Deutsches Kinderhilfswerk: Flächendeckende Schließungen von Schulen und Kindertageseinrichtungen verhindern

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert im Vorfeld der heutigen Bundestagsdebatte über das Infektionsschutzgesetz und der Bund-Länder-Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder eine stärkere Berücksichtigung der Interessen von Kindern und ihrer Familien. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation muss bei allen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie die Einhaltung der Kinderrechte auf Schutz, Förderung, Beteiligung und Teilhabe gerade jetzt höchste Priorität haben. Durch alle in Zusammenhang mit der Pandemie erlassenen Gesetze, Verordnungen und Maßnahmen muss insbesondere eine flächendeckende Schließung von Schulen und Kindertageseinrichtungen verhindert werden.

„Die vorrangige Berücksichtigung der kindlichen Interessen bei staatlichen Entscheidungen, so auch bei allen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, braucht es derzeit mehr denn je. Wir sehen mit großer Sorge, dass vielerorts keine ausreichenden Maßnahmen für einen sicheren Schul- und Kitabetrieb ergriffen worden sind. So fehlt es fast durchgängig an einer Entzerrung der räumlichen Enge in vielen Schulen und Kitas, und auch bei der Beschaffung und Inbetriebnahme von Luftfilteranlagen und mobilen Raumluft-Filtern hat sich viel zu wenig getan. Notwendig sind Maßnahmen, die das Unterrichtsgeschehen entlasten, beispielsweise die Verlagerung des Unterrichts in externe Veranstaltungsräume und Sitzungssäle. So kann die Abstandsregel eingehalten und gleichzeitig im Klassenverband gelernt werden“, betont Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Die Kinder und Jugendlichen dürfen nicht unter der viel zu geringen Impfquote der Erwachsenen leiden, vielmehr sind die Erwachsenen stärker in die Verantwortung zu nehmen als die Kinder. In vielen Städten und Gemeinden wurde Kindern empfohlen, auf die Halloween-Tour zu verzichten, St.-Martins-Umzüge wurden abgesagt. Gleichzeitig sehen wir volle Straßen und Plätze im Karneval und ausverkaufte Fußballstadien. Genau andersherum müsste es aber sein: Es ist längst überfällig, dass sich die Erwachsenen einschränken, um die Kinder in unserem Land zu schützen“, so Anne Lütkes.

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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