Uwe Kamp

Pressesprecher

030-308693-11

08.11.2016

Kinderrechteprojekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ des Deutschen Kinderhilfswerkes: In Salzgitter-Lebenstedt gibt es bei der Sauberkeit auf vielen Straßen noch erheblichen Handlungsbedarf

In Salzgitter-Lebenstedt gibt es bei der Sauberkeit auf vielen Straßen noch erheblichen Handlungsbedarf. Dabei kann auch auf das verstärkte Engagement der Betroffenen gesetzt werden. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Befragung im Rahmen des Kinderrechteprojekts „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ des Deutschen Kinderhilfswerkes unter 84 Einwohnerinnen und Einwohnern im Stadtteil. Auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ ist, gibt sie doch ein gutes Stimmungsbild, wie die Situation vor Ort eingeschätzt wird. Beim Projekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ befragt eine Kindergruppe Menschen in ihrer Stadt zu Themen, die sie bewegen und bei denen sie Veränderungen in ihrem Wohnumfeld erreichen wollen. In Salzgitter hatten sich sechs Mädchen im Alter zwischen elf und 15 Jahren für das Thema „Müll“ entschieden. Sie stören sich daran, dass auf Wegen und Spielplätzen, an Seen und auf dem Schulweg zu viel Müll herumliegt: Zigarettenstummel, Bierflaschen, Verpackungsmüll. Auch kommt es immer wieder vor, dass Kinder in Scherben treten und sich verletzen.

„Mir hat das Projekt sehr viel Spaß gemacht, weil ich viele neue Dinge gelernt habe. Es war sehr anstrengend so viele Leute zu befragen, viele wollten sich auch nicht befragen lassen, hatten keine Zeit oder sonst irgendeine Ausrede. Ich hoffe, dass wir durch diese Aktion ein Bewusstsein dafür geschaffen haben, dass Müll direkt in die Mülltonne gehört“, sagt die elfjährige Wictoria Meier.

„Uns ist aufgefallen, dass bei der Frage, ob Lebenstedt als sauber oder unsauber empfunden wird, die meisten Kinder unseren Stadtteil eher als unsauber einschätzen. Uns Kindern fällt beim Spielen und Toben viel eher der Müll auf. Das stört uns dann. Wir Kinderreporter finden, jeder sollte auf ein sauberes Umfeld achten, dann würde die Stadt viel sauberer aussehen“, sagt Zerda Gülsahin, 13 Jahre.

„Wir räumen nicht nur jeden Tag den Müll weg, pflegen das Stadtgrün und warten die Spielplätze – wir erklären besonders den Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen wie man Müll vermeiden und für eine saubere Umwelt sorgen kann“, sagt Dietrich Leptien, Betriebsleiter des Städtischen Regiebetriebes (SRB). Jedes Jahr unterstützt der SRB Projekte rund um Abfall. „Dass das hier vermittelte Wissen ankommt, zeigt sich jedes Jahr beim Stadtputztag, bei dem immer besonders viele Kinder mitmachen. Das Projekt der Kinderreporter passt perfekt in diese Strategie. Ich würde mich freuen, wenn die Botschaft der Kinder diejenigen erreicht, die Müll verursachen.“

„Wenn Kinder öffentlich Themen aufgreifen, die sie beschäftigen, ist das eine prima Sache. Immerhin geht es um ihre Stadt und ihre Zukunft. Mir zeigt es, dass Kinder ihre Stadt mit wachem Blick wahrnehmen und wir Erwachsenen das auch ernst nehmen müssen. Das tun wir, denn in unserer kinder- und familienfreundlichen Lernstadt bemühen wir uns darum, dass Jung und Alt gern in Salzgitter leben und sich wohl fühlen“, ergänzt die Kinder- und Familienbeauftragte Sylvia Fiedler, die das Projekt Kinderreporter unterstützt hat.

„Bei diesem Projekt engagieren sich Kinder und Jugendliche für ein Thema, das ihnen unter den Nägeln brennt und bei dem sie in ihrem Wohnumfeld Veränderungen erreichen wollen. Wir als Kinderrechtsorganisation freuen uns über dieses tolle Engagement und hoffen, dass die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die Ergebnisse der Kinderreporter ernst nehmen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Die Fragen und Ergebnisse im Einzelnen:

1. Finden Sie, dass in ihrer Wohnstraße zu viel Müll herumliegt? Diese Frage beantworteten rund 44 Prozent mit „Ja“ und rund 56 Prozent der Befragten mit „Nein“.

2. Auf einer Skala von 1 (sauber) – 10 (unsauber): Wie sauber finden Sie Lebenstedt? Die meisten Befragten vergaben hier die 5 oder 6 Punkte, der Durchschnittswert lag bei 6,15.

3a. Kennen Sie den jährlichen Aufräumtag der Stadt Salzgitter? Diese Frage beantworteten rund 42 Prozent mit „Ja“ und rund 58 Prozent der Befragten mit „Nein“.
3b. Wenn ja, haben Sie schon daran teilgenommen? Von denen, die den Aufräumtag kennen, haben 40 Prozent schon daran teilgenommen, 60 Prozent nicht. Bezogen auf die Gesamtbefragten haben rund 17 Prozent schon einmal am jährlichen Aufräumtag der Stadt Salzgitter teilgenommen.

4. Warum liegt hier so viel Müll herum? Die Leute lassen den Müll einfach fallen: 42 Prozent Vielen Leuten ist eine saubere Umgebung nicht wichtig: 21 Prozent Die Stadt räumt zu wenig auf: 15 Prozent Es gibt zu wenig Mülltonnen: 14 Prozent Die Müllgebühren sind zu hoch: 5 Prozent Sonstiges: 3 Prozent

5. Was sollte sich ändern, damit weniger Müll herumliegt? Die Leute sollten ihren Müll in den Papierkorb werfen: 33 Prozent Die Leute sollten mehr auf eine saubere Umgebung achten: 28 Prozent Die Stadt sollte mehr aufräumen: 17 Prozent Die Stadt sollte mehr Mülltonen aufstellen: 13 Prozent Die Müllgebühren sollten gesenkt werden: 5 Prozent Sonstiges: 4 Prozent

6. Was würden Sie tun, damit es in Lebenstedt sauberer wird? Ich werde andere Personen dazu ermutigen Müll richtig zu entsorgen: 37 Prozent Ich wäre bereit an Sammelaktionen teilzunehmen: 29 Prozent Ich werde in Zukunft selbst mehr darauf achten Müll richtig zu entsorgen: 22 Prozent Ich würde nichts tun wollen: 6 Prozent Sonstiges: 4 Prozent Ich wäre bereit mehr Müllgebühren zu bezahlen: 2 Prozent

Neben den sechs Kindern und Jugendlichen aus Salzgitter sind noch Kinderreporter aus Berlin, Bremen, Coesfeld, Leipzig und Magdeburg bei diesem Projekt mit dabei. Das Projekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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