Folgen von aRmut und wie das Deutsche Kinderhilfswerk hilft

Kinderarmut in Deutschland überwinden

Je länger Kinder in Armut leben, desto gravierender sind die Auswirkungen auf ihre Entwicklung und Bildungschancen. Sie werden häufiger krank, leben meist beengt ohne Rückzugsraum und erleben nicht selten Kriminalität oder Gewalt in ihrem direkten Wohnumfeld. Insgesamt ist die gesellschaftliche Teilhabe dieser Kinder häufig stark eingeschränkt, das heißt: Ihnen fehlen Erfahrungen und Aktivitäten, die für andere Kinder im Alltag selbstverständlich sind, zum Beispiel ein Musikinstrument erlernen, Freunde zum Essen nach Hause einladen oder andere Orte besichtigen. Das wiederum hat Auswirkungen auf ihren gesamten Bildungsweg.

In Deutschland lebt jedes 5. Kind in Armut. Sie erleben ganz konkret, dass sie nicht die gleichen Teilhabechancen haben wie Kinder aus finanziell abgesicherten Familien.

Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich auf verschiedenen Wegen gegen Kinderarmut ein:

  • Schnelle Hilfe: Der Kindernothilfefonds hilft Kindern und ihren Familien schnell und unbürokratisch, wo staatliche Stellen zu lange brauchen. So kann akut die schlimmste Not gelindert werden, zum Beispiel mit Lernmaterialien oder einem Kinderbett.
  • Bildung: Rund 2.000 Schulranzen verteilt das Deutsche Kinderhilfswerk jedes Jahr zum Schulbeginn kostenlos an Kinder aus einkommensschwachen Familien. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für einen chancengleichen Bildungsstart und ermöglichen es den Kindern, mit derselben Ausstattung wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ins Schulleben zu starten.
  • Kinderhäuser: Hier finden Kinder ein geschütztes Umfeld, wo sie spielen und Hausaufgaben machen können, eine warme Mahlzeit erhalten sowie ein offenes Ohr bei Problemen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert deutschlandweit Kinderhäuser und arbeitet eng mit ihnen zusammen.
Ramona Zander, Leiterin des Kinderhauses Weimar, das vom Deutschen Kinderhilfswerk gefördert wird

„Es sind eigentlich ganz normale Kinder. Aber die Bedingungen, unter denen sie aufwachsen, sind sehr schwierig. Armut lässt sich an vielem beschreiben. Zum Beispiel, wenn ein 13-jähriger Junge mit der Hose seines Opas ins Kinderhaus kommt. Er wird ausgelacht und natürlich gefragt, was das für eine Hose ist. Oder im Herbst, wenn Kinder in Sandalen, manchmal sogar ohne Strümpfe, ins Kinderhaus kommen. Das zieht sich meistens sogar bis in den Winter hinein. Oftmals ist in den Familien ein hoher Alkoholmissbrauch, aber auch das komplette Spektrum von Gewalt.“

Ramona Zander, Leiterin des Kinderhauses Weimar, das vom Deutschen Kinderhilfswerk gefördert wird

  • Erholung: Mit dem Projekt "Ferienglück für alle Kinder" können Kinder aus armen Familien an Ferienfahrten teilnehmen. Zusammen mit anderen Kindern sammeln sie so neue Erfahrungen, lernen andere Orte kennen, haben eine Auszeit von ihrem schwierigen Alltag – kurz: sie können unbeschwert Kind sein.
  • Gesundheit: Das Deutsche Kinderhilfswerk fördert bundesweit Kinderhäuser, in denen Kinder aus armen Familien nach der Schule unter anderem eine warme Mahlzeit bekommen. Außerdem unterstützen wir Projekte, bei denen Kinder lernen, frische Lebensmittel zuzubereiten und gesund zu kochen.
  • Politische Lobbyarbeit: Mit Gesprächen, politischen Forderungen, einem Aktionsplan sowie wissenschaftlichen Studien zu Kinderarmut rücken wir immer wieder den Fokus von politischen Entscheidungstragenden auf Kinderarmut in Deutschland und den damit einhergehenden Folgen. Darüber hinaus entwickeln wir gemeinsam mit Kommunen Strategien, um Kinderarmut vor Ort zu bekämpfen und langfristig zu verhindern.

Tun wir etwas!

Alle sind aufgefordert mitzuhelfen, Kinderarmut endlich in Deutschland zu beseitigen. Denn ohne wirksame Maßnahmen für ein kinderfreundliches Deutschland riskieren wir nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Helfen Sie mit!

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