Deutsches Kinderhilfswerk fordert stärkere Integration des Spiels in den Schulalltag

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert eine stärkere Integration des Spiels in den Schulalltag. Damit sollen die freien Entfaltungsmöglichkeiten von Kindern in Bildungseinrichtungen gefördert werden, um sie in ihrer emotionalen und kognitiven Entwicklung zu unterstützen. Dazu müssen sich nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes vor allem die Schulen der Frage stellen, wie sie bei zunehmendem Ganztagsbetrieb dem Bedürfnis der Kinder nach Spiel, Freizeit, Ruhe und Erholung im Sinne des Artikels 31 der UN-Kinderrechtskonvention gerecht werden können.„Die Entwicklungen der letzten Jahre im Bildungssektor beobachten wir mit regem Interesse, aber auch zunehmender Sorge um die freien Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder. Im Zuge des zunehmend flächendeckenden Ganztagbetriebes von Schulen bieten sich Kindern heutzutage immer weniger Möglichkeiten, ihrem Bedürfnis nach freiem Spiel nachzugehen. Dort entwickeln sie Kompetenzen, die im formalen Unterricht nicht angeregt werden“, erklärt der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann. „Einige Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen gehen andere, neue Wege und schaffen diesen Balanceakt. Die Vielzahl deutscher Bildungseinrichtungen ist davon jedoch noch weit entfernt“ so Hofmann weiter.„Spielen ist für Kinder eine sehr ernsthafte Angelegenheit mit hohem Lustfaktor. Kinder wachsen am Spiel, indem sie in die verschiedensten gesellschaftlichen Rollen schlüpfen, ihre verschiedenen Persönlichkeitsanteile zum Leben erwecken. Im Spiel verarbeiten Kinder die Realität, ihre Ängste, und sie leben ihre Phantasien aus. Spielen verleiht Flügel und Schwimmflossen, es fördert Körper und Geist, die seelische Gesundheit und das soziale Miteinander. So banal das alles klingen mag: Spielen ist unverzichtbar, ohne Spielen wächst kein Kind. Also müssen wir ihnen auch vielfältige Spielräume und Spielgelegenheiten bieten“, betont Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen der Freien Hansestadt Bremen.„Das Spiel ist im Grundschulalltag von hoher Bedeutung. Nicht erst durch die Untersuchungen von Prof. Gerald Hüther wissen wir, dass Gelerntes besser behalten wird, wenn es mit positiven Emotionen verbunden ist. Kinder im Grundschulalter lernen über das Spielen und entdecken über das Begreifen im wortwörtlichen Sinne Neues. Hinzu kommt der Aspekt, dass sich Kinder heute deutlich weniger bewegen als Kinder noch vor 30 Jahren. Spielen im Freien wird dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern gerecht, es fördert die Motorik, die körperliche Entwicklung, die Gesundheit und baut Stress ab. Diese verschiedenen Facetten machen das Spielen für Grundschulkinder zu einem wichtigen Baustein und sind deshalb Teil der Lernzeit“, so Nikola Schroth, Grundschulreferentin bei der Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit der Freien Hansestadt Bremen.Das Deutsche Kinderhilfswerk führt heute zusammen mit der Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen der Freien Hansestadt Bremen die Fachveranstaltung „Soft Skill Spielen“ durch. Auf dieser Tagung wird zum Wert und zur Integration des Spiels im Schulalltag debattiert. Außerdem soll aufgezeigt werden, welche Chancen sich damit für Kinder bieten. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit Bremen statt und wird vom SpielLandschaftStadt e.V. Bremen unterstützt.

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Diese Nachrichten könnten Sie noch interessieren

Besuchen Sie uns auf der didacta in Köln!

Vom 10.-14. März ist das Deutsche Kinderhilfswerk auf der didacta in der Messe Köln. 

Sie finden uns in Halle 8, Standnummer C071. 

An unseren Stand erfahren Sie mehr über das breite Angebot unserer Kinderrechtsorganisation, zum Beispiel zu unserem neuen Praxisportal für Fachkräfte kinderrechte.de , zu unserer Kinder-Webseite kindersache.de , zu unseren neuen Online-Fortbildungs-Kursen oder zum…

Weltspieltag

Jedes Jahr feiern wir den Weltspieltag! Damit unterstreicht das Deutsche Kinderhilfswerk, wie wichtig das Spielen für Kinder ist. Denn Kinder haben ein Recht auf Spiel, damit sie gesund aufwachsen und vielfältige Kompetenzen entwickeln können. 

Diesjähriges Motto: „Spielen verbindet – auch digital!” 

„Spielen verbindet – auch digital!” ist das Motto für den Weltspieltag 2026. Damit will das…

Ein Junge sitzt auf einer Mauer. Er trägt einen grauen Kapuzenpulli und hat die Kapuze über den Kopf gezogen. Vor ihm spielen Kinder Fußball.
Kinderrechte

Deutsches Kinderhilfswerk zu aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Kinderarmut in Deutschland endlich zur Chefsache machen

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert von Bund, Ländern und Kommunen konkrete sozialpolitische Schritte, um endlich die Kinderarmut in Deutschland wirkungsvoll zu bekämpfen. „Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zeigen eindeutig, dass die bisherigen sozialpolitischen Ansätze zur Reduzierung der Kinderarmut nicht wirken. Im Vergleich zum Vorjahr ist die relative…

Wie nehmen Sie uns wahr?

Damit wir unsere Arbeit und Kommunikation noch besser an Ihren Bedürfnissen ausrichten können, laden wir Sie zur Teilnahme an einer Umfrage im Rahmen des Spendenmonitors ein. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und unterstützen Sie uns mit Ihrer Einschätzung. Ihre Rückmeldung stärkt unsere Arbeit für Kinder.

Die Befragung ist anonym, sicher und datenschutzkonform.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!