Uwe Kamp

Pressesprecher

030-308693-11

16.05.2013

Deutsches Kinderhilfswerk: Jeden Tag eine Schulstunde „Bewegungsorientiertes Lernen“

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert eine stärkere Integration von Spiel und Bewegung in den Schulalltag. „Das Thema gehört auf die Tagesordnung der nächsten Kultusministerkonferenz. Es muss jeden Tag mindestens eine 45-minütige Einheit geben, in der das bewegungsorientierte Lernen im Mittelpunkt steht“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Wir müssen Kindern wieder mehr Bewegungsfreude vermitteln. Der Anteil übergewichtiger Kinder ist in den vergangenen 25 Jahren um ein Viertel und derer mit krankhaftem Übergewicht sogar um das Doppelte gestiegen ist. Deshalb brauchen wir dringender denn je innovative Instrumente der Bewegungsförderung. Schulhöfe müssen als Bildungsorte begriffen und einbezogen werden. Pädagogen müssen mehr als bisher fortgebildet werden, damit sie gute Spiel- und Bewegungsangebote in der Schule machen können. Denn Kinder begreifen spielend die Welt, auch Spielen ist Lernen!“, so Hofmann weiter.Spätestens mit Beginn der Schulzeit werden Kinder schlagartig in eine dauerhaft sitzende Haltung gedrängt. Dieser abrupte Wechsel birgt für die meisten Kinder enorme Anpassungsschwierigkeiten. Der wenige, immer weiter reduzierte und meist auf Leistung abzielende Sportunterricht kann dies bei Weitem nicht kompensieren. Folgt man der modernen Hirnforschung, ist ein Lernprozess immer dann optimal und effektiv, wenn beide Hirnhälften und viele Sinne gleichzeitig angeregt werden. Lernprozesse mit bestimmten Bewegungsabläufen zu kombinieren erscheint somit besonders effektiv. Daher ist es wichtig, Kindern auch während des Schulalltages die Möglichkeit zu bieten, sich zwischendurch auszutoben und sich möglichst auch während der Lerneinheiten zu bewegen und spielend zu lernen. Die Lehr- und Vermittlungsmethoden haben sich in der Vergangenheit jedoch noch nicht ausreichend anpassen können. In der Lehrerausbildung wird diesen Erkenntnissen kaum oder nur unzureichend Rechnung getragen. Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes muss sich die Förderung bewegungsorientierten Lernens in eine Gesamtkonzeption für mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland eingliedern. Dazu hat das Deutsche Kinderhilfswerk im letzten Monat eine Kampagne unter dem Motto „1setzen! - Gemeinsam für Bildung“ gestartet. Die Kampagne stellt drei Aspekte chancengerechter Bildung in den Vordergrund: die Spiel- und Bewegungsförderung, den chancengerechten Bildungsstart und die Talentförderung. Im Rahmen der Kampagne werden sowohl Kinder- und Jugendprojekte gefördert als auch die Möglichkeit geboten, sich für mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu engagieren. In allen drei Bereichen wird das Deutsche Kinderhilfswerk über seine Förderfonds beispielgebende Projekte unterstützen. Zielsetzung des Deutschen Kinderhilfswerkes ist es, über den gesamten Kampagnenzeitraum 2013 insgesamt 500.000 Euro an bedürftige Kinder bzw. im Bildungsbereich engagierte Vereine und Initiativen zu vergeben. Weitere Informationen zur Kampagne können Interessierte über ein Newslettersystem unter www.1setzen.de erhalten.

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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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