Am Wochenende rausfahren, in die Stadt zum Einkaufen gehen oder ein Auflug ins House of Magic: Für viele junge Menschen ist das Alltag. Für geflüchtete Kinder, die ohne Eltern nach Deutschland kommen, fällt das weg, denn es fehlen Zugänge und finanzielle Mittel. Genau hier setzt das Projekt “Teilhabe ermöglichen - Ferien und Begegnung” aus Borken an. Der Verein jusina e.V. ermöglicht 11 unbegleiteten Jugendlichen, ihre Umgebung besser kennenzulernen und sich dort allein zurechtzufinden.
“Ich kann durch das Projekt alleine einkaufen gehen, ohne dass mir jemand hilft”, erzählt Oumar* (16). Das Projekt hilft ihm, an seinem neuen Wohnort Orientierung zu finden und ihn für sich zu entdecken.
Die Jugendlichen, die am Projekt teilnehmen wohnen in einer Geflüchtetenunterkunft. Sie leben dort, weil sie ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen sind. Die Unterstützung des Vereins jusina e.V. reicht vom Deutschlernen bis zum Boxsport. Was allerdings oft fehlt, sind Normalität und Alltag. Deswegen haben die Jugendlichen überlegt, was sie in ihren Ferien am liebsten machen würden.
Gefördert wird das Projekt über den Sonderfonds Flucht und Migration vom Deutschen Kinderhilfswerk.
Kultur-Ausflüge
Gemeinsam oder allein besuchen die Jugendlichen Museen, Austellungen oder Städte in der Umgebung. Ermöglicht wird das mit den Ferientickets NRW und der RuhrTopCard, die alle Jugendlichen erhalten haben. Ohne das Projekt und dessen finanzielle Mittel hätten die Jugendlichen keinen Zugang zu dieser Art von Mobilität gehabt.
“Das Projekt ist gut, weil ich viel mehr kapiere. Ich weiß, wo Oberhausen ist und welche Bahn ich nehmen muss, um dahin zu kommen”, sagt Oumar. Er hat es besonders genossen, mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren und seine Umgebung besser kennenzulernen.
Gemeinsam eine neue Heimat entdecken
“Wir haben im Döner gegessen und wir waren in Bochum Minigolf und in Bocholt Fußball spielen. Das freut mich sehr.” Denn die Jugendlichen im Projekt schaffen Gemeinschaft, lernen sich in ihrem neuen Umfeld sicher zu fühlen und wie sie ihre Freizeit eigenständig gestalten können.
"Häufig hatten die Jugendlichen eine schwierige Flucht, Dazu kommt die Trennung von den Eltern. Wir versuchen, einfach ein bisschen Normalität zu bekommen und auch kennenzulernen, was man in Deutschland machen kann und was möglich ist”, erzählt Projektleitung Eva. So können die Jugendlichen vom Projekt bei der gesellschaftlichen Integration nachhaltig unterstützt werden und Orientierung nach ihrer Fluchterfahrung erhalten.
Jurybegründung
"Gerade für unbegleitete minderjährige Geflüchtete sind verlässliche Strukturen und positive Erlebnisse wichtig. Dieses Projekt bedeutet mehr als nur Integration - es ist echte Teilhabe. Indem den Jugendlichen mit der RuhrTopcard und dem Ferienticket NRW Mobilität geschenkt wird, wird ihnen die Möglichkeit gegeben, ihre Umgebung und neue Heimat eigenständig zu erkunden."
*Name geändert







