Deutsches Kinderhilfswerk begrüßt Änderungen der Sportanlagenlärmschutzverordnung

Das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt die geplanten Änderungen der Sportanlagenlärmschutzverordnung, die heute vom Bundestag beschlossen werden sollen. Aus Sicht des Verbandes ist mit den Änderungen der Lärm-Richtwerte für Ruhezeiten ein guter Anfang gemacht, um Sportanlagen besser als bisher nutzen zu können. Davon werden auch Kinder und Jugendliche profitieren. „Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes sind aber weitere Änderungen dringend geboten. So brauchen wir eine Privilegierung von Kinderlärm auch auf Sportanlagen. Die seit 2011 im Bundes-Immissionsschutzgesetz geltende Regelung, wonach Kinderlärm in Kindertageseinrichtungen und auf Kinderspielplätzen im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung ist, muss auch auf Sportanlagen übertragen werden. Eine Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes sollte deshalb schnellstmöglich auf die Tagesordnung“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Außerdem sollte der Gesetzgeber endlich das Thema Jugendlärm angehen. Bisher sind Jugendliche in dieser Frage ausgegrenzt. Dabei brauchen auch sie Orte, an denen sie sich treffen und austoben können und nicht ständig damit rechnen müssen, wegen Lärmbeschwerden vertrieben zu werden. Wir brauchen eine Lärm-Privilegierung beispielsweise für Bolzplätze, Streetball-Plätze und Skateranlagen. Wenn diese nur noch am Stadtrand gebaut werden dürfen, müssen wir uns nicht wundern, wenn sie von den Jugendlichen kaum genutzt werden“, so Hofmann weiter.

„Uns erreichen immer wieder Berichte über Jugendeinrichtungen, Bolzplätze oder Treffpunkte von Jugendlichen, die wegen Lärmbeschwerden von der Schließung bedroht sind. Deshalb brauchen wir eine gesetzliche Regelung, die hier rechtliche Klarheit schafft und Konflikte minimiert. Bisher bauen Kommunen in vorauseilendem Gehorsam teure Lärmschutzwände. Wir dürfen unsere Jugendlichen aber nicht einmauern. Auch ihnen muss es möglich sein, ihrem Bewegungsdrang im öffentlichen Raum nachzugehen“, so Hofmann abschließend.

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Diese Nachrichten könnten Sie noch interessieren

Ein Kind hält einen Zettel, auf dem steht: "Jedem Kind steht es zu, seine Meinung zu äußern."
Kinderrechte

Deutsches Kinderhilfswerk: Gegen Rassismus – für die Menschenwürde

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert zum Start der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 an Staat und Zivilgesellschaft, sich angesichts des weiteren Erstarkens nationalistischer und rechtspopulistischer Bewegungen konsequenter als bisher für die Wahrung der Menschenwürde und gegen Rassismus einzusetzen. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation braucht es dafür auch eine verstärkte…

Kinderrechte

Wismar bewirbt sich um das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“

Die Hansestadt Wismar verpflichtet sich, die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen vor Ort zu stärken. Bürgermeister Thomas Beyer hat dazu heute eine Vereinbarung zur verbindlichen Zusammenarbeit mit dem Verein Kinderfreundliche Kommunen unterzeichnet. Im nächsten Schritt wird die Hansestadt einen Aktionsplan erstellen, um junge Menschen in Wismar besser zu schützen, zu fördern und zu…

Aus einem aufgeklappten Laptop erscheinen digitale Bilder und Icons von KI, Büchern, einer Lupe und einem Gehirn.
Kinder und Medien

Neues Gutachten zur gesetzeskonformen Nutzbarkeit von biometrischen Kinderdaten für KI-Zwecke

Mit einem neuen Gutachten legt das Deutsche Kinderhilfswerk einen datenschutzrechtlichen Blick auf einen wichtigen Verbindungspunkt zwischen KI-Anwendungen und der Lebenswelt von Kindern. Denn sind biometrische Daten erstmal im einem KI-System, können sie nicht mehr verlässlich entfernt werden. Ziel des Gutachtens ist es, Risiken und Chancen der Nutzung biometrischer Kinderdaten im Kontext von KI…