Insgesamt 40 Nachbarschaftsinitiativen in allen zwölf Bezirken beteiligen sich an den berlinweiten Spielstraßenaktionstagen 2025. Sowohl am Weltkindertag, Samstag, 20.9., als auch am Internationalen autofreien Tag, Montag, 22.9., werden jeweils 20 Straßen von 15-19 Uhr bespielt.
Damit geht das erfolgreiche, 2019 berlinweit vom Bündnis Temporäre Spielstraßen initiierte und von Ehrenamtlichen vor Ort umgesetzte Projekt, ins siebte Jahr. Ob es sich um das verflixte siebte Jahr handelt, liegt nun in den Händen der Senatsmobilitätsverwaltung und des Berliner Abgeordnetenhauses. Denn im Senatsentwurf des Berliner Doppelhaushalts 2026/2027 ist für die temporären Spielstraßen kein konkreter Betrag ausgewiesen. Für das laufende Jahr standen noch 150.000 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag ist vor allem für die übergeordnete Organisation, für die Beschilderung sowie für Beratung und Unterstützung von Bezirken und Initiativen nötig.
Gabi Jung, Sprecherin des Bündnis Temporäre Spielstraßen, erklärt: „Es ist bedauerlich, dass gerade in einer Zeit so unklarer Perspektiven für die temporären Spielstraßen auch noch aus organisatorischen Gründen die sonst übliche Eröffnung der Spielstraßenaktionstage mit der Senatorin leider ersatzlos entfallen muss. Denn die temporären Spiel- und Nachbarschaftsstraßen sind ein Erfolgs-modell. Mit überschaubaren finanziellen Mitteln wird über die ganze Stadt viel erreicht. Menschen vor Ort werden unterstützt, den Straßenraum zeitweise für Spiel und Begegnung zu nutzen, die Nachbarschaft wird gefördert und Berlin ein Stück lebenswerter gemacht. Dies ist nur durch die finanzielle Unterstützung des Senats möglich. Deshalb fordern wir, dass die Mittel auch in den folgenden Jahren erhalten bleiben.“
„Der Straßenraum ist für alle da, nicht nur für den motorisierten Verkehr. Temporäre Spielstraßen sind wichtig, weil sie vielerorts die einzige Möglichkeit sind, den Anforderungen für eine ausreichende Bewegung von Kindern im Freien gerecht zu werden – und das alles ohne größere bauliche Maßnahmen. Deshalb darf hier nicht an der falschen Stelle gespart werden", betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes und ehemaliger Jugendsenator von Berlin.
Aktuell führt das Bündnis eine Umfrage unter Nutzer*innen von temporären Spielstraßen durch: https://spielstrassen.de/umfrage/
Die Erfolgsgeschichte der temporären Spielstraßen seit 2019 in Zahlen:
• 132 verschiedene Straßenabschnitte
• 1.663 Einzelaktionen (sämtliche Termine aller 132 Spielstraßen)
• 267 km Spielstraßen (Vergleich: Der Umfang Berlins beträgt 234 km)
• 5,3 km² Spielfläche (Vergleich: Das Tempelhofer Feld ist 3 km² groß)
• 6.652 h Spielzeit (4 h x 1.663 Spielstraßentermine)
• 33.260 h Ehrenamt (5 Personen x 4 h x 1.663 Spielstraßentermine)
Bündnis Temporäre Spielstraßen
Das Bündnis Temporäre Spielstraßen ist ein Zusammenschluss mehrerer Verbände, u.a. des BUND Berlin (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), des DaKS (Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden) und des Deutschen Kinderhilfswerkes. Es wurde im März 2019 mit dem Ziel gegründet, temporäre Spiel- und Nachbarschaftsstraßen als gängiges Instrument in Berlin zu etablieren.
Pressefotos zur freien Verfügung:
https://spielstrassen.de/download/pressefotos/Beispiel_Temporaere_Spielstrasse_2021.jpg
https://spielstrassen.de/download/pressefotos/Beispiel_Temporaere_Spielstrasse_2022.jpg
Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v
Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.




