Uwe Kamp

Pressesprecher

030-308693-11

26.11.2008

Deutsches Kinderhilfswerk: Computerspiele sind Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen

Angesichts der aktuellen Haushaltsdebatte fordert das Deutsche Kinderhilfswerk die Bundesregierung auf, sich beim Thema Jugendmedienschutz nicht auf eine Diskussion um ein Verbot von so genannten Killerspielen zu versteifen, sondern die Bedürfnisse und Interessen der Kinder in den Vordergrund zu stellen.

Kinder und Jugendliche sind begeistert von Computerspielen. Laut der KIM-Studie 2006 spielen 45% der 6- bis 13-Jährigen ein-/mehrmals pro Woche Computerspiele. Dies sind nach der Lüneburger KUHL-Studie, zu der jüngst das Buch „Computerspiele mit und ohne Gewalt“ erschienen ist, vor allem Rätselabenteuer, Detektivspiele, Wettkampfspiele oder Geduld- und Geschicklichkeitsspiele. „Kinder gehen in ihrer Freizeit mit Spaß und Faszination dem Bildschirmspiel nach. Wichtig ist, sie für einen kompetenten Umgang mit den Medien zu stärken. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten der Spiele muss stattfinden, und Möglichkeiten zur Mitgestaltung an den Inhalten müssen gegeben werden. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert, die Interessen der Kinder auch bei der Gestaltung von PC-Spielen mit einzubeziehen, und gemeinsam mit der jungen Zielgruppe Spiele zu entwickeln. Gerade die Dimension der eigenen Mediengestaltung führt zu einem kompetenten Umgang“, betont Dr. Heide-Rose Brückner, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerkes, heute in Berlin.

Nicht Verbote, sondern Förderung von qualitativen und pädagogisch wertvollen Spielen sind notwendig. Gerade für Eltern muss eine öffentliche Debatte hin zur kritischen und begleitenden Medienerziehung stattfinden. Vor allem seitens der Politik muss gezielt informiert werden. Seit 1992 sind weltweit ca. 10 Gewalttaten im Zusammenhang mit sogenannten „Killerspielen“ aufgetaucht. Ein tatsächlicher Zusammenhang wurde allerdings in den jeweiligen Gerichtsurteilen nie anerkannt, wie auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung nachzulesen ist.


Das Deutsche Kinderhilfswerk (www.dkhw.de), Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit über 30 Jahren für die Umsetzung der Rechte der Kinder in Deutschland ein.

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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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