Deutsches Kinderhilfswerk bedauert erneuten Stopp der temporären Spielstraße in Berlin-Pankow

Das Deutsche Kinderhilfswerk bedauert außerordentlich, dass durch eine Anwohnerklage vor dem Verwaltungsgericht Berlin das Projekt „Temporäres Spiel auf der Gudvanger Straße“ in Berlin-Pankow erneut gestoppt wird.

„Nach den Gesprächen der letzten Wochen und Monate und dem Kompromissvorschlag, wonach nur noch ein Spieltermin pro Monat vorgesehen ist, hatten wir auf Einsicht bei den Anwohnern gehofft. Es ist schon ein Trauerspiel, dass weiterhin gegen dieses ambitionierte Modellprojekt juristisch vorgegangen wird. Das ist aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes ein weiterer Beleg für die latente Kinderfeindlichkeit unserer Gesellschaft. Das Verwaltungsgericht Berlin hat jetzt die Aufgabe, den berechtigten Ansprüchen der Elterninitiative und ihrer Kinder sowie den Bestimmungen der UN-Kinderrechtskonvention und der darin normierten Vorrangstellung des Kindeswohls bei allen Kindern betreffenden Entscheidungen Geltung zu verschaffen und die Klage abzuweisen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„In Städten wie Bremen und Frankfurt/Main sind temporäre Spielstraßen als Beispiele intelligenter Platznutzung in dicht bebauten Gebieten schon heute Realität. Dort werden sie sowohl von den Kindern als auch von den Anwohnern gut angenommen und bereichern das Leben aller Beteiligten. Das muss auch in Berlin möglich sein. Schließlich weist das Gebiet um die Gudvanger Straße eine Unterversorgung an Spielflächen aus. Das im Berliner Kinderspielplatzgesetz festgeschriebene Verhältnis von einem Quadratmeter an Spielfläche pro Einwohner wird hier nicht erreicht. Temporäre Spielflächen sind vielerorts die einzige Möglichkeit, den Anforderungen für eine ausreichende Bewegung von Kindern im Freien gerecht zu werden. Ansonsten führt die Unterversorgung zu einem Rückzug in die Binnenräume und vor die Bildschirme mit allen bekannten gesundheitlichen und sozialen Folgen“, so Hofmann weiter.

Das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützt das Modellprojekt „Temporäres Spiel auf der Straße“ an der Gudvanger Straße mit 5.000 Euro. Denn die Bedingungen für das Spiel von Kindern draußen haben sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Gerade in Wohngebieten fahren Autos zu schnell oder nehmen parkend den Kindern den Platz zum Spielen. Mit einer temporären Spielstraße holen sich die Menschen, insbesondere die Kinder, zumindest zeitweilig die Straße als Spielort zurück.

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Diese Nachrichten könnten Sie noch interessieren

Deutsches Kinderhilfswerk und Brandenburger Jugendministerium fördern Geschichtsprojekt in Fürstenwalde mit 5.000 Euro

Das Deutsche Kinderhilfswerk und das Brandenburger Jugendministerium fördern das Projekt „Jugendgeschichtsrallye – Meet and Speed“ in Fürstenwalde mit 5.000 Euro. Die Rallye ist ein geschichtspolitisches Projekt: In neun Tagen fahren 30 junge Menschen in kleinen Gruppen durch Brandenburg sowie Teile von Sachsen und Polen zu geschichtsträchtigen Orten. Dort erfahren die Teilnehmenden Wissenswertes…

Deutsches Kinderhilfswerk: Studie zeigt Mängel bei Beteiligungsrechten für Kinder und Jugendliche in Deutschland auf

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert einen Ausbau der Beteiligungsrechte für Kinder und Jugendliche in Deutschland auf allen föderalen Ebenen. Dazu zählen aus Sicht der Kinderrechtsorganisation die Verankerung von Kinderrechten und damit einhergehend von Beteiligungsrechten im Grundgesetz und in den Verfassungen der Bundesländer, der Ausbau bestehender Beteiligungsrechte in Fachgesetzen sowie der…

Projekt „Action in Gruppen können Fähigkeiten entpuppen“ aus Meerane Förderprojekt des Monats Juli 2024 des Deutschen Kinderhilfswerkes

Das Projekt „Action in Gruppen können Fähigkeiten entpuppen“ aus Meerane ist vom Deutschen Kinderhilfswerk als Förderprojekt des Monats Juli 2024 ausgezeichnet worden. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Kinderrechtsorganisation seit letztem Jahr jeden Monat ein Projekt, das eine Förderung des Deutschen Kinderhilfswerkes erhalten hat und in besonderer Weise für Kinder und Jugendliche wirkt. Die…