Uwe Kamp

Pressesprecher

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14.04.2016

Deutsches Kinderhilfswerk: Integrationsgesetz vernachlässigt Anliegen von Flüchtlingskindern

Das Deutsche Kinderhilfswerk mahnt anlässlich der heutigen Vorstellung der Eckpunkte für ein Integrationsgesetz ein besonderes Augenmerk auf die Situation der Flüchtlingskinder an. Ein entsprechender Schwerpunkt fehlt in den Beschlüssen des Koalitionsausschusses. Integrationsmaßnahmen dürfen die Perspektiven von Familien und vor allem Kindern nicht vernachlässigen.

„Flüchtlingskinder brauchen eine Zukunftsperspektive in Deutschland. Ihre Integration ist eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Um hier ankommenden Kindern gleiche Bildungs- und Teilhabechancen zu ermöglichen braucht es ein umfassendes Integrationskonzept, das die einschlägigen Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention, der Europäischen Grundrechtecharta und des Kinder- und Jugendhilfegesetzes berücksichtigt. Diese normieren eindeutig die Vorrangstellung des Kindeswohls bei allen Entscheidungen von Staat und Gesellschaft sowie das Recht der Kinder auf Förderung, Schutz und Beteiligung. Wir sollten die jetzt zu uns kommenden Flüchtlingskinder als dauerhafte Einwanderer und ihren Zuzug als Gewinn für unsere Gesellschaft begreifen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert die Bundesregierung auf, bis zur Vorlage des Gesetzes im Bundeskabinett Aspekte für die Integration von Flüchtlingskindern im Gesetzentwurf zu berücksichtigen. Dazu gehört zuvorderst Bildungsintegration als Schlüsselfaktor für die gleichberechtige Teilhabe von Flüchtlingskindern. Schulbildung ist nicht nur ein elementares Kinderrecht, auch stellt Bildung den wichtigsten Baustein für Entwicklungsgerechtigkeit von Kindern mit unterschiedlichen Startbedingungen dar. Die Durchsetzung des Schulbesuches von Anfang an ist zentral. Bund und Länder sollten bei diesem Thema eng kooperieren, um zu einheitlichen Regelungen in den Bundesländern zu kommen. Sowohl Schulen als auch außerschulische Bildungsformate müssen zudem qualifizierte und ausreichend finanzierte Angebote an Flüchtlingskinder machen. Dafür braucht es genügend Mittel für Sprachförderung für Kinder sowie Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer, etwa in Deutsch als Fremdsprache. Daneben müssen kultursensible Teilhabemöglichkeiten für die ganze Familie geschaffen werden. Familie muss als entscheidender Faktor für eine gelingende Integration begriffen werden. Entsprechend sollten gezielte Integrationsangebote für Familien gefördert bzw. ausgebaut werden. Darüber hinaus bedeutet Integration auf Augenhöhe immer auch die Menschen zu beteiligen. Dies gilt für Erwachsene wie Kinder gleichermaßen. Dies beginnt bei der Mitbestimmung über den Wohnort und geht bis hin zu einer nachhaltig ausgerichteten Demokratiebildung in Schule und Kita, um Kindern und Jugendlichen das Wissen um unsere demokratische Gesellschaft zu vermitteln und Möglichkeiten für demokratisches Engagement erlebbar zu machen.

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