Deutsches Kinderhilfswerk: Kitas gehören ins Wohngebiet

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert die Bundesregierung auf, eine gesetzliche Lücke zu schließen, die bislang Klagen gegen den Bau von Kindertagesstätten in reinen und allgemeinen Wohngebieten ermöglicht. „Kindergärten und Kitas gehören ins Wohngebiet. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine sinkende Toleranz gegenüber dem lautstarken Spiel von Kindern dazu führt, dass Einrichtungen für Kinder ins Gewerbegebiete ausweichen müssen“, so Holger Hofmann, Leiter der Programmabteilung und Referent für Spielraum des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Hamburg, Berlin, München, Heidelberg, Merzig: Immer häufiger müssen sich Kindergärten gegen Klagen von Nachbarn wehren, die sich durch das Lachen, Spielen und Weinen von Kindern belästigt fühlen. „Wenn Kindergärten schließen oder meterhohe Mauern bauen müssen, bedeutet das: Klagen zahlt sich aus“, so Hofmann. Es sollte selbstverständlich sein, dass Geschrei und das Lachen von Kindern anders behandelt wird, als Lärm von Pressluft- hämmern. Jedoch schließt die Gesetzeslage, wie das Urteil zur Kita Marienkäfer in Hamburg beweist, nicht aus, dass Kinderlärm nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz durch die Ausführungen in der „TA Lärm“ bewertet wird, die eigentlich für Geräusche von Maschinen gedacht ist.

Der heutige Antrag der FDP-Fraktion im Bundestag geht daher in die richtige Richtung. Angesichts des erklärten Ziels der Bundesregierung, bis 2013 bundesweit für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder der Kindertagespflege zu schaffen, ist es höchste Zeit, für eine Klarstellung im Interesse der Kinder und Familien zu sorgen.

Bei Rückfragen: Michael Kruse, Pressesprecher und Leiter Information und Öffentlichkeitsarbeit (fon.: 030/308693-11, mail: kruse@dkhw.de)


Das Deutsche Kinderhilfswerk (www.dkhw.de), Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit über 35 Jahren für die Umsetzung der Rechte der Kinder in Deutschland ein.

Bitte helfen Sie: Spendenkonto 333 11 11, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00
Spenden können Sie aber auch unter www.dkhw.de oder www.chancen-spenden.de oder in die Spendendose in Ihrer Nähe



Pressemitteilung als PDF

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Diese Nachrichten könnten Sie noch interessieren

Online-Veranstaltung "Kinderrechte im Kontext häuslicher Gewalt in der Familienrechtsreform"

Wie können Kinderrechte und eine kindgerechte Justiz in der anstehenden Familienrechtsreform im Kontext häuslicher Gewalt wirksam Eingang finden?

Schüler*innen an einem Tablet
Kinderrechte

„Spielen verbindet – auch digital!“ – Deutsches Kinderhilfswerk ruft zum Weltspieltag 2026 auf

Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft Kinder und Erwachsene, Schulen und Kindergärten, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen zur Beteiligung am Weltspieltag 2026 auf. Der Weltspieltag am 11. Juni steht in diesem Jahr unter dem Motto „Spielen verbindet – auch digital!“. Damit will die Kinderrechtsorganisation gemeinsam mit seinen Partnern im „Bündnis Recht auf Spiel“ auf die…

Kinder fahren mit dem Rad
Kinderrechte

Kinder fordern sichere Straßen: Kidical Mass Aktionsbündnis ruft zu Demos und Aktionen auf

Mit bundesweiten Fahrraddemos demonstrieren Kinder vom 1. bis 10. Mai dafür, dass sie sicher zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren können. Trotz der Verbesserungen in der StVO werden Maßnahmen zur Verkehrssicherheit viel zu zögerlich umgesetzt. Bei den Kindern ist de facto noch nichts angekommen, trotz aller guten Absichten.

Ohne sichere Straßen keine selbstständigen Kinder. Die Kidical Mass…