Nina Ohlmeier

Bereichsleiterin Politische Kommunikation

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Appell an bundesregierung

Deutsches Kinderhilfswerk fordert umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte

Deutschland ist voll mit Tabakwerbung: Als einziges EU-Land erlaubt Deutschland Tabakwerbung an Plakataußenwänden, an Verkaufsstellen und im Kino nach 18 Uhr. Davon betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche, die die Tabakindustrie zum Rauchen verführen will. Zahlreiche Studien belegen die negativen Auswirkungen von Tabakwerbung.

Gemeinsam mit einem Bündnis von insgesamt 13 Verbänden und Organisationen fordert das Deutsche Kinderhilfswerk daher ein umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte und E-Zigaretten. In einem Appell an die Bundestagsabgeordneten der Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD sprechen wir uns zusammen mit den Gesundheits-, Verbraucherschutz- und Kinderrechtsorganisationen dafür aus, über die bereits bestehenden Tabakwerbeverbote hinaus ein Tabakaußenwerbeverbot, ein Werbeverbot im Kino sowie ein Promotion- und Sponsoringverbot für Tabakprodukte und E-Zigaretten gesetzlich abzusichern.

Neben dem Deutschen Kinderhilfswerk, der Deutschen Krebshilfe und dem Deutschen Krebsforschungszentrum haben u.a. der Ärztliche Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit, die Verbraucherorganisation SumOfUs und das Projekt Unfairtobacco den Appell unterzeichnet.

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes

"Auch aus der UN-Kinderrechtskonvention ergibt sich die Verpflichtung, die Tabakindustrie so weit zu regulieren, dass sie das Kindeswohl nicht mehr gefährdet. Tabakwerbung und Werbung für E-Zigaretten sind für Jugendliche, aber auch bereits für Kinder attraktiv. Deshalb ist ein umfassendes Verbot unumgänglich: Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf eine Umgebung ohne Tabakwerbung“

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes

Zur Unterstützung des Appells überreichte die Organisation SumOfUs am 29. Janurar mehr als 50.000 Unterschriften für ein Werbeverbot für Tabakprodukte an die CSU-Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

Studien zeigen, dass insbesondere junge Menschen auf Tabakaußenwerbung reagieren – 75 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen diese wahr. Besonders ins Auge fallen dabei Plakatwände. Neben dem Freundeskreis ist Zigarettenwerbung der häufigste Grund für junge Menschen, mit dem Rauchen anzufangen.

In Ländern mit umfassenden Verbotsregelungen ist ein großer Rückgang des Tabakkonsums zu verzeichnen. Allerdings funktioniert das vor allem dann, wenn Werbeverbote umfassend sind. Solange es bei partiellen Verboten bleibt, wie bisher in Deutschland, zeigt sich kaum eine Änderung im Rauchverhalten.

Hier finden Sie den vollständigen Appell