Uwe Kamp

Pressesprecher

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31.08.2017

Deutsches Kinderhilfswerk zeichnet Schloss-Ardeck-Grundschule in Gau-Algesheim als Kinderrechteschule aus

Das Deutsche Kinderhilfswerk zeichnet heute gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley im Beisein der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Schloss-Ardeck-Grundschule in Gau-Algesheim als Kinderrechteschule aus. In diesem Projekt werden Schulen angeregt, die Vermittlung und Umsetzung von Kinderrechten zu einem Leitgedanken ihrer Einrichtung zu machen. Zentrale Zielstellung ist hierbei, die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte mit den Schülerinnen und Schülern nicht nur abstrakt zu diskutieren, sondern ihnen zugleich einen konkreten Alltagsbezug zu vermitteln. Neben der fachlichen Beratung durch das Deutsche Kinderhilfswerk bietet die Teilnahme am Projekt Grundschulen die Möglichkeit, sich in einem bundesweiten Netzwerk mit anderen Bildungseinrichtungen auszutauschen, themenbezogene Praxismaterialien zu erhalten sowie verschiedene Qualifizierungsangebote wahrzunehmen. Die Auszeichnung wird im Rahmen des vom Bundesfamilienministerium geförderten Modellprojektes „Kinderrechteschule“ verliehen.

„Kinderrechte müssen in allen Lebensbereichen verwirklicht werden. Die Schule spielt hier als eine der wesentlichen Sozialisationsinstanzen von Kindern eine besondere Rolle. Die Diskussion über Kinderrechte im Unterricht ist dabei wichtig, ebenso wie die nachhaltige Verankerung von Schülerbeteiligung. Zentral ist für das Deutsche Kinderhilfswerk als Kinderrechtsorganisation jedoch auch die Umsetzung im weiteren Lebensumfeld der Kinder. Leider werden die Kinderrechte im Alltag noch immer, auch mehr als 25 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland, an vielen Stellen missachtet. Durch die aktive Einbindung der Schülerinnen und Schüler wollen wir dazu anregen, dass die Kinder auch über die Schule hinaus für ihre Rechte eintreten und ihre Lebenswelt so kinderfreundlicher machen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„In der Schloss-Ardeck-Grundschule werden Kinderrechte gelebt und umgesetzt. Das ist wunderbar und funktioniert sehr gut, davon konnte ich mich heute überzeugen. Leider werden die Interessen und Rechte von Kindern noch nicht überall in Deutschland ausreichend beachtet. Deshalb will ich mich weiter dafür einsetzen, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Der Schutz und die Förderung ihrer Rechte, die besondere Berücksichtigung ihres Wohls bei jedem staatlichen Handeln und die Pflicht, Kinder und Jugendliche zu beteiligen, wenn es um sie geht, gehören dorthin, wo die grundlegenden Werte unseres Zusammenlebens geregelt sind“, erklärt Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

„Ich freue mich sehr, dass die Schloss-Ardeck-Grundschule heute als zehnte Schule in Deutschland und als erste Schule in Rheinland-Pfalz den Titel „Kinderrechteschule“ im Netzwerk des Deutschen Kinderhilfswerks verliehen bekommt. In Rheinland-Pfalz hat die Schloss-Ardeck-Schule bereits Vorbildfunktion als ‚Modellschule für Partizipation und Demokratie‘“, unterstreicht Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Dies sei eine besondere Auszeichnung für das große Engagement und den Einsatz der Schulgemeinschaft für die Rechte der Kinder und für die Ausbildung eines Verständnisses für Demokratie, Teilhabe und dem Mut und Willen zum Mitgestalten der Gemeinschaft.

„Ich finde, dass die Kinderrechte eingehalten werden sollen, weil jedes Kind seine Meinung sagen sollen darf, egal wie alt es ist, wie es aussieht oder woher es kommt“, sagt Jakob (7 Jahre), Schüler der Klasse 2b der Schloss-Ardeck-Grundschule.

„Schon ganz am Anfang unseres Kinderrechteprojektes hatten wir das Ziel, dass unsere Schule eine Kinderrechteschule wird und jetzt nach drei Jahren haben wir dies endlich geschafft!“, betont Amelie Thiel (11 Jahre), Mitglied im Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes und ehemalige Schülerin der Schloss-Ardeck-Grundschule.

„Kinderrechte, Demokratie und Partizipation gehören zum schulischen Alltag wie das Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen. Nur so können Kinder in kleinen Schritten erfahren, wie wichtig und wertvoll demokratisches Handeln für unsere Gesellschaft ist“, sagt Maren Auen, Schulleiterin der Schloss-Ardeck-Grundschule.

Das Projekt „Kinderrechteschule“ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Kultusministerkonferenz unterstützt. Das Projekt knüpft an den Kinderrechte-Koffer des Deutschen Kinderhilfswerkes an, den bereits mehr als 800 Schulen bundesweit für ihre Arbeit nutzen. Bisher sind im Rahmen des Modellprojektes neun Schulen in Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen als Kinderrechteschulen ausgezeichnet worden.

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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 45 Jahren als Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland bundesweit für die Rechte der Kinder und die Überwindung von Kinderarmut in Deutschland ein. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Schwerpunkte sind hierbei insbesondere die Kinderrechte, die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen und die Überwindung von Kinderarmut in Deutschland.