Deutsches Kinderhilfswerk: Schneckentempo bei Verbesserung der Kita-Qualität reicht nicht

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert von Bund, Ländern und Kommunen größere Kraftanstrengungen zur Verbesserung der Kita-Qualität in Deutschland als bisher. Dazu braucht es aus Sicht der Kinderrechtsorganisation mehr finanzielle Mittel, um die Qualität in der Kindertagesbetreuung entscheidend weiterzuentwickeln. Notwendig sind auch bundeseinheitliche Kita-Qualitätsstandards, vor allem um die äußerst unterschiedlichen Bedingungen in den Bundesländern verbindlich anzugleichen.

„Die heute von der Bertelsmann Stiftung vorgelegten Zahlen zeigen, dass es bei der dringend notwendigen Verbesserung des Personalschlüssels in den Kitas viel zu langsam voran geht. Wir sind weiterhin fast flächendeckend weit von den wissenschaftlich empfohlenen Standards entfernt. Wenn wir, wie die Bertelsmann Stiftung, die letzten fünf Jahre als Maßstab der Berechnungen nehmen, brauchen wir bei gleichbleibenden Bedingungen noch 11 bis 13 Jahre, ehe der Personalschlüssel in den Kitas zufriedenstellend ist. Dieses Schneckentempo bei der Verbesserung der Kita-Qualität muss ein Ende haben“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung.

„Zusätzlich zu den erforderlichen Investitionen zum quantitativen Kita-Ausbau spricht sich das Deutsche Kinderhilfswerk zur Verbesserung der Kita-Qualität für ein Investitionsprogramm in Höhe von mindestens fünf Milliarden Euro jährlich für die nächsten Jahre aus. Das müssen uns unsere Kinder wert sein“, so Hofmann weiter.

Eine hohe Qualität der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung zahlt sich nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Gesellschaft aus, da eine gute frühkindliche Bildung und Erziehung unterschiedliche Startbedingungen und Zukunftschancen wirksam ausgleichen kann. Sie trägt dazu bei, Bildungsnachteile abzubauen, Armut zu überwinden und Lebensverläufe wirtschaftlich und sozial zu stabilisieren.

„Aber nicht nur der Personalschlüssel darf im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Auch die Mitbestimmung von Kindern in Kindertageseinrichtungen sollte als Qualitätsfaktor ins Zentrum der Arbeit rücken. So können die Potentiale der Kinder besser gefördert und wichtige Akzente in der dringend notwendigen Weiterentwicklung der Demokratieförderung gesetzt werden. Denn wer die Vorteile von Beteiligung früh kennen lernt, beteiligt sich mit höherer Wahrscheinlichkeit auch im späteren Lebensverlauf an demokratischen Prozessen. Frühe Beteiligung von Kindern durchbricht zudem den Kreislauf der Vererbung von Armut“, so Hofmann abschließend.

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-308693-93
Mail:  presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de  und www.facebook.com/dkhw.de 
Twitter: @DKHW_de

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Diese Nachrichten könnten Sie noch interessieren

Menschen demonstrieren
Kinderrechte

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern auch Weichenstellung für die Bedeutung der Kinderrechte

Die Landtagswahl ist bedeutend für Kinderrechte. Es ist ein Landes-Präventionsprogramm zur Stärkung der Kindergesundheit nötig.

Ein Kind hält einen Zettel, auf dem steht: "Jedem Kind steht es zu, seine Meinung zu äußern."
Kinderrechte

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch Richtungsentscheidung für die Bedeutung der Kinderrechte

Die Landtagswahl im September ist eine wichtige Richtungsentscheidung für die Bedeutung der Kinderrechte in Sachsen-Anhalt. Ein Landes-Präventionsprogramm gegen Kinderarmut ist notwendig.

Deutsches Kinderhilfswerk hilft 40 Schulkindern in Hamburg

Erstklässlerinnen und Erstklässler aus Hamburg erhalten 40 Schulranzen. Das Deutsche Kinderhilfswerk verteilt diese heute in Zusammenarbeit mit dem SpielTiger e.V. Damit soll geflüchteten Kindern aus finanziell schwierigen Verhältnissen ein guter Schulstart ermöglicht werden.