04.03.2020

Harsum bewirbt sich um das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“

Die Gemeinde Harsum verpflichtet sich, die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen vor Ort zu stärken. Bürgermeister Marcel Litfin hat dazu heute gemeinsam mit Dr. Heide-Rose Brückner, Senior Consultant des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V., eine Vereinbarung zur verbindlichen Zusammenarbeit unterzeichnet. Im nächsten Schritt wird die Gemeinde einen Aktionsplan erstellen, um junge Menschen in Harsum besser zu schützen, zu fördern und zu beteiligen.

Für den Aktionsplan, der innerhalb eines Jahres unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen entwickelt wird, vergibt der Verein das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Das Siegel erkennt den Willen der Kommune zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention an. Es ist zudem Ausdruck einer Selbstverpflichtung der Gemeinde und Ansporn, die festgesteckten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. begleitet den gesamten Prozess.

Harsum liegt im Landkreis Hildesheim und ist nach Wolfsburg, Algermissen, Wedemark, Bad Pyrmont und Hemmoor die sechste niedersächsische Kommune im Programm.

Bürgermeister Marcel Litfin sagte: „Die Zielsetzung zur Einbindung der Rechte unserer jüngsten Bürger_Innen in kommunalpolitische Entscheidungen und in das alltägliche Verwaltungshandeln ist für mich eine ganz besondere Herzensangelegenheit. Die Vorfreude auf die Erstellung des Aktionsplans steigt kontinuierlich und damit auch der positive Tatendrang für dessen Umsetzung. Wir haben viel vor und die Beteiligung unserer Kinder und Jugendlichen in demokratischen Prozessen soll zu einer Selbstverständlichkeit werden. Mit der Projektteilnahme verbinde ich die Erwartung, viele neue Bekanntschaften zu schließen und die beteiligten Akteure zu fordern und vor allem zu fördern, um unsere schöne Gemeinde noch lebens- und liebenswerter zu gestalten.“

Heide-Rose Brückner betonte im Namen des Vereins: „Lange hat sich Harsum auf die Teilnahme an unserem Programm zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention vorbereitet. Umso mehr freuen wir uns darüber, die Gemeinde auf ihrem Weg zu mehr Kinderfreundlichkeit unterstützen und begleiten zu dürfen. Die Maßnahmen und Strategien werden wir gemeinsam mit der Kommune und natürlich auch mit den Kindern und Jugendlichen in Harsum entwickeln. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit.“

Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und durch Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch den Gemeinderat prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. den Aktionsplan und vergibt das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ für die folgenden drei Jahre.

Das Vorhaben wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative. Diese setzt sich seit 1996 international dafür ein, die Kinderrechte auf kommunaler Ebene zu verwirklichen. In Deutschland haben sich bereits zahlreiche Kommunen dem Programm angeschlossen – darunter Hanau, Köln, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg.

Das Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

www.kinderfreundliche-kommunen.de

www.childfriendlycities.or