Auf Bundes-, länder- und Kommunaler ebene

Kinderrechte im Verwaltungshandeln

In Deutschland ist die UN-Kinderrechtskonvention seit 1992 in Kraft und gilt nach der Rücknahme von Vorbehalten 2010 uneingeschränkt. Um sie und ihre Anliegen mit Leben zu füllen, kommt es insbesondere auf die Verwaltungsmitarbeitenden aller staatlichen Ebenen in Deutschland an. Ihr Handeln bestimmt das Leben von Kindern in einem beträchtlichen Maße – direkt oder indirekt.

Zugleich entspricht die UN-Kinderrechtskonvention einem Bundesgesetz. Damit ist sie die gesetzliche und verpflichtende Grundlage für diejenigen, die in der Bundesrepublik Gesetze und Verordnungen anwenden – auf Bundesebene wie in den Verwaltungen der Länder, der Kreise und der Kommunen.

Als Koordinierungsstelle arbeiten wir seit 2019 insbesondere zu den beiden für die Verwaltung zentralen Artikeln 3 (Wohl des Kindes) und 12 (Berücksichtigung des Kindeswillens) der UN-Kinderrechtskonvention. Um das Kindeswohl bestimmen und im staatlichen Handeln anschließend bestmöglich berücksichtigen zu können, ist es jedoch grundlegend auch die anderen Kinderrechte zu kennen.

Schritt für Schritt erarbeiten wir daher Informationen zu Kinderrechten im Verwaltungshandeln und unterstützen die Akteure in den Verwaltungen dabei, sie umzusetzen. So geben wir juristische Gutachten in Auftrag und erarbeiten Instrumente wie Checklisten. Außerdem bieten wir Schulungen zum Thema an.

Gemeinsam mit UNICEF ist das Deutsche Kinderhilfswerk zudem Träger des Vereins Kinderfreundliche Kommunen. Der 2012 gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Umsetzung der Kinderrechte in deutschen Städten und Gemeinden zu fördern. Dazu hat er mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Programm auf der Grundlage internationaler Standards ins Leben gerufen. Kommunen, die das festgelegte, aber gleichermaßen individuell an sie angepasste Programm erfolgreich durchlaufen, erhalten das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“.