Europawahl am 9. Juni

Wir bestimmen jetzt mit!

Ihre Stimme abgeben und mitbestimmen: Das dürfen bei der Europawahl am 9. Juni in Deutschland erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren. Der Bundestag hatte im November 2022 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Europawahlgesetzes gebilligt. Mehr als eine Million Jugendliche ab 16 Jahren sind damit dieses Jahr erstmalig wahlberechtigt. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung! Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich dafür ein, dass das Wahlalter auf allen Ebenen, also auch bei der Bundestagswahl, auf 16 Jahre abgesenkt wird. 

Die Politik muss Kinder und Jugendliche ernst nehmen 

Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Deshalb muss die Politik ihre Interessen und Meinungen hören und ernst nehmen. Und wo geht das besser als bei einer Wahl? Wie junge Menschen selbst über die Absenkung des Wahlalters bei der Europawahl denken und welchen Themen ihnen besonders wichtig sind, erzählen Ihnen jetzt drei engagierte Kinder und Jugendliche: 

Die EU beeinflusst unser tägliches Leben

„Die EU-Wahl ist eine der wenigen direkten Möglichkeiten, Einfluss auf die europäische Politik zu nehmen. Ich kann mitentscheiden, welche Parteien und damit welche politischen Richtungen die Zukunft Europas prägen werden. Die EU beeinflusst viele Aspekte unseres täglichen Lebens, von Verbraucherschutz und Arbeitsrecht bis hin zu Umweltpolitik und Datenschutz. Daher ist es wichtig, dass ich sicherstelle, dass meine Werte und Interessen vertreten sind.”

Paul, 16, Mitglied im Jugendbeirat 
unserer Initiative Starke Kinder- und Jugendparlamente

Wählen gehen bedeutet für mich Verantwortung 

„Die Möglichkeit zu Wählen in diesem Jahr bedeutet für mich einfach viel Entscheidungsfreiheit und Einfluss auf die Demokratie. Aber auch in gewisser Weise ein Verantwortungsgefühl, weil meine Stimme entscheidet ja doch etwas. Man denkt immer das ist so eine kleine Entscheidung, eine Stimme zählt nichts, aber das ist nicht so. Würden wir alle so denken und nicht wählen gehen, würde sich gar nichts verändern.”

Charlotte, 17, Teilnehmerin beim Modell Europaparlament - einem Planspiel für Schüler*innen

Alle Menschen haben die gleichen Rechte

„Ich finde, dass vor allem wir Jugendlichen, uns dafür einsetzen müssen, dass unsere Gesellschaft tolerant bleibt. Wir müssen uns gegen Diskriminierung stark machen und dürfen nicht den Parteien das Feld überlassen, die der Meinung sind, dass Menschen aufgrund ihrer Religion, Herkunft oder ihres Geschlechts weniger Rechte haben sollten als andere.” 

Sophie, 15, Mitglied in unserem Kinder- und Jugendbeirat

Bundesweite U18-Wahl 

Auch Jugendliche unter 18, beziehungsweise unter 16 Jahren haben die Möglichkeit, im Rahmen der Europawahl ihre Stimme abzugeben: Bei der bundesweiten U18-Wahl! Diese wird vom Deutschen Kinderhilfswerk und dem Deutschen Bundesjugendring sowie Partnern initiiert und organisiert. Immer neun Tage vor einer Wahl öffnen die Wahllokale zum Beispiel in Kinder- und Jugendeinrichtungen oder in Schulen. Die Kinder und Jugendlichen beschäftigen sich mit dem politischen Geschehen und treffen ihre Wahlentscheidung. Die Ergebnisse der U18-Wahl veröffentlichen wir ab dem 3. Juni auf unserer Webseite. Hier lesen Sie Stimmen von zwei Jugendlichen, die erklären, warum sie es so wichtig finden, dass sich Kinder schon früh mit Politik beschäftigen: 

Kinder sollen wissen, dass ihre Stimme etwas verändern kann

„Ich finde es total wichtig, dass Kinder und Jugendliche wissen, was die EU ist, dass sie wissen, dass Sie eine Stimme haben und dass sie später, wenn sie älter sind, etwas verändern können und wählen gehen können. Schließlich ist das die Generation, die irgendwann viel verändern wird."

Emily, 18, macht ein Freiwilliges Soziales Jahr im Freizeit- und Erholungszentrum FEZ in Berlin und hat einen Escape-Room zu Europa konzipiert. Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert ihr Projekt über seinen Kinderpolitik-Fonds

Wir müssen uns früher eine Meinung bilden können

„Ich fände es gut, wenn das Wahlalter noch weiter auf 14 Jahre abgesenkt wird, allerdings bräuchten wir dann in der Schule mehr Aufklärung zu diesem Thema und müssten früher mit dem Politik- und Sozialkundeunterricht anfangen. Bei uns hat das erst in der 8. Klasse angefangen. Das sollte man früher anfangen, damit wir uns schon früher eine Meinung bilden können.” 

Elisa, 14, Schülerin aus Koblenz, engagiert sich in einer Europa-AG

Helfen Sie, damit die Stimme von Kindern und Jugendlichen gehört wird! 

Kinder und Jugendliche sind schon früh politisch interessiert und wollen ihre Ideen und ihre Meinung einbringen! Damit das passieren kann, braucht es Projekte, die Demokratie und Beteiligung von Kindern von klein auf fördern. Das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützt deutschlandweit Projekte, die Kinder und Jugendliche fit für Mitbestimmung machen. Zum Beispiel das Kinder- und Jugendbudget der Gemeinde Nuthetal. Dort verwaltet das Kinder- und Jugendparlament ein eigenes Budget, mit dem sie Projekte von Kindern und Jugendlichen in ihrer Gemeinde fördern können. Außerdem unterstützen wir mit unserer Initiative „Starke Kinder- und Jugendparlamente" deutschlandweit Beteiligungsformate in Kommunen. 

Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, noch mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu schaffen! 

Zum Ergebnis der Europawahl

Eine Einordnung des Deutschen Kinderhilfswerkes

Das Ergebnis der Europawahl gibt natürlich an vielen Stellen Anlass zur Sorge. Wenn wir uns das Wahlverhalten junger Menschen anschauen, machen wir das nicht auf Grundlage der repräsentativen Wahlstatistik, die erscheint erst im September. Sondern wir bewegen uns auf der Datengrundlage von Nachwahlbefragungen, und sollten von daher entsprechend vorsichtig sein mit vorschnellen Interpretationen.

Was wir aber wissen aus zahlreichen Analysen, ist die Tatsache, dass gerade durch die Corona-Zeit, in der die Interessen der Kinder und Jugendlichen systematisch ausgeblendet wurden, bei der jungen Generation eine sehr große Enttäuschung darüber herrscht, wie mit ihnen umgegangen wurde in der Pandemie. Und das scheint bis heute nachzuwirken. Zugleich befinden wir uns in einer Zeit multipler Krisen, die Klima-Krise, der Ukraine-Krieg, das marode Bildungssystem sind hier nur drei Stichworte. Die aktuellen Kriegs- und Klimakrisen sind für viele Jugendliche so überwältigend, dass sie das Gefühl haben, ohnehin nichts ändern zu können. Diese fatalistische Stimmung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass beispielsweise ökologische Themen den Jugendlichen nach wie vor wichtig sind. Aber ohne Angebote, mit denen sie selbst etwas bewirken können, sinkt die Bereitschaft, sich konstruktiv einzubringen.

Dass die junge Generation pessimistisch wie noch nie in die Zukunft blickt, hat uns die Studie „Jugend in Deutschland 2024“ von Simon Schnetzer, Kilian Hampel und Klaus Hurrelmann ja erst kürzlich dargelegt. Gleichzeitig wird von den Regierungsparteien schnelles Handeln gefordert, was auch aufgrund der politischen Konstellationen nicht immer so schnell und weitreichend folgt wie erwartet – auch dies führt an vielen Stellen zu einer Enttäuschung bei jungen Menschen. 

Das alles zusammen, also Zukunftsängste, Frustrationen und Emotionen bei jungen Menschen, wird verstärkt durch soziale Medien, in denen vielfach völlig unkommentiert eine Vielzahl von Fake News zu finden sind, die einfache Antworten versprechen. Und Parteien, die beispielsweise in den sozialen Medien mit diesen Ängsten spielen, werden durch die entsprechenden Algorithmen mit besonders viel Aufmerksamkeit belohnt. Zugleich wird Jugendlichen gerade von populistischen Parteien das Gefühl gegeben, dass man ihnen zuhört und sich für ihre Interessen einsetzt. Das trifft an vielen Stellen auf eine Kinder- und Jugendarbeit, die vielerorts schlichtweg nicht mehr existiert oder durch rigide Sparmaßnahmen zunehmend ausblutet, und als Ansprechpartner für die Jugendlichen ausfällt.

Wenn es aber nun um die Zukunft unserer Demokratie geht, brauchen wir sowohl die schulische als auch die außerschulische Bildungs- sowie Kinder- und Jugendarbeit. Die Umfragen zum Kinderreport haben ja gezeigt, dass insbesondere die Kinder und Jugendlichen hier eine Hauptverantwortung für die Demokratiebildung sehen. Und wir teilen diese Einschätzung aufgrund unserer vielfachen Erfahrungen mit der Praxis von Kinder- und Jugendarbeit vor Ort, die wir über Jahre in unseren Netzwerken begleiten. 

Wir müssen aber auch, und zwar dringend, die junge Generation stärker einbeziehen in die Entscheidungen in unserem Land, damit die jungen Menschen an der Gestaltung unserer Gesellschaft aktiv teilhaben können. Dafür gibt es verschiedene Wege, von der Beteiligung schon von Kindesbeinen an in der Kita und in der Schule, über die Beteiligung an Entscheidungen in den Kommunen bis hin zur Absenkung des Wahlalters, die mit mehr politischer Bildung in Schulen einhergehen muss.
 

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