Deutsches Kinderhilfswerk: Schluss mit der Hartz IV-Debatte auf dem Rücken der Kinder

Das Deutsche Kinderhilfswerk mahnt dringend eine Versachlichung der Debatte über Hartz IV und die Berechnung der Regelsätze an. „Es muss endlich Schluss sein mit einer Debatte, die auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ausgetragen wird. Das Bundesverfassungsgericht hat dem Gesetzgeber eine Menge Hausaufgaben aufgegeben. Jetzt muss ohne Polemik, gegenseitige Schuldzuweisungen und parteitaktische Spielchen darüber diskutiert und beraten werden, wie die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes umgesetzt werden können. Das gebieten der Respekt vor dem höchsten deutschen Gericht und der Respekt vor den Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ erklärt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Die Regelsätze nach Hartz IV müssen in einem sachgerechten und transparenten Verfahren aus der Einkommens- und Verbrauchsstatistik hergeleitet werden. „Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes muss von der Bundesregierung sofort eine unabhängige Kommission eingesetzt werden, die unter Beteiligung von Sachverständigen, Parteien- und Verbandsvertretern sowie Kindern und Jugendlichen bedarfsgerechte Kinderregelsätze ermittelt“ so Krüger weiter.

„Gleichzeitig lässt sich Armut nicht nur auf materielle Not reduzieren. Sie drückt sich ebenfalls in einer emotionalen und seelischen Notlage aus, denn durch Armut wird die Selbsteinschätzung zu eigenen Handlungsmöglichkeiten verändert. Obwohl Fähigkeiten und Kompetenzen durchaus vorhanden sind, werden diese als nicht ausreichend und oftmals als nicht entwicklungsfähig angesehen.  Arme Kinder leiden deshalb oft unter Stress und geringem Selbstbewusstsein und nutzen beispielsweise Sport zu selten als Ausgleich für Belastungen. Armut bei Kindern und Jugendlichen hat auch auf diesem Weg direkte Auswirkungen auf die Gesundheit und einhergehend auf die Chancen der Kinder und Jugendlichen zur Teilhabe und zur Möglichkeit der chancengerechten Gestaltung unserer Gesellschaft. Hier ist die Bundesregierung aufgefordert, mit einem umfassenden Ansatz und einem Nationalen Aktionsplan gegen Kinderarmut Abhilfe zu schaffen“ erklärte Krüger abschließend.

Bei Rückfragen: Michael Kruse, Pressesprecher und Leiter Information und Öffentlichkeitsarbeit (Tel.: 030/308693-11, mail: kruse@dkhw.de)


Das Deutsche Kinderhilfswerk (www.dkhw.de), Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit über 35 Jahren für die Umsetzung der Rechte der Kinder in Deutschland ein.

Bitte helfen Sie: Spendenkonto 333 11 11, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00
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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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