Kinder machen Radio

Wie war das Zeugnis einer Schulleiterin? Welches Auto würde sich der Bürgermeister kaufen? Das sind die brennenden Fragen, die im Radioprojekt LAUTSTARK! beantwortet werden. Denn dort können die Kinder ihre ganz eigene Radiosendungen gestalten. Unser Projekt des Monats Juni!

Das Bild zeigt vier Kinder mit Aufnahmetechnik. In der Mitte sitzt der Bürgermeister, den sie interviewen.

“Ich habe durch das Radioprojekt ein neues Hobby!”. Das Projekt LAUTSTARK! Vom E-Werk Oschatz ist für die Kinder längst mehr als ein außerschulisches Projekt. Max, Sanni, Karla und Lea sind stolz, Teil davon zu sein.

Im E-Werk Oschatz gestalten sie regelmäßig eine eigene Radiosendung – von und für Kinder. Worum es in der Sendung gehen soll, bestimmen die Kinder selbst. Denn sie wissen am besten, was ihre Zielgruppe interessiert.  

Gefördert wird das Projekt vom Deutschen Kinderhilfswerk über dessen Themenfonds für Medienkompetenz.  

Eine eigene Radiosendung gestalten

Alle zwei Wochen trifft sich das Radioteam, um die nächste Sendung zu planen. Zuerst muss ein Thema für die Radiosendung ausgewählt werden. Die Kinder überlegen Kinder gemeinsam, was sie gerade spannend finden und worüber sie berichten wollen.  

Bei ihren Interviews mit der Schulleiterin und dem Bürgermeister war es den Kindern wichtig, dass sie ernstgenommen werden. Schließlich stecken sie viel Arbeit in ihre Radiosendung. “Sonst fühlt es sich an, als wäre unsere Arbeit umsonst. Und es würde niemand die Sendung hören, wenn die uns nicht ernst nehmen.”  

So geht Radiotechnik

Neben Recherche und Interviewplanung lernen die Kinder auch Radiotechnik und Audioproduktion kennen. Denn auch die Technik machen die Kinder zum größten Teil allein: zum Beispiel, wenn es darum geht, Ton mit dem Aufnahmegerät aufzuzeichnen “Man muss aufpassen, ob was raschelt und das Mikrofon halten”, erzählt Karla. Natürlich passieren auch Fehler. Zum Beispiel, wenn man sich bei einem Aufsager immer und immer wieder verspricht. “Das musste ich so lange aufnehmen, bis es geklappt hat”, berichtet Lea. Doch genau diese Fehler sind wichtig, um an ihnen zu wachsen.  

Interviews und Lieblingslieder  

Die Sendung der Kinder wird im RadioBlau aus Leipzig ausgestrahlt. Dadurch werden nicht nur Kinder erreicht. Auch erwachsene Zuhörer*innen erfahren, was Kinder interessiert und was ihnen wichtig ist. Manchmal interviewen sich die Kinder auch gegenseitig. Zum Beispiel, wenn es ein neues Mitglied im Radioteam gibt.  

Besonders gefällt den Kindern, dass sie  ihre eigene Moderation machen und sich Lieder aussuchen, die gespielt werden. Da suchen sie dann ihre Lieblingslieder aus, zum Beispiel von der Sängerin Nina Chuba. “Wir sagen, welche Lieder kommen und erzählen noch ein paar Infos dazu”, berichtet Max.

Radio ist etwas für alle

Dass Radiohören nur was für Erwachsene ist, widerlegen die Kinder. Neben ihrer eigenen Sendung, hören auch sie in ihrer Freizeit richtig gerne Radio. Durch das Projekt, ist Radiohören und Sendungen gestalten zum echten Hobby geworden.  

Jurybegründung

„Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Kinder und Jugendliche durch eigene Medienbeiträge ihre Perspektiven sichtbar machen und demokratische Teilhabe ganz praktisch erleben können. Wenn sie ihre Themen selbst recherchieren, diskutieren und veröffentlichen, entsteht echte Beteiligung. Das Projekt vermittelt Kindern und Jugendlichen nicht nur technische und journalistische Fähigkeiten, sondern gibt ihnen vor allem eine hörbare Stimme. Durch die Ausstrahlung von einem echten Radiosender erfahren sie, dass ihre Meinung zählt“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

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