”, erzählt Zaineb, “kann ja sein, dass es ein alter Opa ist.” Denn bei Chats in Spielen könne man sich nicht sicher sein, wer hinter den Gesprächspartner*innen steckt.
Diskussionen über Social Media
Auch das aktuell diskutierte Social-Media-Verbot beschäftigt die Kinder. Dass soziale Medien eine Altersbeschränkung haben, wissen sie. Trotzdem nutzen sie TikTok und Co. wie viele in ihrem Alter. “Es gibt Vor- und Nachteile”, erzählt Zaineb. Die drei meinen, dass sie durch ein Verbot vielleicht weniger am Handy wären und mehr Zeit für ihre Hobbys hätten.
Das Projekt holt die Kinder da ab, wo sie sind. Egal, ob Medienexpert*in oder Anfänger*in: für alle ist Raum. Die Kinder können eigenständig Medien nutzen und erhalten Unterstützung, wenn sie unsicher sind. So findet jedes Kind am Nachmittag einen Ort für sich – zum Lernen, Malen, Spielen, Tanzen oder zum gemeinsamen Chillen.
Die drei erzählen auch, dass sie manchmal ins Kino gehen oder eine Übernachtungsparty machen. Oft nutzen sie den Raum nach der Schule, um dort ihre Freund*innen zu treffen. “Man kann mit denen chillen, weil ich sonst zu Hause am Handy bin”, erzählt Batoul.
Aus der Jurybegründung
„Dieses Projekt ist hochrelevant, hochaktuell und lebensweltnah. Kinder und Jugendliche haben das Recht, Medien zu nutzen und in der digitalen Welt teilzuhaben. Dafür ist es wichtig, dass sie sich mit den Potentialen aber auch den Herausforderungen von Mediennutzung auseinandersetzen. Das Open Lab bietet einen sicheren Raum, in dem sie genau das tun können: Medien entdecken und ausprobieren und gemeinsam über ihre Fragen dazu sprechen! “, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.






