Deutsches Kinderhilfswerk mahnt Politiker zur Sachlichkeit

„Die Art und Weise, wie das Thema Jugendgewalt auf die politische Bühne gezerrt wird und, um das Thema zu verstärken, die Forderungen immer abwegiger werden, ist erschreckend“, betont Dr. Heide-Rose Brückner, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerkes, heute in Berlin. Gewalt- und Kriminalitätsprobleme werden in unserer Gesellschaft ernst genommen und von niemandem bagatellisiert. Den geforderten Warnschussarrest gibt es längst, jedoch ohne Nachweis eines besonderen Erfolges. Kriminologischen Erkenntnisse belegen eindeutig, dass härtere Strafen weder abschreckend noch präventiv wirken. Im Gegenteil, härtere Strafen erhöhen sogar die Rückfallquote junger Straftäter. Die gesellschaftlichen Ursachen der Jugendgewalt, Jugendkriminalität und Mehrfachtäterschaft lassen sich nicht mit den Mitteln des Strafrechts beseitigen. Hier hat die Politik, insbesondere in Hessen, schon vor langer Zeit versagt. Die Rückfallquote jugendlicher Strafgefangener in Hessen beträgt nach neun Jahren Regierung Roland Koch 80 Prozent. Mit pädagogischen Ansätzen sind dagegen Rückfallquoten von 40% und weniger realistisch.

Alle Fachleute sind sich einig: Eine Strategie, die wirklich nachhaltige Wirkung erzielen soll, setzt bei der Prävention an. Wir leben in einer Zeit, in der Jugendliche an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, in der ihre gesellschaftlichen Bildungs- und Zugangschancen sich zunehmend verschlechtern. 7,9 Prozent der Schülerinnen und Schüler verließen im vergangenen Jahr die Schule ohne Abschluss, die meisten davon mit Migrationshintergrund. Rund 450.000 Jugendliche sind derzeit noch ohne Ausbildungsplatz. In vielen Kommunen lebt jeder dritte ausländische Jugendliche von Hartz IV. Wer Jugendliche allein mit Strafmaßnahmen begegnen will, verlängert nur die schon vorhandene Geringschätzung und Desintegration in die Gesellschaft. Weitere Informationen sind dem Positionspapier des Deutschen Kinderhilfswerkes unter www.kinderpolitik.de zu entnehmen.



Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich bundesweit für mehr Chancen für alle Kinder in Deutschland ein. Mit der Initiative „Chancen spenden“ (www.chancen-spenden.de) unterstützt es insbesondere sozial benachteiligte Kinder in Deutschland. „Jede kleine und große Spende ist beim Deutschen Kinderhilfswerk herzlich willkommen, um so einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Kinderarmut und für mehr Chancengleichheit in Deutschland zu leisten“, so Brückner weiter.

Das Deutsche Kinderhilfswerk (www.dkhw.de), Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit über 30 Jahren für die Umsetzung der Rechte der Kinder in Deutschland ein.

Bitte helfen Sie: Spendenkonto 333 11 11, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00
Spenden können Sie aber auch unter www.dkhw.de oder www.chancen-spenden.de oder in die Spendendose in Ihrer Nähe

Bei Rückfragen: Michael Kruse, Pressesprecher (030/30 86 93 11)

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
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Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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