Uwe Kamp

Pressesprecher

030-308693-11

07.12.2016

Kinderrechteprojekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ des Deutschen Kinderhilfswerkes: Im Kreis Coesfeld noch erheblicher Handlungsbedarf beim Thema Sicherheit

Im Kreis Coesfeld gibt es beim Thema Sicherheit noch erheblichen Handlungsbedarf. 34 Prozent der Schülerinnen und Schüler fühlen sich auf ihrem Schulweg nicht sicher, Gründe sind vor allem zu volle Busse und Autos, die vor den Schulen zu schnell fahren. Zudem haben 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen wegen anderer Personen Angst auf Spiel- und Sportplätzen. Rund die Hälfte (51 Prozent) wurde dort sogar schon einmal belästigt. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Befragung im Rahmen des Kinderrechteprojekts „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ des Deutschen Kinderhilfswerkes unter 242 Schülerinnen und Schüler an Schulen in Coesfeld und Lüdinghausen. Auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ ist, gibt sie doch ein gutes Stimmungsbild, wie die Situation von den Kindern und Jugendlichen eingeschätzt wird. Beim Projekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ befragt eine Kindergruppe Menschen in ihrer Stadt zu Themen, die sie bewegen und bei denen sie Veränderungen in ihrem Wohnumfeld erreichen wollen. In Coesfeld hatten sich fünf Mädchen und Jungen im Alter zwischen neun und 16 Jahren für das Thema „Sicherheit“ entschieden. Wie viele andere Kinder und Jugendliche im Kreis Coesfeld haben die Kinder bereits Situationen erlebt, in denen sie sich nicht sicher gefühlt haben. Hierzu gehören zum Beispiel Situationen auf Spielplätzen oder beim Einsteigen in den Schulbus, bei denen sie von älteren Jugendlichen geärgert wurden.

„Ich fand das Projekt sehr interessant, und ich war entsetzt wie viele Kinder sich auf den Spielplätzen und im Bus nicht sicher fühlen. Wir hoffen, dass sich durch unsere Reportage etwas ändert“, sagt Katharina Zech, 11 Jahre.

„Ich fand super, dass wir bei Radio Kiepenkerl viel lernen und Leute interviewen konnten. Ich habe mich aber gewundert, wie viele keine Zeit hatten. Toll waren das Kinderfest in Berlin und das Culture Camp in Billerbeck“, sagt die neunjährige Greta Klein.

„Das Engagement der jungen Kinderreporter ist bemerkenswert und wird von mir ausdrücklich unterstützt. Die Kinder und Jugendlichen sprechen Themen an, die sie unmittelbar betreffen und in ihrem Alltag beschäftigen. Auch wenn sich in den angesprochenen Sachverhalten nur langsam Veränderungen ergeben werden, ist es dennoch wichtig, dass die junge Zielgruppe sich Gehör verschafft und ihre Meinung kundtut. Wir nehmen die Anregungen ernst, und auf diese Weise können Politik und Verwaltung den Blick öffnen – und das Thema Sicherheit wieder stärker in den Fokus nehmen. Denn es ist wichtig, dass sich auch insbesondere junge Menschen in unsere Gesellschaft einbringen und zu Themen äußern, die wir gerade auf der kommunalen Ebene noch gut selbst regeln können“, erklärt Dr. Christian Schulze Pellengahr, Landrat des Kreises Coesfeld.

„Mit dem Thema Sicherheit haben sich die Kinderreporter eine schwierige Aufgabe gestellt. Die Ergebnisse haben mich wirklich begeistert. Wie sie das Thema recherchiert und strukturiert haben war toll. Sie haben die richtigen Fragen gestellt und hoffentlich auch verständliche Antworten bekommen. Den Kindern schwierige Sachverhalte leicht verständlich zu erklären, kommt in unserem Arbeitsalltag leider häufig zu kurz. Vielfach hilft es schon, die Probleme auf ‚Augenhöhe‘ miteinander zu diskutieren. Mir hat es viel Spaß gemacht“, sagt Gerrit Tranel, Geschäftsführer des Zweckverbandes SPNV Münsterland, Fachbereich Bus.

„Bei diesem Projekt engagieren sich Kinder und Jugendliche für ein Thema, das ihnen unter den Nägeln brennt und bei dem sie in ihrem Umfeld Veränderungen erreichen wollen. Wir als Kinderrechtsorganisation freuen uns über dieses tolle Engagement und hoffen, dass die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die Ergebnisse der Kinderreporter ernst nehmen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Die Fragen und Ergebnisse im Einzelnen:

1. Wie alt bist du?
Unter 8 Jahre: 7 Prozent
8 Jahre: 8 Prozent
9 Jahre: 11 Prozent
10 Jahre: 7 Prozent
11 Jahre: 26 Prozent
12 Jahre: 14 Prozent
13 Jahre: 7 Prozent
14 Jahre: 4 Prozent
15 Jahre: 8 Prozent
16 Jahre: 8 Prozent

2. Wo wohnst du?
Coesfeld: 52 Schülerinnen und Schüler
Lüdinghausen: 39 Schülerinnen und Schüler
Senden: 28 Schülerinnen und Schüler
Olfen: 27 Schülerinnen und Schüler
Gescher: 26 Schülerinnen und Schüler
Nordkirchen: 20 Schülerinnen und Schüler
Billerbeck: 19 Schülerinnen und Schüler
Ascheberg: 16 Schülerinnen und Schüler
Velen: 7 Schülerinnen und Schüler
Rosendahl: 6 Schülerinnen und Schüler
Dülmen: 1 Schüler/in
Nottuln: 1 Schüler/in

3. Wie kommst du zur Schule?
Bus: 56 Prozent
Fahrrad: 29 Prozent
Auto: 9 Prozent
Zug: 4 Prozent
Zu Fuß: 2 Prozent

4. Wie sicher fühlst du dich auf deinem Schulweg?
Sehr sicher: 27 Prozent
Sicher: 39 Prozent
Nicht sicher: 20 Prozent
Überhaupt nicht sicher: 14 Prozent

5. Welchen Aussagen stimmst du zu? (Mehrfachantworten möglich)
Die Busse sind zu voll, so dass es Gedränge gibt: 60 Prozent
Die Autos fahren zu schnell vor der Schule: 22 Prozent
Es gibt zu wenig Aufsichtspersonen auf dem Schulweg: 20 Prozent
Die Radwege sind nicht sicher genug: 19 Prozent
Ich stimme keiner Aussage zu: 7 Prozent

6. Wie oft gehst du auf einen Spiel- oder Sportplatz?
Täglich: 12 Prozent
Mehrmals die Woche: 31 Prozent
Einmal die Woche: 14 Prozent
Mehrmals pro Monat: 21 Prozent
Einmal im Monat: 7 Prozent
Weniger als einmal im Monat: 15 Prozent

7. Hattest du schon einmal Angst auf dem Spielplatz/Sportplatz wegen anderen Personen?
Ja: 60 Prozent
Nein: 40 Prozent

8. Wurdest du schon einmal auf dem Spielplatz/Sportplatz von anderen belästigt?
Ja: 51 Prozent
Nein: 49 Prozent

9. Welchen Aussagen stimmst du zu? (Mehrfachantworten möglich)
Ich habe öfter pöbelnde Jugendliche auf Spiel- oder Sportplätzen erlebt: 46 Prozent
Ich habe öfter betrunkene Personen auf Spiel- oder Sportplätzen erlebt: 44 Prozent
Ich traue mich nicht auf den Spiel- oder Sportplatz zu gehen, wenn fremde Personen (oder Kinder) dort sitzen: 19 Prozent
Es gibt zu wenig Aufsichtspersonen auf oder um den Spiel- oder Sportplatz herum: 13 Prozent
Ich stimme keiner Aussage zu: 12 Prozent

Neben den fünf Kindern und Jugendlichen aus dem Kreis Coesfeld sind noch Kinderreporter aus Berlin, Bremen, Leipzig, Magdeburg und Salzgitter bei diesem Projekt mit dabei. Das Projekt „Kinderreporter 2016 - Kinder haben was zu sagen!“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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