Deutsches Kinderhilfswerk unterstützt bayerische Initiative das G8 abzuschaffen

Schule gefährdet deine Gesundheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützt die Initiative zur Durchsetzung der Kinderrechte im Zusammenhang mit dem sogenannten G 8 in Bayern. In seiner Petition fordert Thomas Wilckens den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und den Bayerischen Landtag auf, das G8 abzuschaffen und die Entrümpelung/Modernisierung der Lehrpläne

"G8 macht krank, verletzt Kinderrechte, belastet Familien und langfristig unsere Sozialsysteme und die Wirtschaft

Dieses Thema betrifft in seinen Auswirkungen somit nicht nur Eltern und Schüler, sondern jeden in der Gesellschaft! Das G8 wird aktuellen und zukünftigen gesundheits-, bildungspolitisch und  sozioökonomischen Herausforderungen unserer Zeit nicht gerecht!"

Die Petition unterstützen: Schule gefährdet Deine Gesundheit!

Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich seit mehr als 40 Jahren für Kinderrechte, Beteiligung und die Überwindung von Kinderarmut in Deutschland ein. Dazu gehört ausdrücklich auch die Forderung nach mehr Zeit für Kinder. Das Motto des Weltkindertages 2012, das gemeinsam mit UNICEF festgelegt wurde, lautete entsprechend „KINDER BRAUCHEN ZEIT!“. Mit diesem Motto rückt das Recht der Kinder auf Spiel und Freizeit, auf elterliche Fürsorge und auf Beteiligung ins Bewusstsein unserer Gesellschaft. Kinder brauchen Zeit, sich zu entwickeln, zu spielen und sich zu engagieren. Dabei ist das Recht auf Ruhe, Freizeit und Erholung in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben: „Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben. Die Vertragsstaaten achten und fördern das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben und fördern die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung sowie für aktive Erholung und Freizeitbeschäftigung.“ Diese Konvention ist seit ihrer Ratifizierung durch die Bundesregierung im Jahre 1992 unmittelbar geltendes Recht in Deutschland. Nur bei der Anwendung und Umsetzung gibt es noch immer erhebliche Defizite. Besonders das Spielen kommt bei vielen Kindern heutzutage zu kurz. Dabei ist gerade das immens wichtig: Im Spiel mit Anderen lernen Kinder sich kompetent zu bewegen, sie lernen soziale Kontakte zu knüpfen, sich in größeren Gruppen zu verhalten, sich durchzusetzen und Regeln einzuhalten. Beim Spiel im Wohnumfeld lernen sie selbstständig zu sein, sich und ihre Umwelt zu organisieren. Und natürlich ist auch die ausreichende Bewegung ein wichtiges Kriterium in diesem Zusammenhang.

Die Autorengruppe Bildungsberichterstattung im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat im 3. Bildungsbericht 2010 festgestellt: „Während 52 Prozent der G9-Schülerinnen und Schüler eine freiwillige Tätigkeit ausüben, ist dies nur bei 43 Prozent der G8-Schülerinnen und Schüler der Fall, was nicht dadurch erklärt werden kann, dass sich G8-Schülerinnen und Schüler überproportional auf Ganztagsschulen verteilen. Dieser niedrige Wert gilt auch für G8-Halbtagsschülerinnen und -schüler. Zugleich ist auch die Engagementquote von Ganztagsschülerinnen und -schülern in 2009 mit 29 Prozent um 10 Prozentpunkte niedriger als bei den Halbtagsschülerinnen und -schülern mit 39 Prozent. Dieser Unterschied bleibt vor allem für die überdurchschnittlich engagierte Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen signifikant. Es konnte bislang kein Hinweis dafür gefunden werden, dass sich das Engagement von Ganztagsschülerinnen und -schülern aufgrund längerer Anwesenheitszeiten in der Schule in den schulischen Bereich verlagert.“ Dieser Befund lässt sich auch auf den Bereich der Bewegungsförderung übertragen. 180 Minuten werden als das Maß für ausreichende Bewegung angesehen. In Deutschland bewegt sich ein Kind aber durchschnittlich nur noch 60 Minuten am Tag.

Das Deutsche Kinderhilfswerk hofft deshalb gemeinsam mit Thomas Wilckens auf einen Erfolg der Initiative für die Kinder in Bayern. Das wäre ein wichtiger Baustein für ein kinderfreundliches Bayern.