Linda Zaiane

Referentin Kinderrechte

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Wir melden uns zu Wort!

Unsere politische Arbeit für geflüchtete Kinder und Jugendliche

Politische Lobby- und Netzwerkarbeit, um die Rechtssituation von Flüchtlingskindern zu verbessern, ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. So ist es aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes notwendig, dass sich Bundesregierung und Bundesländer baldmöglichst auf folgende zehn Punkte zur Aufnahme und Integration von Flüchtlingskindern verständigen und dementsprechende Maßnahmen auch finanziell absichern:

  • Flüchtlingskinder müssen Anspruch auf Leistungen der bestehenden Sozialsysteme haben wie andere Kinder in Deutschland auch. 
  • Flüchtlingskinder brauchen einen vollständigen Zugang zu ärztlicher Versorgung.
  • Die Inobhutnahmen von unbegleiteten Flüchtlingskindern sind mehr als bisher zu standardisieren und verbessern.
  • Kinder gehören aufgrund der gesundheitsgefährdende Faktoren, die zu chronischen Krankheiten und psychischen Dauerschäden führen können nicht in Gemeinschaftsunterkünfte.
  • Solange Kinder in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind, müssen Mindeststandards gegen sexuelle Gewalt vorhanden sein.
  • Flüchtlingskinder, die noch nicht schulpflichtig sind, sollten die Möglichkeit zum Besuch einer Kindertageseinrichtung haben.
  • Der Zugang zu Schulen und Ausbildungsstätten muss sichergestellt werden.
  • Asylverfahren sind zum Wohl des Kindes zu gestalten.
  • Die Sicherung der Einheit von Familien mit Kindern muss Ziel der bundesdeutschen Flüchtlingspolitik sein.
  • Der Vorrang des Kindeswohls sollte für Flüchtlingskinder gesetzlich verankert werden.

Hier geht´s zum kompletten Forderungspapier als Pressemitteilung.

ARD-Sendung "Monitor": Minimalbetreuung für minderjährige Flüchtlinge"

Aus der ARD-Mediathek: Nach geltendem Recht werden alleinstehende Minderjährige in der Regel aufgrund der Vorerfahrungen in einer Jugendhilfeeinrichtung intensiv betreut. Aber das ist der Regierung offenbar zu teuer: Laut einem internen Arbeitsentwurf seien viele minderjährige Flüchtlinge sehr selbstständig und bedürften nur einer Betreuung von „ausgesprochen niedriger Intensität“. Ein Zwei-Klassen-System zu Lasten der Flüchtlinge, sagen Experten. Quelle: Das Erste ARD, Bild zur Sendung Monitor, Quelle: WDR

Zum Beitrag der Sendung "Monitor": Minimalbetreuung für minderjährige Flüchtlinge vom 08.09.2016

Weitere Forderungen und Stellungnahmen:

  • Zur Reform des achten Sozialgesetzbuchs (SGB VIII):
    Seit Ende August liegt der „Arbeitsentwurf“ für eine radikale Reform des SGB VIII vor, die noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden soll. Neben einer inklusiven Lösung, soll auch eine Stärkung von Kinderrechten wie von Elternrechten, der Steuerungsverantwortung der Jugendämter und sozialräumlicher Angebotsstrukturen und viele andere Ziele erreicht werden. Die bisherigen Änderungsvorschläge im Arbeitsentwurf berücksichtigen jedoch aus Sicht der National Coalition den besonderen Förder- und Schutzbedarf von geflüchteten Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend. Die Bundestagsabgeordneten aller Parteien werden daher aufgefordert, in der SGB VIII-Reform den Bedürfnissen und Rechten von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen nach angemessener Versorgung und Förderung Rechnung zu tragen. Gemeinsam mit Partnern der National Coalition hat das Deutsche Kinderhilfswerk ein Forderungspapier zur SGB VIII Reform hinsichtlich unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge veröffentlicht:
    Zum Forderungspapier zur SGB VIII Reform hinsichtlich unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge


  • Stellungnahme zum Schutz und zur Förderung von Flüchtlingskindern:
    Stellungnahme des Deutschen Kinderhilfswerkes "Schutz und Förderung von Flüchtlingskindern endlich durch gesetzliche Maßnahmen absichern" (Pressemitteilung)