Uwe Kamp

Pressesprecher

030-308693-11

24.03.2011

Deutsches Kinderhilfswerk und Kinderhaus Weimar warnen vor steigender Kinderarmut: Fast jedes dritte Kind in Weimar lebt von Hartz IV

Am 18. /19. März treffen sich knapp 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland zu der Fachtagung „Kinderarmut bekämpfen – Resilienz fördern, Ressourcen stärken“.

Derzeit leben etwa 60.000 Mädchen und Jungen in Thüringen von Hartz IV, das sind rund 27 % der Kinder. Im Jahr 2004 waren es noch rund 10 %. In Weimar sind heute sogar 32 % der Kinder von Armut betroffen. Die steigende Kinderarmut lässt die öffentliche Aufmerksamkeit für Elternverantwortung und Bildungsinklusion wachsen.

Im Fokus der Fachtagung stehen die außerschulische Bildungsarbeit und die Notwendigkeit, in entsprechenden Einrichtungen Möglichkeiten für eine ressourcenorientierte Förderung zu finden. Hierfür werden Chancen, Wege und neue Instrumente vorgestellt. Es wird unter anderem diskutiert, wie Kinder und Jugendliche an Projekten und Prozessen beteiligt werden können, wie man sie erreicht und wie die Zusammenarbeit von Kindern mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen funktionieren kann.

Dr. Heide-Rose Brückner, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerkes erklärt: „Kinderarmut ist längst keine Randerscheinung in unserer Gesellschaft mehr. Das Deutsche Kinderhilfswerk versucht mit Projektunterstützung und Einzelfallhilfe die schlimmste Not zu lindern, aber den 3 Millionen Kindern in Armut kann nur ein Gesamtpaket von Maßnahmen durch die Politik helfen. Das gegenwärtige Paket reicht dafür nicht aus.

Auch Andreas Keune, Leiter des Kinderhauses Weimar betont: „Bereits heute gehen wir davon aus, dass in Deutschland jedes 5. Kind in Armut aufwächst. Ganz abgesehen von den schlimmen Lebensbedingungen, Ängsten und Sorgen, mit denen diese Kinder täglich konfrontiert sind, stellt sich hier doch auch die Frage, wie viele Kinder in 10, 20 oder 30 Jahren in Deutschland in Armut leben, wenn es nicht gelingt, dieser Entwicklung mit adäquatern Mitteln entgegenzuwirken.

Prof. Dr. Heike Schulze, Studiendekanin für Bildung und Erziehung von Kindern an der Fachhochschule Erfurt führt aus: „Um die Folge familiärer Armut, insbesondere bei erschöpften Familien, in ihren Folgen für Kinder abzumildern, sind aus unserer Sicht vor allem Frühe Hilfen in ihrer sozialräumlichen Vernetzung erforderlich. Ein Netzwerk Früher Hilfen muss aufgebaut werden. Dabei ist das in den letzten Jahren etablierte Konzept Früher Hilfe über seine bisherige Engführung und Fokussierung auf gesundheitsförderliche und präventive Maßnahmen gegen Vernachlässigung und Misshandlungen zu erweitern. Frühe Hilfen müssen gezielt die Resilienz von Kindern in den verschiedenen Entwicklungsstufen und Einrichtungen fördern.

Bei Rückfragen: Michael Kruse, Pressesprecher und Leiter Information und Öffentlichkeitsarbeit (Tel.: 0173/6043516, E-Mail: kruse@dkhw.de)

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Das Deutsche Kinderhilfswerk (www.dkhw.de), Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit über 35 Jahren für die Umsetzung der Rechte der Kinder in Deutschland ein.

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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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