Das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt außerordentlich die nach Medienberichten geplante Zuckerabgabe auf Erfrischungsgetränke. Die Kinderrechtsorganisation plädiert bereits seit Langem gemeinsam mit vielen anderen Organisationen und Verbänden für die Einführung einer „Limo-Steuer“ wie beispielsweise in Großbritannien. War der Zuckerkonsum über Süßgetränke dort vorher etwa gleich hoch wie in Deutschland, sank er in Großbritannien bereits durch die Ankündigung der Steuer drastisch und liegt nun ganze fünf Gramm pro Tag und Kopf unter dem deutschen Niveau. Vor allem dadurch, dass der Zuckergehalt in Getränken in Großbritannien um 35 Prozent gesunken ist.
„Beim Zuckerverbrauch über Erfrischungsgetränke ist Deutschland Spitzenreiter unter den großen westeuropäischen Ländern. Das belegen Zahlen des Marktforschungsinstituts Euromonitor. Dabei ist der flüssige Zucker besonders gesundheitsschädlich. Zuckergesüßte Getränke gelten laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Adipositas und Typ-2-Diabetes. Während andere Länder hier schon längst Maßnahmen ergriffen haben, passierte in Deutschland bisher nichts. Dass sich das jetzt ändern soll, ist ein Schritt in die richtige Richtung“, betont Anne Lütkes, Präsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes im Vorfeld der heutigen Sitzung des Bundeskabinetts.
Generell gilt: Durch die Reformulierung von Rezepturen kann die ernährungsphysiologische Qualität von Lebensmitteln gesteigert werden. Hierfür hat die Bundesregierung bereits die nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz veröffentlicht, die jedoch als verpflichtende Maßnahme wohl größere wünschenswerte Rezepturveränderungen erzielen würde. Das ist dringend nötig, da insbesondere bei Kindern und Jugendlichen der hohe Zuckergehalt von Softdrinks aufgrund seiner eingeschränkten Transparenz und leichten Verfügbarkeit ein Gesundheitsrisiko darstellt. Zucker wird in flüssiger Form oftmals „versteckt“ konsumiert, eine einzelne Flasche Limonade kann bereits ein Vielfaches der empfohlenen Tageshöchstmenge enthalten. Gerade Kinder und Jugendliche nehmen dadurch unbewusst große Mengen Zucker auf.
„Es hat sich gezeigt, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft, Aufklärungsmaßnahmen und Kennzeichnungspflichten allein nicht ausreichen, um eine nachhaltige Reduktion des Zuckergehalts in Erfrischungsgetränken zu erreichen. Es braucht deshalb ergänzend weitere Maßnahmen, die ein gesundheitsbewusstes Konsumverhalten fördern. Mit einer Zuckerabgabe werden Anreize für Unternehmen geschaffen, den Zuckergehalt von stark zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken wie Limonaden zu reduzieren. Die durch eine Zuckerabgabe etwaig entstehenden Einnahmen sollten zielgerichtet für gesundheitsfördernde Präventionsmaßnahmen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, sowie Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz verwendet werden“, sagt Anne Lütkes.
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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.






