dringender handlungsbedarf!

Corona: Wie arme Kinder in allen Bereichen noch weiter abgehängt werden

Möglichst die ganze Zeit Zuhause bleiben. Das ist die Devise in diesen Wochen und vielleicht sogar kommenden Monaten. Schulen und Kitas sind geschlossen. Spielplätze abgesperrt. Jugendzentren, Sportvereine und Musikschulen zu. Für Kinder ist das auf Dauer ein wenig tragbarerer Zustand. Doch für Kinder aus Familien, die an oder unterhalb der Armutsgrenze leben, ist dieser Zustand auf vielen Ebenen eine Katastrophe.

"Die Hausaufgaben machen uns große Sorgen"

"Den Kindern fehlt es oft an den nötigen Möglichkeiten, die Hausaufgaben zu machen", so Ramona Zander, Leiterin des Kinderhauses Weimar, die trotz Schließung mit vielen Familien über Telefon in Kontakt steht. Zu normalen Zeiten bekommen Kinder aus schwierigen Verhältnissen hier ein warmes Mittagessen, können in Ruhe spielen, Hausaufgaben machen und finden ein offenes Ohr für ihre Nöte. Das alles ist jetzt nicht möglich.

Die Schwierigkeiten sind vielfältig: Kinder brauchen für die Aufgaben oft Hilfe, doch ihre Eltern können sie nicht unterstützen. Zudem sind die Bedingungen stark eingeschränkt oder gar nicht vorhanden. Meist sollen die Hausaufgaben von der Schulhomepage oder digitalen Lernplattformen heruntergeladen und ausgedruckt werden. Jedoch: Die meisten armen Familien haben kein Wlan oder nur stark begrenztes Datenvolumen. Auch Computer, geschweige denn ein Drucker sind nicht vorhanden. Ein weiteres Problem ist die Wohnsituation: Die Kinder leben in stark beengten Räumlichkeiten, viele haben mehrere Geschwister, alle sind rund um die Uhr zuhause. Ein konzentriertes Arbeiten ist so unmöglich.

Ramona Zander, Leiterin des Kinderhauses Weimar, das vom Deutschen Kinderhilfswerk gefördert wird

"Wenn die Kinder die Schulaufgaben nicht lösen können, schicken sie uns eine Nachricht und wir machen mit ihnen einzeln einen Telefontermin aus. Die Kinder, die die Arbeitsblätter in Papierform haben, schicken uns Fotos und wir gehen die Aufgaben gemeinsam durch. Für Kinder, die Online-Plattformen oder Webseiten benutzen müssen, ist es sehr schwierig, da in den meisten prekär lebenden Familien kein Wlan oder nur begrenztes Datenvolumen vorhanden ist. In dem Fall laden wir die Aufgaben von den Webseiten herunter und stecken sie den Kindern in die Briefkästen. Doch eine längerfristige Lösung ist das selbstverständlich nicht."
Ramona Zander, Leiterin des Kinderhauses Weimar zur aktuellen Situation von Kindern in Armut während der Corona-Pandemie.

Das Kinderhaus Weimar ist eines von deutschlandweiten Kinderhäusern, die vom Deutschen Kinderhilfswerk regelmäßig gefördert werden.

Doch es droht nicht nur Gefahr in Sachen Bildung den Anschluss zu verlieren. Es gibt auch ein großes Problem bei der Ausstattung und Versorgung von Kindern in armen Familien: Durch die Schließungen von Kitas und Schulen entfallen kostenlose Mittagessen. Zudem sind viele Tafeln, die normalerweise rund 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland versorgen, geschlossen. Das stellt das viele Familien vor existentielle Probleme.

Hamsterkäufe erschweren die Versorgung

Zudem: Viele der günstigsten Lebensmittel und Hygieneartikel sind durch die Hamsterkäufe nicht mehr verfügbar. Wenn überhaupt, stehen nur noch die teureren Marken im Supermarktregal. Für viele Eltern in prekären Beschäftigungsverhältnissen absolut unerschwinglich.

Die neue Situation setzt viele Familien unter zusätzlichen Druck. Die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust erzeugt bei vielen Eltern einen hohen Stress-Level, der sich auf die Kinder übertragen kann. Auch fürchten Jugendämter mehr Fälle von Kindervernachlässigung oder -misshandlung.

Unser Kindernothilfefonds hilft in dieser schweren Zeit

Schnelle Hilfe für Kinder und ihre Familien in schwierigen Verhältnissen. Kinderzimmeraustattung, Unterstützung für digitales Lernen, Lebensmittel... Bitte seien Sie in dieser schwierigen Zeit solidarisch und spenden Sie!

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