13.07.2017

Deutsches Kinderhilfswerk zeichnet Uhland-Grundschule in Dortmund als Kinderrechteschule aus

Das Deutsche Kinderhilfswerk zeichnet heute die Uhland-Grundschule in Dortmund als Kinderrechteschule aus. In diesem Projekt werden Schulen angeregt, die Vermittlung und Umsetzung von Kinderrechten zu einem Leitgedanken ihrer Einrichtung zu machen. Zentrale Zielstellung ist hierbei, die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte mit den Schülerinnen und Schülern nicht nur abstrakt zu diskutieren, sondern ihnen zugleich einen konkreten Alltagsbezug zu vermitteln. Neben der fachlichen Beratung durch das Deutsche Kinderhilfswerk bietet die Teilnahme am Projekt Grundschulen die Möglichkeit, sich in einem bundesweiten Netzwerk mit anderen Bildungseinrichtungen auszutauschen, themenbezogene Praxismaterialien zu erhalten sowie verschiedene Qualifizierungsangebote wahrzunehmen. Die Auszeichnung wird im Rahmen des vom Bundesfamilienministerium geförderten Modellprojektes „Kinderrechteschule“ verliehen.

„Kinderrechte müssen in allen Lebensbereichen verwirklicht werden. Die Schule spielt hier als eine der wesentlichen Sozialisationsinstanzen von Kindern eine besondere Rolle. Die Diskussion über Kinderrechte im Unterricht ist dabei wichtig, ebenso wie die nachhaltige Verankerung von Schülerbeteiligung. Zentral ist für das Deutsche Kinderhilfswerk als Kinderrechtsorganisation ebenso die Umsetzung im weiteren Lebensumfeld der Kinder. Leider werden die Kinderrechte im Alltag noch immer, auch mehr als 25 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland, an vielen Stellen missachtet. Durch die aktive Einbindung der Schülerinnen und Schüler wollen wir dazu anregen, dass die Kinder auch über die Schule hinaus für ihre Rechte eintreten und ihre Lebenswelt so kinderfreundlicher machen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Uns ist es wichtig, die Kinderrechte als einen Leitgedanken an der Uhland-Grundschule nachhaltig zu verankern. Aus diesem Grund haben wir uns für das Projekt Kinderrechteschule beworben. Die Kinder sollen um ihre Rechte wissen und mit unserer Unterstützung für diese einstehen können. Ihr Demokratiebewusstsein soll gestärkt werden. Sie sollen ihr Gefühl der Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung erfahren und weiter entwickeln. Wir Erwachsenen arbeiten kontinuierlich an unserer Haltung, um mit den Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Freie Meinungsäußerung und Bedürfnisse aller werden an unserer Schule ernst genommen, sei es u.a. im Klassenrat, dem Schülerparlament, dem OGS-Kinderrat, dem Kummerkasten, der Schülersprechstunde oder im Unterricht. Auch die Inklusion versuchen wir verantwortungsvoll und nach unseren Möglichkeiten umzusetzen. Auf die Ernennung zur Kinderrechteschule sind wir sehr stolz!“, fügen Christina Behnke, Sonderpädagogin und eine der Leiterinnen der Kinderrechte-AG an der Uhland-Grundschule und Michael Kersting, kommissarischer Schulleiter der Uhland-Grundschule hinzu.

„Zum Schutz der Kinder gibt es Kinderrechte, zum Beispiel eine Erziehung ohne Gewalt. Oder Spiel und Freizeit, damit die Kinder nicht immer lernen müssen oder nur zu Hause bleiben, finde ich sehr wichtig. Die Kinderrechte muss man überall verbreiten, damit die Menschen sich daran halten. Man könnte beispielsweise in Dortmund-Körne ein großes Plakat aufhängen oder eine Aktion machen wie unseren Kinderrechtekreide-Flashmob“, sagt Marlon, Schüler der Klasse 4 der Uhland-Grundschule.

Das Projekt „Kinderrechteschule“ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Kultusministerkonferenz unterstützt. Das Projekt knüpft an den Kinderrechte-Koffer des Deutschen Kinderhilfswerkes an, den bereits mehr als 800 Schulen bundesweit für ihre Arbeit nutzen. Bisher sind im Rahmen des Modellprojektes acht Schulen in Berlin, Brandenburg, Hessen und Niedersachsen als Kinderrechteschulen ausgezeichnet worden.

Mehr Informationen zum Projekt Kinderrechteschule finden Sie hier.