18.02.2020

Deutsches Kinderhilfswerk unterstützt Partizipationsprojekt in Tholey mit 20.000 Euro

Das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützt im Rahmen seines Projektes „Jugendbeteiligung vor Ort“ die Gemeinde Tholey mit 20.000 Euro. Bei dem Projekt setzen sich Kinder und Jugendliche der Gemeinde Tholey mit ihren in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Rechten auseinander. Im Zuge der Kooperation konnten etliche Vorhaben zur Verbesserung der Situation der Jugendlichen in der Gemeinde Tholey umgesetzt werden.

Nach der Erfassung der Bedarfe der Jugendlichen folgten ganz konkrete Umsetzungen. Da es an Treffpunkten für Jugendliche mangelte, wurde der Bau einer Jugendhütte im Gemeindeteil Hasborn in Angriff genommen. Auch die Idee des Fitnessparks, die in der Beteiligungswerkstatt entwickelt wurde, wird im Gemeindeteil Tholey umgesetzt. Im Gemeindeteil Leitzweiler wurden Streetbuddies aufgestellt, um für die Höchstgeschwindigkeit zu sensibilisieren. Zudem wurde ein Jugendbeirat der Gemeinde ins Leben gerufen, der sich um die Belange der Jugendlichen kümmert, und Vorschläge im Gemeinderat einbringen kann. Das Jugendnetzwerk versucht die Freizeitangebote in der Gemeinde Tholey auch für Jugendliche ohne Vereinsbindung zu verbessern, indem Synergien geschaffen und Kooperationen eingegangen werden, die dann zu zusätzlichen offenen Veranstaltungen führen. So gab es bisher zum Beispiel einen Fotoworkshop und einen Gewaltpräventionsworkshop über die Netzwerkaktivitäten.

Dazu erklärt Ralf Göttert, Regionalbetreuer des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Wir unterstützen das Partizipationsprojekt ‚Jugendbeteiligung vor Ort‘ sehr gerne. Denn die Auseinandersetzung der Kinder und Jugendlichen mit ihren in der UN-Kinderrechtskonvention normierten Rechten ist aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes besonders wichtig. So lernen Kinder und Jugendliche nicht nur ihre Rechte kennen, sondern auch ihre Belange einzubringen und für ihr Ziele zu streiten. Das ist ein gesellschaftlich bedeutendes Projekt, das zur Nachahmung auffordert.“

Elaine Neumann, Leiterin des GenerationenBüros Alt&Jung, fügt hinzu: „Die Gemeinde Tholey ist bestrebt, möglichst bürgernah und qualitativ hochwertig zu arbeiten. Eine intensive Einbindung der Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen ist daher selbstverständlich. Außerordentlich dagegen ist die Möglichkeit, auf eine derart großzügige Unterstützung, wie die des Deutschen Kinderhilfswerkes, zurückgreifen zu können, um Beteiligungsvorhaben umzusetzen. Wir sind stolz, durch diese Hilfe einen der ersten Jugendbeiräte im Saarland in unserer Gemeinde etabliert zu haben, und danken den Jugendlichen für ihre bereits sehr produktive Mitarbeit.“

Das Projekt „Jugendbeteiligung vor Ort“ des Deutschen Kinderhilfswerkes hatte zum Ziel, die Beteiligung von Jugendlichen bei Angelegenheiten, die ihr direktes Lebensumfeld betreffen, umfassend zu stärken. Hierfür stellte das Deutsche Kinderhilfswerk bundesweit für zehn Modellkommunen Finanzmittel in Höhe von rund 200.000 Euro bereit. Darüber hinaus unterstützte das Deutsche Kinderhilfswerk die Modellkommunen und weitere Projektpartner je nach Bedarf durch Qualifizierung, Vernetzung, fachliche Beratung sowie Prozessbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit und lokales Fundraising. Im Rahmen seiner Lobbytätigkeiten setzt sich das Deutsche Kinderhilfswerk weiterhin gemeinsam mit der Gemeinde Tholey zudem für die verbindliche Verankerung kommunaler Beteiligungsrechte nach Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention ein.

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat in den letzten fünf Jahren durch seine Förderfonds 1.956 Projekte mit insgesamt rund 6.602.000 Euro unterstützt. Durch die Fonds erhalten Projekte, Einrichtungen und Initiativen finanzielle Unterstützung, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, zum Grundsatz ihrer Arbeit gemacht haben. Dabei geht es vor allem um Beteiligung in Bereichen demokratischer Partizipation, um Chancengerechtigkeit und faire Bildungschancen für benachteiligte Kinder, gesunde Ernährung oder kinder- und jugendfreundliche Veränderungen in Stadt und Dorf, auf Schulhöfen, Kita-Außengeländen oder Spielplätzen. Die Schaffung sinnvoller Freizeitangebote und Möglichkeiten zur Entwicklung einer kulturellen Identität, zu kultureller Bildung und Medienkompetenz sind ebenso Förderschwerpunkte.