Uwe Kamp

Pressesprecher

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07.10.2016

Deutsches Kinderhilfswerk: Schöne Worte helfen nicht - beim Schulessen endlich handeln

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert die Bundesregierung auf, zur Verbesserung des Schulessens in Deutschland endlich verbindliche Qualitätsstandards durchzusetzen. Bund, Länder und Kommunen, Schulleitungen sowie Schülerinnen und Schüler müssen hier zusammenarbeiten, um zu einer deutlichen Verbesserung der derzeit größtenteils unbefriedigenden Qualität des Schulessens zu kommen. Zahlreiche Studien belegen, dass die für diesen Bereich von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gegebenen Empfehlungen in den seltensten Fällen erfüllt werden. Trotzdem bleibt es beim Schulessen seit Jahren bei unverbindlichen Appellen und Ankündigungen.

„Nach jeder neuer Studie zum Schulessen, die wieder und wieder die bekannten Probleme und Mängel auflistet, werden Maßnahmen zur Verbesserung angekündigt. Aber nach der ersten Aufregung passiert dann leider nicht viel. So ist zu befürchten, dass die in dieser Woche von Bundesernährungsminister Christian Schmidt in Aussicht gestellte Verringerung des Mehrwertsteuersatzes für Schulessen schon bald wieder in der Schublade verschwindet. Dabei ist eine solche Reduzierung, die finanzielle Gestaltungsspielräume bei der Qualitätsverbesserung des Schulessens ermöglichen würde, aufgrund des hier vorliegenden nationalen Gestaltungsspielraums problemlos möglich“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, anlässlich der diesjährigen bundesweiten Tage der Schulverpflegung und des heutigen 10. Deutschen Kongresses für Schulverpflegung in Kassel.

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes muss jedes Kind im Ganztagsbetrieb der Schule eine gesunde, warme Mahlzeit bekommen. Dazu zählen eine Vielfalt der Speisen ebenso wie ihre nährstoffreiche Zubereitung, ausreichend Gemüse, aber auch Vollkornprodukte und Fisch. Zu einer erholsamen Mittagspause gehört zudem ausreichend Zeit, das Essen in Ruhe einzunehmen. Auch hier sind Verbesserungen notwendig, ebenso wie bei den Standards zum Lärmpegel in den Mensaräumen, der häufig als zu hoch eingestuft wird.

„Besonders wichtig ist es auch, die Schülerinnen und Schüler mit einzubeziehen. Deren Phantasie und Kreativität bleibt fast völlig ungenutzt. Beteiligung in diesem Bereich kann dazu beitragen, dass endlich Schluss ist mit zerkochtem Gemüse, trockenen Kartoffeln und billigen Fertigsoßen“, so Hofmann weiter. Wenn das zu höheren Kosten führt, sollte trotzdem kein Kind deswegen auf das Schulessen verzichten müssen. „Da, wo die Eltern über ein ausreichendes Einkommen verfügen, müssen diese die erhöhten Kosten tragen, wo das nicht geht, ist die Gesellschaft und damit die öffentliche Hand gefordert“, so Hofmann abschließend.

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