18.06.2016

Puchheim schließt Vereinbarung zur „Kinderfreundlichen Kommune“ ab - Deutsches Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland würdigen Engagement zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auf lokaler Ebene

Die Stadt Puchheim schließt heute eine Vereinbarung mit dem Verein „Kinderfreundliche Kommunen e.V.“ ab. Mit der Vereinbarung bekennt sich Puchheim zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auf lokaler Ebene. Der Verein „Kinderfreundliche Kommunen e.V.“ wurde von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk gegründet. Er begleitet Städte und Gemeinden, die unter der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen einen Aktionsplan für die lokale Umsetzung von Kinderrechten verabschiedet haben. Für diesen Aktionsplan, der nach einem Jahr entsteht, vergibt der Verein das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Dieses bietet den Kommunen die Möglichkeit, die Rechte von Kindern und damit den besonderen Schutz, die Förderung und die Beteiligung von jungen Menschen zu stärken.

„Mit Puchheim wird eine weitere Kommune in das Vorhaben ‚Kinderfreundliche Kommunen‘ aufgenommen, die bereits schon auf sehr gute kinder-, jugend- und familienpolitische Ergebnisse zurückgreifen kann. Mit dem jetzigen Schritt sichert sich die Stadt Puchheim eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention. Sie wird durch die aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in dem Prozess der Erarbeitung und der Umsetzung eines Aktionsplanes wesentlich zu noch mehr Kinderfreundlichkeit beitragen und damit die Stadt noch attraktiver für alle Bürgerinnen und Bürger machen. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, durch vielfältige Gespräche und das ermutigende Beispiel der Stadt Regensburg, den Stadtrat vom Sinn und von der Nützlichkeit der Bewerbung zu überzeugen und bin gespannt auf die klugen Ideen und Maßnahmen zur lokalen Verwirklichung der Kinderrechte“, betont Haimo Liebich, Vorstandsmitglied des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen“.

„Kinder- und Familienfreundlichkeit wird groß geschrieben in Puchheim. Wir können stolz sein auf das über viele Jahre gewachsene, breite Angebot an Beratung, Bildung, Betreuung und Freizeitgestaltung für Kinder und Familien - ein Angebot, dass ja nicht nur von der Stadt, sondern insbesondere auch von vielen gesellschaftlichen Initiativen aus Kirchen, Vereinen und Verbänden getragen wird. Mit dem Verein ‚Kinderfreundliche Kommunen‘ haben wir einen kompetenten Partner an der Seite, der uns helfen wird, dieses Angebot aus fachlicher Sicht zu bewerten und es in Abstimmung mit allen lokalen Akteuren weiterzuentwickeln. Wir wollen nachhaltige Strukturen und Prozesse schaffen, die jedem Kind eine gute individuelle Entwicklung und die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen“, sagt der Erste Bürgermeister Norbert Seidl.

Das Verfahren „Kinderfreundliche Kommune“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme, die Ausgabe von Kinderfragebögen und Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen ein Aktionsplan für die nachfolgenden drei Jahre vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans im Stadtrat prüft der Verein „Kinderfreundliche Kommunen e.V.“ den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden Jahre. Die Kommunen Hanau, Weil am Rhein, Regensburg, Wolfsburg, Senftenberg und Algermissen haben bisher das Siegel erhalten. Im Verfahren befinden sich mit Köln, Potsdam, Remchingen, Taunusstein, Amelinghausen und der Wedemark weitere sechs Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland.

Das Vorhaben wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative (CFCI). Diese setzt sich seit 1996 international dafür ein, Kommunen kinderfreundlicher zu gestalten. Das UNICEF Innocenti Research Centre in Florenz hat dazu Standards und Instrumente entwickelt, die ein partizipatives kommunales Management unterstützen.

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