Uwe Kamp

Pressesprecher

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26.11.2008

Deutsches Kinderhilfswerk: Nationaler Integrationsplan muss Zugehörigkeit der Migrantenkinder zur Gesellschaft dokumentieren

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, beim morgigen Integrationsgipfel ein deutliches Willkommenssignal an die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu senden. „Selbstverpflichtungen aller Beteiligten sind wichtig und richtig, aber nur eine Seite der Medaille“ betont die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerkes, Dr. Heide-Rose Brückner, heute in Berlin. „Die Bundeskanzlerin muss aber zudem deutlich machen, dass Migrantenkinder selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft sind. Integration ist mehr als der Besuch von Sprach- und Orientierungskursen, sondern muss auch die psychologische Seite berücksichtigen. Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund muss das Gefühl gegeben werden, angekommen zu sein und das Recht zu haben, an der Gestaltung der Gesellschaft gleichberechtigt teilzunehmen. Dieses Gefühl beruht auf der Empfindung allgemeiner gesellschaftlicher Anerkennung. Hier muss die Bundeskanzlerin ein entsprechendes deutliches Signal geben“ so Brückner weiter.

Handlungsbedarf gibt nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes an vielen Stellen. So ist die Bundesrepublik Deutschland nach der letzten PISA-Studie im internationalen Vergleich Schlusslicht bei den Leistungen der im Land geborenen Schüler mit Migrationshintergrund. Besonders bedrückend ist die Tatsache, dass Migrantenkinder zweiter Generation geringere Bildungserfolge erzielen als jene, die nicht hier geboren wurden. Das ist ein Armutszeugnis für das deutsche Bildungssystem, da in den meisten Industriestaaten die Entwicklung genau umgekehrt läuft.

Auch bei Fragen der Gesundheit und gesunden Ernährung ist rasches Handeln nötig. Kinder mit Migrationshintergrund sind doppelt so oft von krankhaftem Übergewicht betroffen wie Kinder ohne Migrationshintergrund. Aufgabe der Gesellschaft und der politisch Verantwortlichen muss es deshalb sein, Maßnahmen zu ergreifen, auch diesen Kindern das in der UN-Kinderrechtskonvention verbriefte Recht auf Gesundheit zu gewährleisten.


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