Uwe Kamp

Pressesprecher

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08.03.2016

Deutsches Kinderhilfswerk: Neugestaltung der EU-Programme für Schulobst und Schulmilch ist eine Chance für die gesunde Ernährung von Kindern

Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft die Bundesländer dazu auf, die Zusammenlegung der EU-Programme für Schulobst und Schulmilch zu einem Ausbau der Förderung zu nutzen. Mit dieser Vereinfachung und dem gleichzeitigen Wegfall des Eigenanteils der Länder zur Kofinanzierung bietet sich die Chance, beide Programme Kindern in allen Bundesländern zugänglich zu machen. Während vom bisherigen Schulmilchprogramm Schülerinnen und Schüler bundesweit profitieren können, nehmen am derzeitigen Schulobstprogramm bisher nur neun Bundesländer teil. Das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt zudem, dass im Zuge der Neugestaltung der Programme die Vermittlung von Kenntnissen über gesunde Ernährung in den Vordergrund gerückt wird. Nach der heutigen Zustimmung im Europaparlament muss die Neugestaltung noch vom Rat der Europäischen Union formell bestätigt werden, das Inkrafttreten ist zum 01. August 2017 geplant.

„Von den Programmen können sowohl Kinder in Grundschulen als auch in Kitas in besonderem Maße profitieren. Eine gesunde Ernährung und Bewegung sind die Grundlagen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Dabei ist das Ernährungsverhalten ein zentraler Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Dieser wird wesentlich im Kindesalter erlernt und gebildet. Die hier erworbenen Ernährungsmuster behalten Kinder und Jugendliche oft ein Leben lang“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Es ist beim bisherigen Schulobstprogramm schon verwunderlich, dass einige Bundesländer den großen Erfolg betonen, während vergleichbare Bundesländer das ganz anders sehen. Das Argument hinsichtlich der großen bürokratischen Hürden, das von einigen der bisher nicht teilnehmenden Bundesländer immer wieder angeführt wurde, ist für uns nicht stichhaltig. Die Zusammenlegung der EU-Förderprogramme für Schulobst und Schulmilch muss jetzt dazu führen, dass Kinder in allen Bundesländern davon profitieren können“, so Hofmann weiter.

Die Evaluationen sowohl des Schulmilch- als auch des Schulobstprogramms haben eine deutliche Zunahme der Beliebtheit und Akzeptanz von Milch sowie Obst und Gemüse ergeben. Zudem stieg das Bewusstsein der Kinder um die Wichtigkeit von Milch und Obst und Gemüse als Bestandteil einer gesunden Ernährung. Die letzte Evaluation des Schulobstprogramms stellt fest, dass die Kinder insgesamt mehr Obst und Gemüse verzehrten: Besonders signifikant war der Anstieg bei den Kindern, die vor Beginn des Programms wenig Obst und Gemüse aßen. Länderübergreifend wird bei Schulen in sozialen Brennpunktlagen eine besondere Wirksamkeit des Programms festgestellt: Bei Schülerinnen und Schülern mit einem niedrigen sozioökonomischen Status stiegen Konsum und Wissen am meisten.

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